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Bundestagswahl 2017: Freie Demokraten bestimmen Jürgen Krämer zum Kandidaten im Wahlbezirk Bitburg

Jürgen Krämer tritt für die Freien Demokraten im kommenden Herbst als Direktkandidat für die Bundestagswahl an. TV-Foto: Frank Auffenberg
Jürgen Krämer tritt für die Freien Demokraten im kommenden Herbst als Direktkandidat für die Bundestagswahl an. TV-Foto: Frank Auffenberg FOTO: Frank Auffenberg (aff) ("TV-Upload Auffenberg"
Prüm/Bitburg/Daun/Wittlich. Die Freien Demokraten aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm, dem Vulkaneifelkreis und dem Kreis Bernkastel-Wittlich haben über ihren Kandidaten für die kommende Bundestagswahl abgestimmt. Der 45-jährige Brandscheider Jürgen Krämer wird als Direktkandidat im Herbst 2017 um die Gunst der Wähler zwischen Eifel und Mosel werben. Frank Auffenberg

Prüm/Bitburg/Daun/Wittlich. Nur zweieinhalb Jahre, nachdem der ehemalige Christdemokrat Jürgen Krämer (45) die Fronten wechselte und den Freien Demokraten beitrat, geht er im Herbst 2017 für die Liberalen zwischen Eifel und Mosel ins Rennen um einen Sitz im Landtag.BUNDESTAGSWAHL 2017


Insgesamt 42 FDP-Mitglieder aus dem Eifelkreis Bitburg-Prüm, dem Vulkaneifelkreis sowie dem Kreis Bernkastel-Wittlich bestimmten Krämer am Montagabend zum Direktkandidaten für den Wahlkreis Bitburg 202. Er umfasst neben dem Eifelkreis Bitburg-Prüm den Vulkaneifelkreis und Teile des Kreises Bernkastel-Wittlich.
Leichtes Spiel hatte er bei der Wahlkreismitgliederversammlung im Prümer Kongresszentrum allerdings nicht. Wurde vor vergangenen Wahlen bisher meist nur ein Kandidat vorgestellt, den die Liberalen dann absegnen konnten, bewarben sich diesmal gleich zwei Interessenten um die Kandidatur. Neben Krämer stellte sich nämlich auch der 40-jährige Unternehmensberater Sven Walla aus Hillesheim vor und bat seine Parteifreunde um ihr Vertrauen.

In einer Fragerunde stellten sich die Kandidaten dem Gremium. Krämer stellte dabei besonders seine wirtschaftlichen Kompetenzen heraus, Walla seine Erfahrungen in Sachen Marketing und Gesundheitswesen. Besonderes Interesse zeigten die Fragenden an den politischen Erfahrungen und Ambitionen der Bewerber.
Ein klarer Vorteil für Krämer, der seit 20 Jahren in der Kommunalpolitik aktiv ist: "Für mich ist die Bewerbung ein logischer Schritt nach meiner Landeskandidatur."

Walla wiederum trat erst vor einem Jahr in die FDP ein und gab an, sich erst vor knapp drei Wochen für die Kandidatur entschieden zu haben. Er unterlag in der Abstimmung mit 17 von 39 gültigen Stimmen.
Dass überhaupt zwischen zwei Kandidaten abgestimmt wurde, schmeckte übrigens nicht jedem Gast. "Ich bin seit 24 Jahren Mitglied in der FDP und wundere mich schon, dass es hier heute zu einer Kampfkandidatur kommt", sagte Ulrich Hess aus Neuerburg. Er hätte sich eine bessere Abstimmung im Vorfeld gewünscht, auch um mehr Geschlossenheit zu zeigen. Das Plenum begrüßte diese Anmerkung mit Applaus, aber auch mit einem Zwischenruf aus den vorderen Reihen: "Das ist nun einmal zutiefst demokratisch."

Eine Feststellung, die von Marco Weber, parlamentarischer Geschäftsführer der FDP im Mainzer Landtag, in seinem Grußwort gleich aufgegriffen wurde. Er schätze es sehr, hier die Wahl zwischen zwei qualifizierten Kandidaten zu haben, drücke dies doch tatsächlich die Grundprinzipien der Demokratie aus. "Wir können wählen und müssen nicht per Zeitungsanzeige um Interessenten für eine Kandidatur werben", sagte er - sein Seitenhieb auf die SPD im Eifelkreis, die im Sommer per Stellenanzeige nach einem Bundestagskandidaten suchte.Extra

Jürgen Krämer ist 45 Jahre alt, seit Anfang Oktober Vorsitzender des FDP-Kreisverbands Bitburg-Prüm und lebt in Brandscheid. Nach einer Ausbildung bei der Volksbank Prüm und einem berufsbegleitenden Studium machte sich der diplomierte Bankbetriebswirt 2003 als Finanzdienstleister selbstständig. 2006 stieg nebenher mit seinem Bruder in die Bewirtschaftung des elterlichen landwirtschaftlichen Betriebes ein. Krämer ist seit Dezember 2013 Mitglied der FDP. Zuvor war er in der CDU aktiv und wurde 2015 für 20 Jahre kommunalpolitisches Engagement geehrt. Er ist erster Beigeordneter im Gemeinderat Brandscheid und Mitglied des Verbandsgemeinderats Prüm. Seit 30 Jahren ist Krämer musikalisch aktiv im Brandscheider Musikverein; seit 2013 ist er ehrenamtlicher Geschäftsführer des Kreismusikverbands Bitburg Prüm. Neben der Musik hat er ein weiteres Hobby: die Imkerei mit fünf Bienenvölkern. aff