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Nürburgring: Erlebniswelt geht mit Risiko an den Start

Nürburgring: Erlebniswelt geht mit Risiko an den Start

Seit Monaten wird am Projekt Nürburgring 2009 gebaggert, doch es bleiben Zweifel, dass finanziell ein Fass ohne Boden entstehen könnte. Es gibt Risiken, aber kein Millionen-Grab, so ist sich zumindest Aufsichtsratsvorsitzender Ingolf Deubel sicher.

(win) Der Eröffnungstermin steht: 11. Juni 2009. Und davon rückt Nürburgring-Chef Walter Kafitz auch nicht ab. Bis dahin soll mit einem 215-Millionen-Projekt eine Erlebnisregion mit Flaniermeile, Geschäften und Freizeitaktivitäten entstehen, aber auch der Bau eines Sporthotels, von Erlebnisgastronomie und Feriendorf gestemmt werden.

Es gibt Risiken für den Betrieb, doch die sind beherrschbar, wie Finanzminister Ingolf Deubel (SPD) als Aufsichtsrats-Chef der zu 90 Prozent landeseigenen Nürburgring GmbH dem TV versichert. Zumindest indirekt stehen damit die Steuerzahler für Verluste in der Pflicht. Weil sich teilweise keine Investoren fanden, muss die GmbH mit 135 Millionen Euro stärker einsteigen, als ursprünglich geplant. 2006 hatte der Ring 40 Millionen Euro Defizit eingefahren.

Vor allem wegen der Formel 1-Rennen, die der Landesrechnungshof ohnehin als Risikofaktor kritisiert. Deubel sieht beim Projekt 2009 rund 1000 neue Jobs und auch Chancen auf einen Gewinn von über 50 Millionen Euro innerhalb von zehn Jahren. Selbst wenn die Besucherzahlen hinter den Erwartungen bleiben und es auf einen geringen Verlust hinausläuft, hält er das Projekt als Wirtschaftsförderung für vertretbar. Nur so könne der Ring als Job-Faktor am Leben gehalten werden, ob mit oder ohne Formel 1-Rennen, sagt Deubel. Die bringen zwar jeweils über zehn Millionen Euro Miese, sind jedoch wichtig für den Ruf des Rings.

Das Projekt sei eine Riesenchance, doch es gebe auch Bedenken, sagt der Vorsitzende des Landtags-Wirtschaftsausschusses, Michael Billen (CDU). Nicht nur bei den Besucherzahlen, auch bei der Finanzierung über Vermietungen gebe es viele Fragezeichen. Am 22. September will das Europäische Tourismusinstitut Trier eine noch höchst interne Studie über die Chancen des Projekts vorstellen, die auch die Sorgen anspricht, so der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau, Hermann-Josef Romes, als einer der Auftraggeber. Zweifel an der Zuverlässigkeit von Privatinvestor Mediinvest, der rund 80 Millionen Euro zum Gesamtprojekt beisteuern soll, sind laut Land und Nürburgring unberechtigt. Alle begonnenen oder geplanten Bauprojekte liegen demnach im Zeitplan.