| 20:41 Uhr

(Achtung Aprilscherz!) 28 Millionen Euro: Die Dasburg wird auferstehen - Anlage soll nach neuentdeckten Plänen rekonstruiert werden

FOTO: (e_pruem )
Dasburg. Glück einer Grenzgemeinde: Die Dasburg soll nach alten Plänen wiederaufgebaut werden - und zwar komplett. Der Bund, das Land und die EU haben bereits einen kräftigen Zuschuss versprochen. Den wird man auch brauchen: Derzeit gehen die Planer von 28 Millionen Euro Baukosten aus - aber die Meldung stimmt (leider) nicht. Sie ist vielmehr ein Aprilscherz der Redaktion. Fritz-Peter Linden

Hinweis der Redaktion: Tut uns leid, aber das mit dem kompletten Wiederaufbau der Dasburg war, das Erscheinungsdatum sollte den entscheidenden Hinweis geliefert haben, ein Aprilscherz. Die Idee dafür stammte von Heiko Pint, bei dem wir uns hier für den schönen Spaß bedanken. Sämtliche Zitate waren aus der Luft gegriffen, und ob es in Amsterdam einen königlichen Staatsarchivar gibt, wissen wir überhaupt nicht. Und den Dasburgern drücken wir die Daumen, dass ja vielleicht doch irgendwann König Willem Alexander sich das noch einmal überlegt und ein paar Millionen für den Aufbau raushaut. fpl

--- Originaltext ----

Dasburg. "Das passt ja wunderbar", freut sich Dasburgs Ortsbürgermeisterin Beate Bormann: "Erst werden wir Schwerpunktgemeinde für die Dorferneuerung, die Arbeitsgruppen sind schon richtig aktiv - und dann diese Nachricht."
Grund für die Freude: Das Land Rheinland-Pfalz, vertreten durch die Generaldirektion Kulturelles Erbe, der Bund und die EU-Fördergremien haben dem kompletten Wiederaufbau der Dasburg zugestimmt. Derzeit werden die Baupläne entwickelt - dabei wusste man lange nicht, wie die Originalburg aus dem 14. Jahrhundert ausgesehen hat.

Vor wenigen Wochen aber kam den Dasburgern eine alte Verbindung zugute. Denn bekanntlich sind ja die niederländischen Könige auch "Herren der Dasburg" - und auf einem alten Mühlenspeicher im Nachbarland fand man bei Reparaturarbeiten eine verblasste Zeichnung der Originalburg, die zwischen zwei versteinerten Käserollen jahrhundertelang vor sich hingeschlummert hatte.

"Das war totaler Zufall - und ein Riesenglück", sagt auf TV-Anfrage der königliche Staatsarchivar Joop van der Verjendorp. "Wir haben uns dann sofort bei den Rheinland-Pfälzern gemeldet." Die Kosten für den Wiederaufbau, nach vorläufiger Schätzung rund 28 Millionen Euro, teilen sich die EU, der Bund, das Land, die Verbandsgemeinde Arzfeld und die Ortsgemeinde, die mit zehn Prozent, also 2,8 Millionen, einen immer noch dicken Brocken aufbringen muss.Gemeindechefin zuversichtlich


"Das wird eine Riesenanstrengung", sagt Beate Bormann. "Aber die Dasburger haben schon einiges hinbekommen, das hat ja auch die Übernahme des alten Forsthauses auf der Burganlage gezeigt" (der TV berichtete). Zudem haben sich einige Dasburger Unternehmen dazu bereit erklärt, mitzuhelfen: "Wir haben uns unseren alten Steinbruch aus dem 17. Jahrhundert noch mal angeschaut", sagt Heiko Pint, Chef von Pint Bau mit Sitz in Das-, Neuer- und Luxemburg. "Den werden wir reaktivieren und 1000 Kubikmeter Natursteine für die Mauern liefern."
Das sei Ehrensache, sagt Pint: "Wir sind eine alteingesessene Dasburger Familie und finden es total gut, dass die Burg wieder aufgebaut wird, um auch den Tourismus zu fördern."

Eine weitere Idee: ein Wegezoll für eine bestimmte Zeit. "Denn die täglich mehr als 10 000 Auto- und LKW-Fahrer haben ja beste Aussicht auf die Burg, wenn sie hier durchkommen", findet Pint.
Apropos Durchreisende: Im Hauptgebäude sollen auch spezielle Sammelunterkünfte, allerdings hochpreisig, eingerichtet werden: für Wirtschaftsflüchtlinge, die ihr Geld nach Luxemburg bringen. "Wir finden nämlich, dass eine gute Willkommenskultur alle einschließen muss", sagt Beate Bormann.

Die Malerfirma Kremer hat zugesagt, 1000 Quadratmeter Innenlehmputz fachgerecht aufzutragen, das Basismaterial soll in der Lehmkaul am Ortsrand abgebaut werden. Und noch jemand hat seine Unterstützung zugesagt: König Willem Alexander von den Niederlanden will einen hohen sechsstelligen Betrag spendieren. Immerhin seien es ja vor allem seine Landsleute, die die Burg besichtigen. Eventuell werde Willem, so heißt es in königsnahen Kreisen, sogar mit Gattin Maxima vorbeischauen, wenn die Eröffnung steige. Und Andreas Kruppert, Bürgermeister der VG Arzfeld, will an diesem Tag eine Ausnahme machen: Normalerweise tritt der Kommunalchef, zugleich Sänger bei den Dompiraten, nicht in seiner VG auf. "Aber auf der neuen Burg, verdammt, da muss das sein", sagt Kruppert.

Wenn alles klappt, wäre das in gut drei Jahren. Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Gerolstein hat allerdings Bedenken geäußert. "Wir wollen ja in den kommenden Jahren die Ortsdurchfahrt erneuern", sagt LBM-Chef Harald Enders. "Das will alles koordiniert sein. Aber dem Wiederaufbau werden wir uns natürlich nicht in den Weg stellen."
Die Ortsgemeinde sitzt bereits an einem Konzept zur Belebung der Anlage. Nach Absprache mit den Verantwortlichen für das luxemburgische Nachbarschloss Vianden soll täglich ein Bus zwischen den beiden historischen Bauten pendeln, um die jährlich etwa 100 000 Besucher des Schlosses Vianden auch nach Dasburg zu bringen. "Da bin ich sofort dabei", sagt Busunternehmer Werner André. "Wir haben noch einen historischen Bus aus dem Jahr 1958, der muss allerdings aufgerüstet werden, mit Katalysator und so, damit er hinten raus nicht so müffelt."

Das Gasthaus Jul plant wöchentliche Rittergelage, der Verein Historisches Dasburg Theaterstücke - "wir haben da was über Till Eulenspiegel in Arbeit", sagt der Vorsitzende Christian Nosbüsch. Ein Falkner soll seine Vögel steigen lassen, und der Drohnenclub Daleiden will Flugwettbewerbe ausrichten unter dem Titel "Game Of Drones".Meinung

Und anpacken!
Gut, das wäre auch billiger gegangen: Das Land hat ja gerade erst für drei Millionen die Burgreste saniert. Aber wer hätte da schon gedacht, dass noch einmal ein alter Bauplan auftaucht? Und dass Bund, Land und EU mitziehen? Jetzt heißt es, das unerwartete Glück beim Schopf zu ergreifen. Aber in Dasburg ist man offenbar zu allem bereit. f.linden@volksfreund.de

--------Hinweis der Redaktion: Tut uns leid, aber das mit dem kompletten Wiederaufbau der Dasburg war, das Erscheinungsdatum sollte den entscheidenden Hinweis geliefert haben, ein Scherz. Die Idee dafür stammte von Heiko Pint, bei dem wir uns hier für den schönen Spaß bedanken. Sämtliche Zitate waren aus der Luft gegriffen, und ob es in Amsterdam einen königlichen Staatsarchivar gibt, wissen wir überhaupt nicht. Und den Dasburgern drücken wir die Daumen, dass ja vielleicht doch irgendwann König Willem Alexander sich das noch einmal überlegt und ein paar Millionen für den Aufbau raushaut. fpl

Bürgermeisterin Beate Bormann (rechts) hat schon das passende Gewand.
Bürgermeisterin Beate Bormann (rechts) hat schon das passende Gewand. FOTO: (e_pruem )