Pfarrer Wax sagt Adieu

Pfarrer Wax sagt Adieu

Mit einem großen Dankgottesdienst am Sonntag, 24. August, 10.30 Uhr in Bergweiler verabschiedet sich nicht nur die Pfarrei Bergweiler St. Johannes Apostel von „ihrem“ Gerhard Wax, der seit 1970 im Ort über Wittlich als Pfarrer, Heimatmuseums-Gründer, Gastgeber und Persönlichkeit bekannt war.

Ostermontag im vergangen Jahr feierte die Pfarrei Bergweiler noch das goldene Priesterjubiläum von Pfarrer Gerhard Wax. Nun bereitet man das Dankamt zu seinem Abschied am 24. August vor. Wie der Verwaltungs- und Pfarrgemeinderat mitteilt, hat Gerhard Wax aus Altersgründen seinen Verzicht auf das Amt des Pfarrers in St. Johannes Apostel erklärt. Den Amtsverzicht des 78-Jährigen hat Prälat Georg Holkenbrink bestätigt und Gerhard Wax in den verdienten Ruhestand versetzt. Sein Nachfolger ist Pfarrer Diethard Jöntgen, dessen bisherige Pfarreiengemeinschaft Landscheid und Hupperath nun durch Bergweiler erweitert wird. Beim Dankamt wird er gleichzeitig als neuer Pfarrer eingeführt.Gerhard Wax gilt auch in Wittlich als bekannte Persönlichkeit. Er war Studienrat an der Berufsschule von 1964 bis 1983, er engagierte sich bei der ehemaligen französischen Garnison in Wittlich und erhielt dafür 2002 den französischen Orden „Chevalier de L’Ordre National“. 2000 hatte er bereits das Bundesverdienstkreuz am Bande entgegen nehmen dürfen. Im Wittlicher „Kittchen“ war er von 1983 bis 1999 Gefängnisgeistlicher. Zum Priester geweiht wurde der am 18. Februar 1930 im saarländischen Nalbach Geborene am 6. April 1957 im Trierer Dom. Bevor er nach Wittlich kam und in Bergweiler seine zweite Heimat, war er Kaplan in Betzdorf/Sieg und Kirn/Nahe.In seiner Wahlheimat galt er schnell als ein besonderer Mensch mit eigenem Kopf: Seinen Sonntagsmessen sagte man nach, dass man nach ihnen die Uhr stellen könne: Mit Predigt sollen sie genau 35 Minuten gedauert haben. Anschließend stand im Terminkalender der Frühschoppen im Pfarrhaus beziehungsweise im angebauten Heimatmuseum, das er mit Leidenschaft aufbaute. Auch die alte Tradition der Wallfahrt zur Fintenkapelle hat er wiederbelebt. Stolz ist er auf seine persönliche Begegnung mit Jahrhundert-Gestalten: 1963 hatte er John F. Kennedy und Konrad Adenauer in Köln getroffen. Gerhard Wax hat sich zudem für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Malteser Hilfsdienst, Jugendwohlfahrtsausschuss, Jugendseelsorger des früheren Dekanats, Pfadfinderschaft St. Georg und Kolpingfamilie engagiert.

Mehr von Volksfreund