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Bahnhofssanierung Jünkerath: Großer Umbau bei laufendem Betrieb

 Großbaustelle Bahnhof: die Arbeiten in Jünkerath. TV-Foto: Fritz-Peter Linden
Großbaustelle Bahnhof: die Arbeiten in Jünkerath. TV-Foto: Fritz-Peter Linden FOTO: (e_pruem )
Jünkerath. Eine wichtige Hürde bei der Modernisierung des Jünkerather Bahnhofs ist genommen: Gleis 3 wurde komplett abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Während der Arbeiten an den Hauptgleisen steht nun also ein neuer Bahnsteig zur Verfügung, auf den der Verkehr, wenn nötig, umgeleitet werden könnte. Frank Auffenberg

Jünkerath. Das ging mal fix - im Juni haben die Modernisierungsarbeiten am Jünkerather Bahnhof begonnen, jetzt kann bereits der erste Etappensieg verkündet werden: Das sogenannte Schülergleis wurde im ersten Bauabschnitt samt Bahnsteig abgerissen und ist durch eine neue Anlage ersetzt. "Der Umbau am Gleis 3 ist damit abgeschlossen. Alles lief reibungslos", sagt Jünkeraths Ortsbürgermeister Rainer Helfen.Die ersten 180 Meter


Auf 180 Metern habe man den Bahnsteig im Ganzen erneuert und höher gelegt. Um 76 Zentimeter - gemessen an der Schienenoberkante - wurde der Bahnsteig angehoben. "Die Beleuchtungsanlage ist ebenfalls montiert. Diese Arbeiten mussten zuerst gemacht werden, um nun an Gleis 1 und 2 abwechselnd arbeiten zu können", sagt Helfen.
Müssten diese Gleise nun gesperrt werden, könne der Zugverkehr auf das schon Fertige umgeleitet werden (der TV berichtete). "Wir wollen möglichst wenig Schienenersatzverkehr einsetzen", sagt Helfen.
Ebenfalls günstig dafür seien die Überlängen der Gleise im Jünkerather Bahnhof. "So kann teils an einer Stelle gearbeitet werden, während man mit den Arbeiten an anderer Stelle noch warten kann." Und gearbeitet wird weiter im Eiltempo.
Damit die Hauptgleise auch während der Modernisierung erreichbar sind, wurde am Ende des Parkplatzes ein Behelfszugang eingerichtet, auch um ohne Verzögerungen die Arbeiten an der neuen Unterführung in Angriff zu nehmen.Bisher keine Komplikationen


Wo demnächst Bahnreisende unter den Gleisen durchgehen können, wurden bereits neun Meter lange Sicherungsdielen mit einem 90 Tonnen schweren Gerät in die Erde gerammt - bis zum massiven Felsen unter dem Bahnhof. Damit weiter Züge über die noch zu bauende Unterführung rollen können, wurden an zwei Tagen zehn Tonnen schwere Behelfsbrücken in das Gleisbett eingesetzt.
"Ein ziemlicher Aufwand, der sich für die Bahnreisenden aber lohnt. Die Hilfsbauwerke garantieren nämlich, dass die Arbeiten auch weiterhin während des laufenden Zugbetriebs umgesetzt werden können", sagt Helfen.
Der Ortsbürgermeister ist erleichtert, dass das Großprojekt so gut vorankommt: "Der Arbeitsfortschritt liegt im Zeitplan und verläuft ohne Komplikationen." Als nächste Schritte stünden nun die Neuaufbauten der Gleise 1 und 2 an, sowie die Bodenarbeiten an der neuen Unterführung. Sie solle nach den bisherigen Planungen schon zum Jahresende wieder begehbar sein.
Bis alles fertig sei, dauere es leider noch etwas, sagt der Ortsbürgermeister. Er danke den Bürgern und Bahnkunden sehr für ihre Geduld. "Leider kommt es bei diesen Arbeiten ja auch zu Belästigungen durch Lärm, Schmutz und Staub." Alle Beteiligten seien auch offen für Anregungen und Tipps. "Wenn jemand Ideen hat, wie man vielleicht noch etwas verbessern könnte, soll er uns gerne ansprechen oder schreiben", sagt Helfen.
Anregungen, Tipps und Vorschläge von Bürgern werden per E-Mail entgegengenommen. Die Anschriften: juenkerath@zerna-pm.eu oder info.juenkerath@oberekyll.deExtra

Der Umbau der Station in Jünkerath hat im Juni begonnen - nach mehr als zehn Jahren Vorbereitung und Verhandlungen zwischen Kommune und Bahn. Die Arbeiten sollen sieben Millionen Euro kosten und werden voraussichtlich bis Juli 2016 dauern. Was wird neu gemacht? Praktisch alles: Bahnsteige, Beleuchtung, Personenunterführung und Treppen, ein Aufzug und barrierefreie Rampen zum Außenbahnsteig und dem Bahnhofsvorplatz. Wer zu den Gleisen will, muss ganz zum Ende des Bahnhofs in Richtung Gerolstein gehen oder fahren: Dort ist der - nicht barrierefreie - Behelfszugang, der über eine Holztreppe zu den Bahnsteigen führt. fpl