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Straßenbau
Neuer Platz mit traditionsreichem Namen

Und super Parken kann man dort jetzt auch: der neue Prümer Duppborn.
Und super Parken kann man dort jetzt auch: der neue Prümer Duppborn. FOTO: Fritz-Peter Linden
Prüm. Schon immer nannte man die Ecke zwischen Kloster-, Ritz- und Hahnstraße Duppborn, allerdings nie offiziell. Nach dem Umzug des Bushofs und der Gestaltung der ganzen Umgebung darf sie jetzt auch amtlich so heißen. Von Frank Auffenberg

Die Prüm ist seit Jahrhunderten die Lebensader der Stadt, doch noch bis vor wenigen Jahrzehnten verunreinigten sie viele Gerbereien. Mit Frischwasser versorgten sich die Abteistädter an anderen Stellen. „Unter anderem am Duppborn, einem Brunnen, in dem zwei Quellen zusammenliefen“, sagt die Basilikaführerin Monika Rolef. Der Name sei in Prüm noch erstaunlich geläufig, sagt sie, dabei sei er offiziell bisher nirgends genutzt worden. Der Stadtrat hat nun aber beschlossen, das Gelände, auf dem der Brunnen einst stand, auch von amtlicher Seite aus treffend zu benennen. „Am Duppborn“ lautet nun der offizielle Name des bisher unbenannten Platzes.

„Die Fläche hat sich in den vergangenen 70 Jahren sehr oft verändert, aber auch, wenn die Prümer sie immer schon so nannten, nie hieß sie offiziell ‚Am Duppborn’. Ich freue mich sehr, dass es nun doch so weit ist und an dieser Stelle an die lange Geschichte des Duppborns erinnert wird“, sagt Monika Rolef.

Wann die Menschen in Prüm damit begannen, Quellwasser aus dem Umland in die Abteistadt zu leiten, ist unbekannt, aber fest steht, dass bereits im Mittelalter Leitungen zum Duppborn führten. „Man geht davon aus, dass der Brunnen aus zwei Quellen gespeist wurde – deswegen auch der Name, der frei übersetzt Doppel-Quelle heißt“, sagt die Basilikaführerin. Die eine Quelle habe in direkter Nachbarschaft zum Kloster gelegen. „Die andere wiederum lag im Tettenbusch. Vermutlich ist es der Brunnen, der heute das Kneippbecken im Kurpark speist“, sagt Monika Rolef.

Nicht etwa durch Stein- oder Metallleitungen, sondern durch ausgehöhlte Eichenstämme habe man das Trinkwasser von dort aus bis zu einer eisernen Brunnensäule geführt. „Sie war am späteren Hotel Engel angebracht. Als der Westwall gebaut wurde, ließen die Nationalsozialisten das Gebäude aber samt Brunnen 1940 niederlegen, um die Straße für die Baufahrzeuge zu verbreitern.“

Als 1949 das Haus Baldauf gebaut wurde, erinnerte man sich an den Brunnen und brachte eine Nachbildung an der Hauswand an. „Die verschwand dann aber wieder, als auch dieses Haus 1987 abgerissen wurde.“ Fast zwanzig Jahre lang plätscherte dann kein Wasser mehr am Duppborn.

Kurz vor der Jahrtausendwende fand sich dann aber eine Interessengemeinschaft aus Anliegern zusammen, die für die Wiederherstellung des Brunnens erfolgreich Geld sammelten. Stolze 25 000 Mark kamen unter anderem mit dem Verkauf von Kirmeskuchen zusammen, doch bis der Brunnen tatsächlich wieder aufgebaut wurde, sollte noch weitere Zeit vergehen. „2006 war dann aber alles fertig. Der Pflastermeister Jakob Jakobs hatte einen massiven Trog gemeißelt“, sagt Monika Rolef. Der Bildhauer Valentin Dietzen wiederum gestaltete eine Brunnenfigur des Prümer Originals „Welle Kättchen“ von der Ritz samt Ziege (siehe Info).

Das Umfeld wurde seitdem liebevoll von den Damen der Initiative Frauenschuh gepflegt und hatte schon einen angestammten Platz beim Prümer Blumenwettbewerb. An Fronleichnam wurde dort auch jährlich ein Blumenaltar aufgebaut.

„Mit der Sanierung des Hahnplatzes verschwand dann aber nicht nur das Buswartehäuschen – auf das wir übrigens bei der Platzgestaltung schon vorher gern verzichtet hätten –, sondern auch der nun schon wieder nicht mehr ganz so neue Duppborn“, sagt Monika Rolef. Es gebe aber gute Nachrichten: „Der Platz ist nicht nur umbenannt, demnächst wird er auch wieder mit den alten Brunnenfiguren ausgestattet, und auch ein neuer Brunnentrog soll bald kommen.“

Der werde aber „wie seit dem Abriss des Originals 1940 kein Quellwasser mehr führen. Schade eigentlich, ich erinnere mich noch daran, dass es, als ich ein kleines Mädchen war, beliebt für seine Weichheit war und damit optimal zum Kaffeekochen – übrigens haben es die Gerber auch sehr geschätzt.“

Nach Auskunft der Verbandsgemeindeverwaltung sei der neue Trog vorige Woche bestellt worden. „Er wird passend zu den verlegten Steinen aus Basalt sein“, sagt Monika Rolef. „Ich hoffe, dass wir schon Fronleichnam dort wieder unseren Altar aufbauen können.“

Und super Parken kann man dort jetzt auch: der neue Prümer Duppborn. Foto: Fritz-Peter Linden
Und super Parken kann man dort jetzt auch: der neue Prümer Duppborn. Foto: Fritz-Peter Linden FOTO: Fritz-Peter Linden
Und super Parken kann man dort jetzt auch: der neue Prümer Duppborn. Foto: Fritz-Peter Linden
Und super Parken kann man dort jetzt auch: der neue Prümer Duppborn. Foto: Fritz-Peter Linden FOTO: Fritz-Peter Linden
Seit dem Mittelalter wurde hier Wasser aus dem Duppborn geschöpft, erst seit wenigen Tagen erinnert der neue Name des Platzes an seine einstige Funktion. Foto: Frank Auffenberg
Seit dem Mittelalter wurde hier Wasser aus dem Duppborn geschöpft, erst seit wenigen Tagen erinnert der neue Name des Platzes an seine einstige Funktion. Foto: Frank Auffenberg FOTO: Frank Auffenberg