Nürburgring: 42 Millionen Euro Staatshilfe für Privatinvestor

Nürburgring: 42 Millionen Euro Staatshilfe für Privatinvestor

Die Finanzhilfe des Landes für den einzigen Privatinvestor bei der Erweiterung des Nürburgrings im Herbst 2008 ist noch wesentlich höher ausgefallen, als zunächst vermutet. Nach TV-Informationen wurden insgesamt 42 Millionen Euro direkt oder per Kredit zur Verfügung gestellt.

(fcg) Der Investor, die Mediinvest GmbH aus Düsseldorf, hatte ursprünglich 80 Millionen Euro investieren wollen. Die Nürburgring GmbH, an der das Land zu 90 Prozent beteiligt ist, gibt weitere 135 Millionen Euro an der legendären Rennstrecke in der Eifel aus.

Nach TV-Informationen hat eine 100-prozentige Tochter der landeseigenen Investitions- und Strukturbank (ISB), die Rheinland-Pfälzische Gesellschaft für Immobilien und Projektmanagement mbH (RIM), eine stille Einlage, also eine Kapitalspritze, von 29 Millionen Euro geleistet. Diese floss offenbar an eine Projektgesellschaft, die zur Umsetzung der Projekte Eifeldorf "Grüne Hölle" (Restaurants, Bars, Diskotheken, 3-Sterne-Hotel) und Ferienpark Nürburgring (100 Ferienhäuser in Drees im Kreis Daun) gegründet wurde.

Wie am Donnerstag bekannt wurde, hat außerdem die Nürburgring GmbH, deren Aufsichtsratschef der rheinland-pfälzische Finanzminister Ingolf Deubel ist, der Mediinvest GmbH einen Kredit von drei Millionen Euro gewährt. Weitere Kredite in Höhe von elf Millionen Euro flossen an den Privatinvestor nach TV-Informationen direkt von der landeseigenen Investitions- und Strukturbank (ISB).

Pikant: Finanzminister Ingolf Deubel sah sich erst am Donnerstag genötigt, den Fraktionschefs der im Landtag vertretenen Parteien Auskunft über die finanziellen Transaktionen im Herbst des vergangenen Jahres zu geben. Seinerzeit hatte Deubel öffentlich aufkommende Gerüchte über Finanzprobleme des Privatinvestors stets ins Reich der Fabel verwiesen.

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