| 21:15 Uhr

Das neue Prümer Dreigestirn

Die drei Beigeordneten (von links): Paul Hacken, Peter Feinen, Paula Sonnen – und VG-Chef Aloysius Söhngen. TV-Foto: Fritz-Peter Linden
Die drei Beigeordneten (von links): Paul Hacken, Peter Feinen, Paula Sonnen – und VG-Chef Aloysius Söhngen. TV-Foto: Fritz-Peter Linden FOTO: (e_pruem )
Prüm. Die Verbandsgemeinde Prüm hat drei neue Beigeordnete: Seit Dienstag sind Peter Feinen, Paula Sonnen und Paul Hacken als Nummer 1, 2 und 3 im Amt. Der Rat hörte und lobte außerdem die Jahresberichte von Verbraucherzentrale, Volkshochschule und Naturpark Nordeifel. Fritz-Peter Linden

Prüm. So ausgelassen war es schon lange nicht mehr im Rat der Verbandsgemeinde (VG) Prüm - aber nach zweieinhalb Stunden am Dienstagabend ist es auch Zeit für einen lockernden Witz. Den liefert Erdal Dogan von der SPD-Fraktion, der als Senior den Vorsitz bei Punkt 10 von VG-Chef Aloysius Söhngen (CDU) übernimmt: Jahresabschluss der VG und Entlastung des Bürgermeisters. Gerade hat Annette Schürmann (Bündnis90/Die Grünen) als Vorsitzende des Prüfungsausschusses mitgeteilt, dass man nichts zu beanstanden gefunden habe.
Dogan: "Dann bitte ich sie nun, abzustimmen ... Hände hoch!" Alle reißen lachend die Arme in Richtung Saaldecke. "Wer ist dagegen? Eigentlich niemand", verfügt Dogan. Abschluss genickt.
Selten herrscht so viel Einigkeit im Rat, selten aber auch braucht er so lange für alle Punkte. Vor allem bei der Wahl der drei Beigeordneten: Nach dem Ausscheiden des bisher hauptamtlich tätigen Jakob Weinand (der TV berichtete) muss jemand die Funktion übernehmen. Allerdings bis zur Fusion mit der Oberen Kyll nur als Ehrenamt. Alle drei Posten werden per Wahl neu vergeben, die Vorschläge sind natürlich bereits abgesprochen: So benennt Mathilde Weinandy von der CDU Peter Feinen (bisher zweiter Beigeordneter) aus Rommersheim als Kandidaten für Rang eins. Kein Gegenvorschlag, alle dackeln zur Urne. Ergebnis: 23 mal Ja, vier mal Nein, eine Enthaltung, Feinen ist gewählt, nimmt an und dankt.
Sie freuen sich drauf


Dann darf Barbara Hiltawski für die SPD Paula Sonnen (Prüm, bisher dritte Beigeordnete) ins Rennen schicken. Geht klar, mit 19 Ja-Stimmen, sechs mal Nein und drei Enthaltungen, danke, sie freut sich auf "die schöne Aufgabe".
Vorschlag für Nummer drei: Paul Hacken (Dausfeld), eingereicht von Erich Reichertz (FWG). Hacken, bis zu den vorigen Kommunalwahlen bereits einmal dritter Beigeordneter, holt das beste Ergebnis mit 24 mal Ja, zwei Nein und zwei Enthaltungen. Hacken: "Ich bedanke mich und freue mich schon auf den ersten Einsatz."
Drei Damen, drei Jahresberichte: Monika Hecken besetzt seit März 2014 den Stützpunkt der Verbraucherzentrale im Prümer Konvikt. Sie stellt noch einmal umfassend die Arbeit und das Angebot der gemeinnützigen Einrichtung vor. Im laufenden Jahr verzeichnet sie bisher 105 Kontaktaufnahmen von Bürgern, die sich in Prüm jeden Freitag von 10 bis 13 Uhr Rat und Hilfe geben lassen können (Bericht folgt). Edith Baur (CDU) möchte wissen, ob man nicht die Telefonnummer der Beratungsstelle angeben könne.
Das habe zwar in Prüm nicht viel Sinn, sagt Monika Hecken, weil sie dort freitags vor allem persönliche Gespräche anbiete - aber die Nummer, unter der sie an den anderen Tagen in Trier zu erreichen ist, soll ins Telefonbuch und noch einmal ins Amtsblatt aufgenommen werden (sie lautet 0651/48802). Fazit: ein wichtiges Angebot, die VG wird für den Stützpunkt weiterhin Geld beisteuern, und zwar 8800 Euro im Jahr.
Großes Lob auch für Hedwig Serwas, die ihr erstes volles Jahr als pädagogische Leiterin der Volkshochschule hinter sich hat. Die Zahl der Kurse (248, im Vorjahr 30 weniger) und Teilnehmer (3097, 583 mehr als zuvor) ist gestiegen. Erich Reichertz spricht für alle: Man habe den Eindruck, Hedwig Serwas sei "ein guter Griff" gewesen.
Das gilt offenbar auch für Anne Stollenwerk, die zum Jahresbeginn die Geschäfte im Naturpark Nordeifel von Alexander Wendlandt übernahm: Auch ihr Bericht wird mit sehr großem Zuspruch aufgenommen. Manko: das Geld, das vom Land bereitgestellt wird: "Wir müssen ganz gewaltig um die Mittel kämpfen", sagt Aloysius Söhngen.Extra

Der Bund ist ebenfalls dem Solidarpakt Windkraft in der VG beigetreten, da eventuell auf der Fläche der ehemaligen US-Radarstation eine oder zwei Anlagen errichtet werden sollen. Man sei weiter in Gesprächen für eine Nutzung des Radar-Turms als Aussichtsplattform, allerdings seien noch etliche Fragen offen. In der Verbandsgemeinde, vorrangig in der Stadt Prüm, sind derzeit 140 Flüchtlinge und Asylbewerber untergebracht, die Mehrheit allerdings aus sogenannten sicheren Herkunftsländern: Sie werden langfristig nicht bleiben, sagt der Bürgermeister. Für alle gelte, dass sie gut untergebracht seien und dass sich die Kommune um ihre Versorgung und den Kita- oder Schulbesuch kümmere. Bürgermeister Aloysius Söhngen teilte außerdem mit, dass Robert Trierweiler, Ortsbürgermeister von Sellerich und vielfältig engagierter Mann, in der vorigen Woche seiner schweren Krankheit erlegen ist. Die Fraktionen erhoben sich zu einer Minute stillen Gedenkens. fpl