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A 60 bei Prüm seit zwei Wochen Baustelle: Umleitung zerrt an den Nerven

In Pronsfeld biegt der Verkehr auf die B 410 ab. Hupkonzerte sind dabei keine Seltenheit. TV-Foto: Frank Auffenberg
In Pronsfeld biegt der Verkehr auf die B 410 ab. Hupkonzerte sind dabei keine Seltenheit. TV-Foto: Frank Auffenberg FOTO: Frank Auffenberg (aff) ("TV-Upload Auffenberg"
Habscheid/Pronsfeld/Pittenbach/Watzerath. Auf der A 60 wird seit zwei Wochen zwischen Prüm und Bleialf gearbeitet. Eine Fahrtrichtung ist gesperrt. Die Orte entlang der Ausweichstrecke ächzen unter dem massiven Verkehr. Frank Auffenberg

Als ausgesprochen ruhiger, verkehrsfreier Ort ist Pronsfeld nicht unbedingt bekannt: Mitten durchs Dorf führt die Bundesstraße 410 - die Hauptschlagader im Verkehr zwischen Prüm und der luxemburgischen Grenze. "Wir sind eine volle Dorfstraße also gewöhnt und leben damit gut seit Jahrzehnten, jetzt ist es aber selbst uns etwas viel geworden", sagt Ortsbürgermeister Harald Urfels.

Der Schuldige ist schnell ausgemacht: Seit knapp zwei Wochen lenkt eine Umleitung den Autobahnverkehr aus Richtung Belgien an der Anschlussstelle Bleialf auf die Bundesstraße. Über Habscheid, Pronsfeld, Pittenbach und Watzerath geht es dann kurz vor Niederprüm zurück auf die Autobahn (der TV berichtete, siehe Info, siehe Grafik).

Die laufende Sanierung dreier Brücken macht die kleine Landpartie unvermeidbar. Während aus Fahrtrichtung Wittlich die Bauwerke einspurig passierbar sind, ist eine Sperrung der Gegenrichtung unvermeidbar. "Es wurden verschiedene Möglichkeiten geprüft, eine Ampelregelung auf der Autobahn hätte aber nicht funktioniert, weil sie einen großen Rückstau verursachen würde", sagt Herbert Klar, Leiter der Autobahnmeisterei Prüm.

Urfels hat Verständnis dafür: "Es geht halt nicht anders, damit fährt nun aber sehr viel Schwerlastverkehr durchs Dorf, der sonst nicht hier wäre." Noch halte sich der Protest der Anlieger in Grenzen: "Der eine oder andere hat sich bei mir gemeldet, vor allem, als die Strecke nachts voll gesperrt werden musste", sagt der Ortsbürgermeister.
Die Belastung sei groß, die meisten Autofahrer hielten sich aber an die nachträglich noch eingerichtete Tempo-30-Begrenzung. Im Kreuzungsbereich Hauptstraße und Lünebacher Straße lägen die Nerven mancher Fahrer schon oft blank. "Dort staut sich der Verkehr teils bis zum alten Bahnhof. Dann geht das Hupen los. Wir können nur um Geduld bitten und an die Vernunft aller Fahrer appellieren." Abgesehen von diesen offenbar unvermeidbaren Begleiterscheinungen steige aber die Sorge im Ort, dass alles bald noch viel schwieriger werde. Es geht nämlich das Gerücht um, die Autobahn werde demnächst jeweils nachts immer gesperrt. "Wenn diese Nachtsperrung wirklich kommt, wird es echt laut im Ort."

Herbert Klar gibt allerdings Entwarnung: "Das sind nur Gerüchte. Um die Baustelle einzurichten, mussten wir zweimal nachts sperren." Sobald eine Fahrtrichtung saniert sei, werde man noch mal nachts alle Spuren sperren müssen: "Um die Baustelle auf die andere Seite zu verlagern. Aber das wird schnell gehen." Richtig sei aber, dass die angekündigte beidseitige Sperrung im Sommer kommen werde, "um an der Möhnbachtalbrücke die Schnittstellen zwischen fester Fahrbahn und Brücke auszubessern".

Und wie sieht es in den anderen Orten aus? In Pittenbach sei man recht entspannt, sagt Ortsbürgermeister Matthias Pütz. "Wir bekommen nur wenig mit, der Verkehr muss hier ja nicht durch den Ort, sondern nur vorbei fahren." Watzerath wiederum leide schon mehr, sagt Dorfchef Rainer Kockelmann: "Es ist deutlich mehr Verkehr, aber noch in Ordnung. Wenn aber voll gesperrt wird und sich hier der Schwerverkehr begegnet, dann wird es auch für uns hart."
Eine Befürchtung, die Petra Diederichs, Ortsbürgermeisterin von Habscheid, uneingeschränkt teilt: "Wir haben das Ganze schon vor einem Jahr bei einer kürzeren Sperrung beobachten können. Ist nur eine Seite zu, ist es hart für uns, werden aber beide Fahrtrichtungen gesperrt, wird es teils gefährlich." Das sei heute schon zu beobachten, wenn LKW-Fahrer die Maut sparen wollten und die Gegenrichtung als Ausweichstrecke nutzten. "Das Problem besteht aber unabhängig von der Sperrung. Dafür muss noch eine langfristige Lösung gefunden werden", sagt sie.Extra: DREI BAUSTELLEN UND EINE GROßE SPERRUNG


Für etwa 7,7 Millionen Euro werden derzeit die drei Brücken über das Prümtal, das Mönbachtal und das Alfbachtal saniert. Um das Projekt möglichst schnell umzusetzen, wurden drei Bauprojekte ausgeschrieben und vergeben. Damit soll die Bauzeit möglichst kurz gehalten werden. Die Fertigstellung der somit eigentlich drei Baustellen ist für Oktober geplant.