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Acht Stunden Ausnahmezustand

Schauplatz des ersten Massen-Gentests in der Eifel: die idyllisch gelegene Eifelgemeinde Burbach. TV-Foto: Marcus Hormes
Schauplatz des ersten Massen-Gentests in der Eifel: die idyllisch gelegene Eifelgemeinde Burbach. TV-Foto: Marcus Hormes
Die Kripo Wittlich steht am morgigen Samstag in Burbach bereit zur Abnahme von Speichelproben nach einem Vergewaltigungsfall. Wie viele der eingeladenen 620 Männer tatsächlich in der Halle erscheinen, ist offen. Von unserem Redakteur Marcus Hormes

Burbach/Seiwerath. (cus) Bei der Suche nach dem Vergewaltiger einer Frau in Seiwerath-Dürrbach vom Mai 2007 erhoffen sich die Ermittler wertvolle Erkenntnisse aus einer besonderen Aktion. Sie haben 620 Männer aus umliegenden Dörfern schriftlich gebeten, freiwillig eine Speichelprobe abzugeben (der TV berichtete). Das daraus gewonnene DNA-Muster wird mit Spuren vom Tatort verglichen.Zwischen 9 und 17 Uhr am 1. März können die Männer in die Burbacher Mehrzweckhalle kommen, die die Ortsgemeinde (630 Einwohner) zur Verfügung stellt. Die 1995 gebaute Halle liegt in der Margarethenstraße, gleich neben Sportplatz, Feuerwehr-Gerätehaus, Grundschule und Kindergarten. "Schulklassen, Vereine, Gruppen und Familien nutzen oft unsere Halle, die mit einem Vorhang unterteilbar ist", berichtet Ortsbürgermeister Matthias Kails.

Mehr im Spaß kam der Gedanke auf, an der Theke im Foyer einen Ausschank für die Teilnehmer des Gentests zu machen, sozusagen zum geselligen Beisammensein. Die Kripo hielt in diesem Fall allerdings nichts davon.

Stattdessen dient das Foyer als Anmeldestelle für die Teilnehmer, die sich dort ausweisen müssen. Sie bekommen den richterlichen Beschluss ausgehändigt, der als Grundlage für einen solchen Massentest vorliegen muss.

Abrieb von der Mundschleimhaut

"Wenn die Testperson schriftlich einwilligt, macht ein Kripo-Beamter mit einem sterilen Wattestäbchen einen Abrieb im Mund", erklärt Kriminalhauptkommissar Winfried von Landenberg. Das Stäbchen mit den Körperzellen wird in einen Behälter gesteckt und zum Landeskriminalamt geschickt. Fällt der Abgleich mit der Tatort-Spur negativ aus, wird das DNA-Identifizierungsmuster komplett gelöscht.

Da im Vorfeld keine Anmeldung nötig ist und es zwei Ausweichtermine gibt, wissen die Fahnder nicht annähernd, wie viele Männer am Samstag wirklich nach Burbach kommen.