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Pronsfeld/Thalfang: Neue Verhandlungen im Milchstreit

FOTO: Ilse Rosenschild
Die Blockade der Molkereien in Pronsfeld und Thalfang ist beendet, der Lieferstopp für Milch wird aber aufrechterhalten, während bei Spitzengesprächen in Berlin über die Erhöhung der Erzeugerpreise für Milch verhandelt wurde.

Pronsfeld/Thalfang. (iro/cus/lars) Die für höhere Preise protestierenden Milchbauern haben die Blockade der Molkereien der Milchunion Hocheifel (Muh) in Pronsfeld (Kreis Bitburg-Prüm) und der Hochwald-Nahrungsmittelwerke in Thalfang (Kreis Bernkastel-Wittlich) und Kaiserslautern am Samstagabend vorläufig aufgehoben. Der Lieferstopp für Milch, den der Bundesverband deutscher Milchviehhalter (BDM) am Dienstag begonnen hatte und dem sich viele Betriebe in der Region angeschlossen haben, soll aber weitergehen. In Berlin trafen sich am Abend Vertreter der Bauern und der Molkereien zu einem ersten Gespräch. „Es ist gut angelaufen“, sagte ein Sprecher des Deutschen Bauernverbands gegen 21 Uhr und sprach von einer „sachorientierten Atmosphäre“. Ob es ein konkretes Ergebnis geben würde, war bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch offen. Ziel der Bauern ist eine Verbesserung der Erzeugerpreise für Milch. Sie liegen in der Region bei 34 Cent pro Liter. Die Bauern fordern 43 Cent.

Am Samstag hatte sich die Situation vor den Werkstoren in Thalfang und Pronsfeld zugespitzt. Polizei und Staatsanwaltschaft waren vor Ort, schritten aber nicht ein. Den Blockierern sei deutlich gemacht worden, dass sie mit Anzeigen und Schadenersatzforderungen rechnen müssen, falls sie ihre Aktion nicht beenden. In Thalfang war sogar von einer Zwangsräumung der Zufahrten zur Molkerei die Rede. Erleichtert reagierten die Milchunternehmen auf das Ende der Blockade. „Es war eine kluge Entscheidung, die Blockade aufzugeben“, sagte Hochwald-Aufsichtsrats-Chef Hans-Jürgen Sehn. Landwirte, die Milch abliefern wollten, hätten dem Unternehmen mit Schadenersatzforderungen gedroht. „Unsere Sammelwagen sind wieder unterwegs“, sagte Muh-Sprecher Wolfgang Rommel. Die Auslieferung von Produkten aus Pronsfeld läuft wieder.

Bilder vom Protest in Thalfang am Samstag und Freitag/Aufkauf von Milch in Rhaunen:

Bilder vom Protest in Pronsfeld am Samstag:

EXTRA:
Das Spitzengespräch: „Gut gelaufen.“
Im Streit um die Milchpreise haben sich Vertreter der Bauern und der Molkereien am Sonntagabend in Berlin zu einem ersten Gespräch getroffen. „Es ist gut angelaufen“, sagte ein Sprecher des Deutschen Bauernverbands nach einer guten Stunde und sprach von einer „sachorientierten Atmosphäre“. Ob es ein Ergebnis geben werde, sei aber noch offen. „Dass man miteinander spricht, ist aber auch schon ein Ergebnis“, fügte er hinzu. Beide Seiten suchten bei dem Treffen einen gemeinsamen Nenner für mögliche Verhandlungen mit den Handelsunternehmen. Teilnehmer waren neben Bauernverbandschef Gerd Sonnleitner der Vorsitzende des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM), Romuald Schaber, und der Präsident des Milchindustrieverbands und Hochwald-Geschäftsführer, Karl-Heinz Engel.

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