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Straßenbau
Die Träger werden träger

Die B51-Brücke bei Willwerath. Ihre waagerechten Betonträger werden in den kommenden Monaten verstärkt.
Die B51-Brücke bei Willwerath. Ihre waagerechten Betonträger werden in den kommenden Monaten verstärkt. FOTO: Fritz-Peter Linden
Willwerath. Die Willwerather Brücke auf der Bundesstraße 51 muss saniert werden, an einigen Tagen wird dafür der Abschnitt zwischen Olzheim und Brühlborn vollständig gesperrt – zum ersten Mal bereits am nächsten Sonntag. Von Fritz-Peter Linden
Fritz-Peter Linden

Die Bundesstraße 51 bleibt eine Baustelle: Der Landesbetrieb Mobilität in Gerolstein (LBM) hat bekanntgegeben, dass als nächstes die Brücke in Höhe von Willwerath saniert werden muss.

Was genau wird gemacht? „Eine Ertüchtigung des Brückenüberbaus durch Anbringung externer Längsspannglieder“ – so steht es in der Mitteilung. Das bedeute, sagt Bruno von Landenberg vom LBM, dass die zwei Betonträger, die an beiden Seiten über die gesamte Brückenlänge auf den sieben Pfeilern liegen und die Last nach unten ableiten, verstärkt werden müssen.

Die Umleitung gilt zunächst nur am Sonntag, 5. August.
Die Umleitung gilt zunächst nur am Sonntag, 5. August. FOTO: Johannes Schramm

Um zu verstehen, was nun gemacht werde, müsse man sich die Balken vorstellen wie eine Reihe von Dominosteinen, „mit denen man versucht, eine Brücke herzustellen. Das funktioniert nicht, sie fallen nach unten weg. Drückt man sie jedoch an den Enden mit den Händen zusammen, dann können Sie die ganze Reihe hochheben und sogar noch von oben belasten“, sagt von Landenberg. Je mehr Kraft man also beim Zusammenpressen aufwendet, desto mehr Last kann von oben aufgenommen werden.

Die B51-Brücke bei Willwerath. Ihre waagerechten Betonträger, die auf den Pfeilern ruhen, werden bis Dezember verstärkt.
Die B51-Brücke bei Willwerath. Ihre waagerechten Betonträger, die auf den Pfeilern ruhen, werden bis Dezember verstärkt. FOTO: Fritz-Peter Linden

Und so ähnlich ist es mit der Brücke: Weil die Träger nicht mehr den Anforderungen entsprechen, erhalten sie an den „Kopfenden“ neue Betonblöcke als Anker. Dazwischen wird auf der gesamten Länge, an beiden Seiten und über alle sieben Brückenpfeiler hinweg, ein stählernes Seil gezogen. Und am Ende der Arbeiten wird das Seil zwischen den neuen Ankerblöcken angespannt. „Dadurch wird dann mehr Druck in die Träger gebracht“, sagt Bruno von Landenberg. „Und so können diese mehr Last tragen.“

Die B51-Brücke bei Willwerath. Ihre waagerechten Betonträger werden in den kommenden Monaten verstärkt.
Die B51-Brücke bei Willwerath. Ihre waagerechten Betonträger werden in den kommenden Monaten verstärkt. FOTO: Fritz-Peter Linden

Das wird sich, wie zu erwarten, hinziehen: Die Arbeiten auf einer Länge von etwa 235 Metern sollen am Sonntag, 5. August, beginnen und bis Anfang Dezember dauern.

Die B51-Brücke bei Willwerath. Ihre waagerechten Betonträger werden in den kommenden Monaten verstärkt.
Die B51-Brücke bei Willwerath. Ihre waagerechten Betonträger werden in den kommenden Monaten verstärkt. FOTO: Fritz-Peter Linden

Auf Sperrungen will man zwar während der Sanierungsphase weitgehend verzichten, die rund 12 000 Fahrzeuge, die täglich über die 51 rollen, sollen deshalb in den kommenden vier Monaten eingebremst und an der Baustelle vorbei geleitet werden.

Allerdings müssen dafür zunächst am 5. August, dem übernächsten Sonntag also, die Absperrungen entlang der Baustelle aufgestellt und eingerichtet werden. Und deshalb wird die Straße von 7 Uhr bis 21 Uhr zwischen Olzheim und Brühlborn komplett gesperrt. Der Nord-Süd-Verkehr wird an diesem Tag umgeleitet – und auch durch Prüm fahren müssen. Den Sonntag wählte man dafür aus, weil an diesem Tag keine Lastwagen fahren dürfen – sofern die Transporte nicht eine spezielle Genehmigung haben.

Im Zuge der Sanierungsarbeiten soll es aber an weiteren Tagen zu Vollsperrungen kommen. Das gilt für die Verkehrsführung, die für den zweiten Bauabschnitt von der einen zur anderen Seite verlegt wird – und am Ende, wenn sie abgebaut wird.

Hinzu kommen aber noch fünf weitere Sperr-Termine. Unter anderem dann, wenn die Betonarbeiten vorgenommen werden – damit die Brücke zu diesen Phasen nicht durch den Verkehr in Schwingung gebracht wird. Die Daten für diese Sperrungen will der LBM rechtzeitig bekannt geben.

Die Sanierung der Brücke soll 1,75 Millionen Euro kosten, die Arbeiten werden komplett vom Bund bezahlt.

Die Umleitung (siehe Grafik) führt von der Anschlussstelle Olzheim über die Landesstraße 23 zur Halben Meile, von dort über die B 265 nach Prüm und von dort wieder zur B 51 – und umgekehrt. Zeitverlust laut LBM: sieben Minuten.

Es wird nicht die letzte Baustelle an der Straße sein: Anfang September, sagt Bruno von Landenberg, beginne die Sanierung des vierspurigen Abschnitts zwischen Stadtkyll und der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen. „Die Entwässerung und die Fahrbahn werden komplett erneuert“, sagt von Landenberg. Eine Sperrung sei dann jedoch nicht vorgesehen, der Verkehr werde durch die Baustelle geführt.