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Die gute Seele der Prozession

Verleihung der Bistumsmedaille im Pfarrheim (von links): Ernst Meyer, Weihbischof Stephan Ackermann, Klaus Meyer mit Ehefrau Maria, Alois Engel, Friedrich Nickels und Pastor Robert Lürtzener. TV-Foto: Marcus Hormes
Verleihung der Bistumsmedaille im Pfarrheim (von links): Ernst Meyer, Weihbischof Stephan Ackermann, Klaus Meyer mit Ehefrau Maria, Alois Engel, Friedrich Nickels und Pastor Robert Lürtzener. TV-Foto: Marcus Hormes
Weihbischof Stephan Ackermann hat die Medaille des Bistums Trier an Klaus Meyer aus Prüm-Dausfeld verliehen. Seit 51 Jahren ist Meyer Brudermeister der Echternacher Springprozession, seit 28 Jahren ihr Leiter.

Prüm. (cus) "Das ist ein festliches und seltenes Ereignis", betonte Weihbischof Stephan Ackermann bei der Feierstunde im Prümer Pfarrheim St. Salvator. Zum ersten Mal verlieh der Weihbischof selbst "für herausragende Dienste im Sinne des Bistums" die große Medaille aus massiver Bronze.Ihr stolzer Träger heißt Klaus Meyer. 1955 pilgerte er zum ersten Mal mit der Springprozession von Prüm über Waxweiler nach Echternach (siehe Extra). Seit 1957 engagiert er sich als ehrenamtlicher Brudermeister. 1980 übernahm er die Gesamtleitung."Immer wissen, wie es weitergeht"

Ackermann, der die Pilger an Pfingstdienstag 2007 bei der Ankunft in Echternach begrüßt hatte, betonte den Ursprung der Prozession als Laienbewegung: "Wallfahrten erfahren eine Renaissance. Immer wieder neu werden auch junge Leute dafür begeistert."Die Urkunde für Klaus Meyer hatte Bischof Reinhard Marx vor seinem Wechsel nach München unterzeichnet "als Zeichen des Dankes und der Anerkennung für verdienstvolles Wirken in der Trierischen Kirche". Zu den ersten Gratulanten gehörten Meyers Ehefrau Maria und sein Sohn Ernst (49), inzwischen selbst einer von rund 20 Brudermeistern. Alois Engel aus Ellwerath, stellvertretender Vorsitzender der Brudermeister, Friedrich Nickels aus Waxweiler und Prüms Pfarrer Robert Lürtzener schlossen sich an.Meyer bedankte sich bei Stephan Ackermann für die Ehrung und steckte ihm im Gegenzug die Willibrordus-Medaille aus Echternach ans Revers."Ruhe bewahren, mal ein lockerer Spruch, und immer wissen, wie es weitergeht": Das ist laut Meyer bei der Leitung der Prozession mit mehr als 300 Teilnehmern gefragt. Die Reihenfolge der Rosenkränze, Lieder und Gebete aus dem Pilgerheft legen die Brudermeister fest und stimmen sie an. "Wir gehen auch auf die Wünsche von Pilgern ein, die gezielt für ihre Angehörigen beten möchten", erzählt Meyer. Besonders wichtig sind dem 75-jährigen Vertrauensmann des Prümer Stadtteils Dausfeld die guten Beziehungen zu Waxweiler und zum Willibrordus-Bauverein Echternach: "Das hat sich über viele Jahre bewährt."EXTRA Die Prozession: Start ist jedes Jahr am Pfingstsonntag um 12.55 Uhr in der Salvator-Basilika in Prüm. Betend und singend gehen die Pilger über die Straße. Die Strecke verläuft über Waxweiler, Neuerburg, Mettendorf und Bollendorf. Unterwegs machen die Pilger Halt bei vier Kreuzen: in Watzerath, in Höhe Merlscheid, hinter Krautscheid (In der Wahl, mit Ehrungen) sowie vor Bollendorf (Schwarzer Bruch). Am Pfingstdienstag erreichen die Pilger die Basilika in Echternach, wo sich das Grab des Heiligen Willibrord befindet. Nach einem feierlichen Pontifikalamt beginnt dort die weltbekannte Springprozession, in der die Pilger aus Waxweiler und Umgebung seit Jahrhunderten die erste Tanzgruppe bilden. Brudermeister: Die Jahreshauptversammlung der Brudermeister beginnt am Sonntag, 2. März, um 14 Uhr im Landhotel Wenzelbach in Prüm. (cus)