| 21:38 Uhr

Auf wackligen Stämmen

Außen hart, innen morsch: Die Fichten im Kurpark. TV-Foto: Christian Brunker
Außen hart, innen morsch: Die Fichten im Kurpark. TV-Foto: Christian Brunker
Viel zu tun für die Waldarbeiter des Forstamts Prüm: Weil viele Bäume im Kurpark faul sind und nicht mehr sicher stehen, mussten sie gefällt werden. Der Grund: Viele der über 100 Jahre alten Bäume tragen noch Granatsplitter aus dem Zweiten Weltkrieg in sich, die im Laufe der Jahre die Fäulnis ausgelöst haben.

Prüm. (ch) Viele dicke Bäume, die von außen für den Laien noch völlig gesund aussehen, sind in dieser Woche im Prümer Kurpark den Sägen der Forstarbeiter zum Opfer gefallen. Der Grund für die Aktion zeigt sich, wenn man sich die gefällten Stämme genauer ansieht: Die Kerne sind oft völlig verfault, die ganze Last wird nur noch von einer wenige Zentimeter dicken Schicht am Rand getragen. "Es war höchste Zeit, dass wir die gefällt haben", sagt Reimund Köhl, der zuständige Revierförster. Knapp 40 der rund 110 Jahre alten Fichten waren betroffen.

Der Grund für die Fäulnis liegt über 60 Jahre zurück: Im Zweiten Weltkrieg war die Bahnlinie, die unterhalb des Kurparks verläuft, das Ziel von Fliegerangriffen. Die Spuren davon finden sich in Form von Bomben- und Granatsplittern noch immer in den Bäumen. "Diese Splitter haben damals die Rinde beschädigt, so dass Keime in den Stamm eindringen konnten", sagt Köhl.

Einige Fichten im Bereich unter dem Hotel Tannenhof sind durch Borkenkäferbefall abgestorben - auch hier muss die Kettensäge ran. Im Zuge dieser Baumfällaktion wird auch der im mittleren Teil des Parks stehende Nadelholzbestand regulär durchforstet.

Wegen dieser Arbeiten musste der Kurpark zum großen Teil für die Öffentlichkeit gesperrt werden. Köhl hofft, dass die Arbeiten am heutigen Freitag abgeschlossen werden können.