Nürburgring: Land half Investor

Nürburgring: Land half Investor

Das Land hat dem einzigen privaten Investor beim 215-Millionen-Euro-Projekt „Nürburgring 2009“ unter die Arme gegriffen. Projektentwickler Mediinvest GmbH hatte nach TV-Informationen Schwierigkeiten, die erforderlichen Bankkredite für seine Investition von 80 Millionen Euro zu sichern.

(fcg) Finanzminister Ingolf Deubel bittet die drei Landtags-Fraktionschefs heute zum Gespräch. Es geht um das Projekt „Nürburgring 2009“. Auf TV-Anfrage bestätigt Deubel, dass das Land im Herbst 2008 den Privatinvestor mit Hilfe der Investitions- und Strukturbank (ISB) und ihrer Tochtergesellschaften unterstützt hat. Wie genau und in welchem Umfang das geschah, verrät Deubel ebenso wenig wie Kai Richter, geschäftsführender Gesellschafter der Mediinvest. „Die Probleme sind seit fünf Monaten beseitigt“, sagt Richter auf TV-Anfrage. „Es gibt ein breit gefächertes Instrumentarium der Wirtschaftsförderung, das wir auch in 40.000 anderen Fällen diskret und geräuschlos anwenden“, sagt Deubel. Aktuell sei er "sehr entspannt, denn es gibt keinen Grund zur Beunruhigung".

Nach TV-Informationen hatte der Düsseldorfer Projektentwickler Probleme mit der Finanzierung des Gastronomie- und Erlebnisdorfs „Grüne Hölle“ (36 Millionen) und des Ferienparks mit 100 Häusern, der bei Drees im Kreis Daun für 23 Millionen Euro gebaut wird.

Der Ring wird zu einem ganzjährigen Freizeit- und Geschäftszentrum erweitert. Dabei investiert die Nürburgring GmbH, an der das Land zu 90 Prozent beteiligt ist, 135 Millionen Euro für den Bau eines überdachten Boulevards mit Haupttribüne und VIP-Logen, Schauräumen der Autoindustrie und einer Erlebniswelt.

Finanzielle Risiken sind bereits mit dem Engagement für die Flughäfen Hahn und Zweibrücken verbunden. Bei der Hahn GmbH steht die Entscheidung an, ob das Land als 17,5-Prozent-Gesellschafter auch die Anteile der Fraport AG (65 Prozent) und des Landes Hessen (17,5 Prozent) übernimmt, wofür etliche Millionen Euro aufzubringen wären.