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Straßenbau
Schlangen verzögern Ausbau der B 410

Schon jetzt ein Nadelöhr: Der Verkehr zwischen Luxemburg und dem Islek wird über die B410 durch das Zentrum von Dasburg geführt.
Schon jetzt ein Nadelöhr: Der Verkehr zwischen Luxemburg und dem Islek wird über die B410 durch das Zentrum von Dasburg geführt. FOTO: Frank Auffenberg
Dasburg/Arzfeld . Daleiden ist fertig, Irrhausen endlich abgeschlossen und auch bis Dasburg ist die Bundesstraße frisch saniert. Zwischen der Our-Brücke und dem Ortsausgang ging es noch nicht voran. Grund waren schützenswerte Reptilien. Von Frank Auffenberg

Für alle Pendler, die im Prümer Raum oder im Islek wohnen und in Luxemburg arbeiten, ist die Bundesstraße 410 die wichtigste und direkteste Verbindung ins Nachbarland: Unzählige Baustellen strapazierten dabei in den vergangenen Jahren die Nerven der Autofahrer (der TV berichtete). „Aber ein Ende zeichnet sich langsam ab - nicht so schnell wie wir dachten, aber immerhin geht es nun weiter“, sagt Andreas Kruppert, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Arzfeld.

Nachdem die B♦410 durch Daleiden und Irrhausen nun fertig saniert ist, wartet die Region eigentlich nur noch auf die Renovierung der Dasburger Ortsdurchfahrt. „Das Projekt liegt bei uns schon lange auf dem Tisch, hat es uns in der Planungsphase aber schwer gemacht“, sagt Kruppert. Um nämlich den Verkehr zumindest einigermaßen frei fließen zu lassen, während das Nadelöhr in Dasburg auf Vordermann gebracht wird, muss erst mal für eine anständige Umleitungsstrecke gesorgt werden. „Und das war nicht so einfach wie gedacht“, sagt Kruppert.

Zwar hat man mit der Straße Neuenweg (K♦149) die richtige Strecke gefunden –  komfortabel kann der Verkehr ab dem Ortszentrum steil den Berg hinauf in Richtung Dahnen geführt werden – doch die idyllische Strecke ist nicht nur bei Umleitungsplanern beliebt. „Es stellte sich raus, dass dort die seltene Schlingnatter lebt. Bevor nur ein Spatenstich gemacht werden kann, mussten alle Tierchen umgesiedelt werden“, sagt Kruppert. Und so ein Umzug dauert halt. „Genau genommen verzögerte die Schlingnatter das Projekt bisher um knapp anderthalb Jahre“, sagt er (siehe Info).

Beate Bormann, Bürgermeisterin von Dasburg, ist nun zuversichtlich: „Es war schon kurios, aber wir hoffen, dass nun alle Nattern eine neue Heimat gefunden haben. Bis August musste der Umzug laufen, dann fangen die Nattern an, ihre Winterquartiere zu suchen“, sagt sie. Beate Bormann hofft, dass es nun schnell voran geht. „Jüngst haben wir ja mit Bauarbeiten gute Erfahrungen gemacht. Nach längerer Arbeit, die aber genau im Zeitplan lag, ist die Burg seit Mittwoch nun auch wieder über die instandgesetzte Brücke zu erreichen – besonders Brautpaare wird das freuen“, sagt sie.

Dass in Dasburg auf langer Sicht erstmal weiter gebuddelt, gebaut und gebaggert werde, wertet sie als gutes Zeichen. „Es geht halt voran bei uns. Bald stehen die nächsten Sanierungen am alten Forstamt an. Wenn das dann fertig ist, geht es im Frühjahr hoffentlich schon weiter mit den Straßen.“

Dass es tatsächlich noch etwas dauern wird, bestätigt Helmut Bell, Mitarbeiter des Landesbetriebs Mobilität Gerolstein. Die Detailplanungen seien fast fertig. Allein die steile Lage der Strecke bereite noch Abstimmungen. „Dafür werden wir voraussichtlich am 7. November nochmal zu einer Bürgerversammlung einladen. Der Termin muss noch mit verschiedenen Stellen abgestimmt werden“; sagt Beate Bormann.

Bei der Bürger-Versammlung werde es im Besonderen um die hohen Stützmauerkonstruktionen und verschiedene Absturzsicherungen gehen, sagt Bell. Abgesehen von den Details zur Mauer stünden die Planungen aber. Die Baukosten betrügen voraussichtlich 2 bis 2,5 Millionen Euro, teilt der LBM Gerolstein mit. Allein rund eine Million werde wohl die Erneuerung der Stützwand kosten. Bell geht davon aus, dass man 2020 mit der Sanierung beginnen werde. Bis dahin werde die K♦149 als Umleitungsstrecke ausgebaut.

„Hier sind die abgängigen Stützmauern zu erneuern, beziehungsweise instand zu setzen“, sagt Bell. Das Baurecht für die Aufwertung des Neuenwegs liegt bereits vor. Der LBM Gerolstein plane, die Arbeiten im kommenden Frühjahr aufzunehmen und im Herbst 2019 abzuschließen. „Die Schlingnatter wird sich dann hoffentlich schon in ihrem neuen Revier eingelebt haben“, sagt Kruppert.

Während der B♦410-Sanierung solle auch die Buslinie von Prüm nach Luxemburg über die Ausweichstrecke geführt werden. „Wegen der beengten Verhältnisse wird dies mit einer Ampel geregelt“, sagt Bell. Ähnlich wie beim Ausbau der Irrhausener Ortsdurchfahrt wird der Schwerlastverkehr aber großräumig um die Baustelle herumgeführt.

Weitere Informationen zu Dasburg und zur Bürgerversammlung im Internet unter: www.dasburg.de

Die Schlingnatter hat den Ausbau der B410 indirekt um 1,5 Jahre verzögert.
Die Schlingnatter hat den Ausbau der B410 indirekt um 1,5 Jahre verzögert. FOTO: picture alliance / dpa / Benny Trapp