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Tourismus
Im Trippelschritt zum Lückenschluss

Um Radfahrer nach dem Verlassen der alten Bahntrasse sicher durch die Lücke im Gewerbegebiet zu führen, gilt jetzt Tempo 30 auf der Straße „Auf dem Werth“.
Um Radfahrer nach dem Verlassen der alten Bahntrasse sicher durch die Lücke im Gewerbegebiet zu führen, gilt jetzt Tempo 30 auf der Straße „Auf dem Werth“. FOTO: Frank Auffenberg / TV
Jünkerath. Die Initiative für den Kyllradweg will in Jünkerath die Strecke auch auf dem letzten Stück auf die alte Trasse bringen. Auch der Gemeinderat ist wieder aktiv geworden: Er plädiert ebenfalls weiter für einen durchgehenden Radweg. Von Frank Auffenberg

Zwei neue Leichtbaubrücken, eine neue Rampe am Glaadter Kirmesplatz und eine Brückensperrung für den Autoverkehr: Mehr braucht es nicht, um nach Vorstellung der Initiative Bahntrassenweg den Lückenschluss des Kyllradwegs bei Jünkerath kostengünstig umzusetzen. Wer nämlich aktuell die Strecke entlang fährt, muss bei Glaadt die alte Bahntrasse verlassen, wird durchs Gewerbegebiet „Auf dem Werth“ geführt, zur sogeannten Rathausbrücke geleitet und erst dort wieder auf den eigentlichen Radweg zurückgebracht (der TV berichtete).  Vertreter der Initiative haben jüngst im Landesverkehrministerium für ihr Vorhaben geworben. Sie haben Staatssekretär Andy Becht eine Unterschriftenliste und ein Konzeptpapier mit konkreten Umsetzungsvorschlägen überreicht.

„Staatssekretär Andy Becht zeigte sich sehr interessiert. Nachdem wir ihm die Schwierigkeiten des aktuellen Trassenverlaufs erklärt hatten, brachte er Verständnis für unser Anliegen auf“, sagt William Pratt, Mitbegründer der Initiative. Becht habe aber  nichts versprechen können: „Das Geld sei knapp, viele Tausend Kilometer Straßen würden von Mainz betreut, ein Projekt wie der Lückenschluss sei nicht im Handumdrehen umsetzbar.“ Letztlich sei aber alles auch eine Frage der Planung. „Zum Beispiel wäre es möglich, den Lückenschluss in zwei Abschnitten umzusetzen. Einer nördlich, ein zweiter südlich des Bahnhofs.“ Auch im Jünkerather Gemeinderat bleibt die Streckenführung ein Dauerbrenner. Im Dezember haben die Ratsmitglieder beschlossen, im Gewerbegebiet den Verkehr auf Tempo 30 zu drosseln. „Was aber nicht heißt, dass wir die durchgehende Strecke aufgeben“, sagt Jünkeraths Ortsbürgermeister Rainer Helfen. Man wolle aktuell mit der Geschwindigkeitsdrosselung erst mal für mehr Sicherheit auf der Straße „Auf dem Werth“ sorgen. Im Beschluss betone der Rat so auch ausdrücklich, an seinem ursprünglichen Plan festzuhalten und den Radweg zwischen Glaadt und dem Rathaus komplett auf die stillgelegte Bahntrasse verlegen zu wollen.

„Uns beschäftigt das Thema ja auch schon seit einigen Jahren. Wir stimmten zum Beginn der Planungen für die durchgehende Lösung und dachten auch erst, dass sie so kommen wird“, sagt Helfen. Man sei im Januar 2012 selber verwundert darüber gewesen, dass ab Glaadt eine 400 Meter lange Lücke bestehen bleiben sollte. „Es gab verschiedene Probleme, unter anderem mit den Fördermitteln des Bundes und einem Stellwerk.“

Aus Angst, das gesamte Radwegprojekt auf Jahre hinaus zu verzögern, habe man schließlich einer Umsetzung der kleineren Lösung zugestimmt „Das sie mit der Wegführung durch das Gewerbegebiet nicht optimal ist, war uns aber klar.“ Er hoffe noch immer, dass langfristig die komplette Trasse einmal für den Kyllradweg genutzt werden könnte. „Sowas geht aber nicht von heute auf morgen.“

Statt bei Glaadt weiter über die alte Bahntrasse zu radeln, macht der Radweg heute noch einen Knick und führt erstmal weiter in Richtung Gewerbegebiet. TV-Foto: Frank Auffenberg
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Als Gewerbegebiet toll, als Radweg eine Niete - hier führt offiziell momentan der Kyllradweg entlang. TV-Foto: Frank Auffenberg
Statt bei Glaadt weiter über die alte Bahntrasse zu radeln, macht der Radweg heute noch einen Knick und führt erstmal weiter in Richtung Gewerbegebiet. TV-Foto: Frank Auffenberg buz2 Als Gewerbegebiet toll, als Radweg eine Niete - hier führt offiziell momentan der Kyllradweg entlang. TV-Foto: Frank Auffenberg FOTO: Frank Auffenberg / TV