Prozess gegen NPD-Stadtrat: Safet Babic weist jede Schuld von sich

Prozess gegen NPD-Stadtrat: Safet Babic weist jede Schuld von sich

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat am Donnerstag der Prozess gegen den Vize-Landeschef der NPD, Safet Babic, vor dem Landgericht Trier begonnen. Babic ist der gefährlichen Körperverletzung angeklagt und hat alle Vorwürfe zurückgewiesen: „Ich habe niemanden geschlagen oder getreten."

(jp) Am Ersten von insgesamt fünf geplanten Prozesstagen sind noch keine Zeugen geladen, die drei Angeklagten stehen im Mittelpunkt. Neben Safet Babic (29) sitzen ein 24-Jähriger aus Koblenz und ein 29-Jähriger aus Trier auf der Anklagebank.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Trio vor, zu einer Gruppe von NPD-Aktivisten zu gehören, die am 18. Mai 2009 in der heißen Phase des Kommunalwahlkampfs einen Mann, der zusammen mit zwei weiteren Personen NPD-Wahlplakate in der Trierer Innenstadt abgerissen hat, krankenhausreif geschlagen zu haben. Das Opfer lag mit einer Gehirnerschütterung und einer Halswirbelverstauchung im Krankenhaus.

Der 24-Jährige aus Koblenz macht von seinem Schweigerecht Gebrauch, offenbart sich allerdings vorher noch als aktives Mitglied der Jungen Union Koblenz. Was er auf einer NPD-Aktion in Trier verloren hatte, wird die Kammer später klären. Babics 29-jähriger Mitangeklagter aus Trier betont, er sei bei der Begegnung mit den Plakatabreißern gar nicht dabei gewesen und wisse nicht, warum er überhaupt angeklagt sei. Auch diese Frage muss der weitere Prozessverlauf klären.

Babic schildert, wie die NPD-Truppe die Platakabreißer in der Weberbach gesehen und gestellt habe. Die Situation sei eskaliert. „Ich wollte keine Gewalt und habe niemanden geschlagen oder getreten", sagt der NPD-Funktionär. Er habe nicht gesehen, wer genau das Opfer verletzt hat, aber er selbst sei es auf keinen Fall gewesen.

Mit Babics Aussage endet der erste Prozesstag. Die Verhandlung geht am 13. Oktober weiter. Dann wird das Opfer aussagen.

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