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Abkehr von der Bahntrasse

Geht es nach FWG, SPD und Grünen, soll es schnell einen Radweg von Prüm nach Gerolstein geben.TV-Foto: Archiv/Cordula Fischer
Geht es nach FWG, SPD und Grünen, soll es schnell einen Radweg von Prüm nach Gerolstein geben.TV-Foto: Archiv/Cordula Fischer
Der Geduldsfaden ist gerissen: In einem gemeinsamen Antrag fordern die Freien Wähler (FWG), die SPD und die Grünen im Prümer Verbandsgemeinderat die unverzügliche Verwirklichung des Radwegs von Prüm nach Gerolstein - unabhängig vom Ausgang des Entwidmungsverfahrens für die ehemalige Bahnstrecke. Von unserem Redakteur Christian Brunker Von Christian Brunker

Prüm. Die nächste Sitzung des Prümer Verbandsgemeinderats am kommenden Dienstag, 23. Februar (19 Uhr, Ratssaal der Verbandsgemeinde), verspricht spannend zu werden: Gemeinsam fordern FWG, SPD und Grüne die sofortige Umsetzung des Radwegs von Prüm nach Gerolstein und damit die Anbindung des Prümtalradwegs an die Kylltal- und die Maare-Mosel-Strecke. Angesichts der Schwierigkeiten mit der Freistellung der stillgelegten Bahnstrecke, die für einen Abbau der Gleise und die Umwandlung in einen Radweg notwendig ist, sei ein langwieriges Verfahren mit ungewissem Ausgang abzusehen.

Kostenfrage als Knackpunkt



Daher soll die Verwaltung beauftragt werden, eine von der Bahntrasse unabhängige Strecke zu planen. Diese könnte über parallel verlaufende Wirtschaftswege geführt und damit auch besser in die Orte entlang der Strecke wie Schwirzheim, Gondelsheim oder Büdesheim integriert werden. Mit dem Vorstoß der drei Ratsfraktionen soll der jahrelange Stillstand beendet werden, betont die SPD-Fraktionsvorsitzende Barbara Hiltawski.

Knackpunkt der ganzen Geschichte ist indes die Kostenfrage. Denn ein paralleler Radweg würde teurer als der Weg auf der bereits bestehenden Trasse, dazu kämen die Kosten für den Unterhalt der Bahnstrecke, wie auch immer diese zukünftig genutzt werden soll.

Bereits vor zwei Jahren wurde über einen parallelen Radweg neben den Gleisen diskutiert, die Verwaltung schätzte damals die Mehrkosten auf mehr als eine Million Euro, daher sprach sich eine Mehrheit im Rat für den Radweg auf der Bahnstrecke aus. Es ist fraglich, ob sich daran etwas ändert, denn SPD, FWG und Grüne kommen zusammen nur auf 15 der 36 Sitze. Die CDU hat mit 19 Sitzen immer noch die absolute Mehrheit.

Liebe Leserinnen und Leser, was halten Sie von der Debatte über den Radweg und der Forderung von FWG, SPD und Grünen den Ausbau unverzüglich zu realisieren?

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Meinung

Gedanken über Alternativen

Lange haben die Prümer Ratsfraktionen dem Stillstand bei den Planungen zum Radweg nach Gerolstein zugeschaut, sich unter Verweis auf die ungewisse Entwidmung vertrösten lassen. Doch diese Geduld ist jetzt am Ende, SPD, FWG und Grüne wollen Taten beziehungsweise Bagger sehen - und das mit Recht. Denn noch immer ist nicht abzusehen, wann und ob überhaupt die Bahnstrecke entwidmet werden kann. Daher sollte man sich rechtzeitig Gedanken machen, wie eine Alternative aussehen kann. Denn immer noch fehlt die wichtige Verbindung zum Kylltalradweg. Das ist ein Zustand, den sich eine Tourismus-Region, die mit ihrem Radwegenetz wirbt, nicht noch einmal vier Jahre lang leisten kann. c.brunker@volksfreund.deHintergrund Die Bahnstrecke von Prüm nach Gerolstein wurde 1991 stillgelegt. Um diesen Zustand zu beenden und den Abschnitt touristisch zu nutzen, hat die VG Prüm die insgesamt rund 23 Kilometer lange Strecke im Dezember 2005 zusammen mit der Stadt Gerolstein gekauft - Kaufpreis rund 420 000 Euro, von denen 262 500 Euro auf die VG Prüm entfallen sind. Im VG-Rat fiel im Dezember 2007 die Entscheidung für die Umwandlung in einen Radweg, um so die benötigte Verbindung von Prümtal- und Kylltalradweg zu schaffen. Die ausstehende Entwidmung der Strecke blockiert seitdem ein Vorankommen der Radweg-Planungen. Denn für eine Entwidmung, für die das Eisenbahnbundesamt zuständig ist, ist es erforderlich, dass weder aktuell noch zukünftig ein Interesse besteht, die Strecke in ihrem ursprünglichen Zweck zu nutzen. Dies ist aber in Prüm nicht der Fall, denn die Vulkaneifelbahn (VEB) hat bereits mehrfach angekündigt, die Strecke touristisch mit Schienenbussen nutzen zu wollen. (ch)