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NPD-Kundgebung und Gegen-Demo: Keine besonderen Vorkommnisse

 Gegen eine NPD-Kundgebung in Trier haben Gegendemonstranten protestiert. Foto: Christiane Wolff
Gegen eine NPD-Kundgebung in Trier haben Gegendemonstranten protestiert. Foto: Christiane Wolff FOTO: Christiane Wolff
Trier. Bei der Kundgebung der NPD auf dem Trierer Simeonstiftplatz gab es zwar lautstarken Protest der Gegen-Demonstranten, aber keine weiteren Zwischenfälle.

(woc) Die Sperrung der Strecke zwischen Treviris-Passage und Nordallee ist mittlerweile wieder aufgehoben. Die Polizei hatte am Samstag den Simeonstiftplatz weiträumig abgesperrt, um die 20 NPDler und die rund 300 linken Gegendemonstranten voneinander getrennt zu halten. Auch Autos und Busse konnten die Strecke zwischen Treviris-Passage und Nordallee zwischen 13.40 und 17.20 nicht passieren. Schon am Vormittag waren rund 40 überwiegend junge Demonstranten dem Protest-Aufruf des Trierer "Bündnisses gegen Rechts" gefolgt und zum Viehmarktplatz gekommen, um gegen Rechtsextremismus und die NPD zu demonstrieren. Christian Z. Schmitz vom Deutschen Gewerkschaftsbund, Markus Pflüger von der Arbeitsgemeinschaft Frieden und Hans-Werner Jung von der Partei "Die Linke" hielten kurze Ansprachen. Unter dem Motto "den Nazis eine Wahlschlappe erteilen" landeten etliche Badeschlappen in einer dafür aufgestellten Mülltonne.

Am Nachmittag sammelten sich an den beiden Absperrungen des Simeonstiftplatzes - einmal am Magaretengässchen, einmal an der Zufahrt von der Nordallee - insgesamt rund 300 ebenfalls überwiegend junge Demonstranten. Dutzende Polizisten in Schutzanzügen, darunter auch Spezial-Einheiten, überwachten die Szenerie. Gegen 15.15 Uhr wurde das NPD-Grüppchen unter Polizei-Schutz per Bus auf den Simeonstiftplatz geleitet. Unter den 20 Kundgebungsteilnehmern waren offenbar nicht nur Trierer: Eine Gruppe rollte eine rot-schwarz-weiße Fahne aus, Aufschrift: "Kameradschaft Zweibrücken. Die Bombe fürs System!"

Die Gegendemonstranten ließen mit lauten Sprechchören, Anfeindungen und Megaphon-Lärm die Worte der NPD-Redner - darunter der Trierer Stadtrat Safet Babic und Pierre Peters von der Organisation "Heimat und Natur" Luxemburg - ungehört verhallen. Davon, dass niemand der Kundgebung Gehör schenkte, ließen sich die NPDler nicht beirren: Mit überschlagenden Stimmen und dumpfen Parolen schrien sie gegen den Lärm an. Zum Abschluss sang die NPD alle drei Strophen des Deutschlandlieds. Kurz nach 17 Uhr verließ der Stadtwerke-Bus mit dem kleinen Trupp, der seinerseits auch die Linken mit Sprüchen provozierte, den Simeonstiftplatz.

Laut Polizei ist es während der Kundgebung nicht zu besonderen Vorfällen gekommen. Wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz wurden von einigen linken Demonstranten die Personalien erfasst, in Gewahrsam wurde niemand genommen, Ausschreitungen gab es nicht.