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Straßenbau
Drei Kilometer, sechs Millionen Euro

Ende der Baustelle: Hier wird der Verkehr wieder in die üblichen Spuren zurückgeführt. Allerdings nur in jeweils eine, weil die Brücke darunter nicht mehr ganz stabil ist. Sie muss ebenfalls saniert werden.
Ende der Baustelle: Hier wird der Verkehr wieder in die üblichen Spuren zurückgeführt. Allerdings nur in jeweils eine, weil die Brücke darunter nicht mehr ganz stabil ist. Sie muss ebenfalls saniert werden. FOTO: Fritz-Peter Linden
Stadtkyll. Die Arbeiten haben begonnen: Der Landesbetrieb Mobilität lässt die Bundesstraße 51 auf dem vierspurigen Abschnitt bei Stadtkyll grunderneuern. Von Fritz-Peter Linden
Fritz-Peter Linden

Die Bundesstraße 51: Schon 41 Jahre alt ist ihr 3,3 Kilometer langer, vierspuriger Abschnitt zwischen den beiden Anschlussstellen bei Stadtkyll. Die zweite von ihnen, Kronenburg (wenn auch näher an Stadtkyll), liegt bereits auf nordhrein-westfälischer Seite.

Es ist übrigens das einzige Stück der Bundesstraße in der Region, auf dem üblicherweise keine Geschwindigkeitsbegrenzung gilt: Weil die Spuren durch die Mittelaufbauten voneinander getrennt sind.

Millionen von Fahrzeugen haben in diesen mehr als vier Jahrzehnten die Fahrbahnen und Unterbauten der Straße lädiert: Rund 11 000 seien es dort, nach bislang letzter Zählung aus dem Jahr 2015, jeden Tag, sagt Bruno von Landenberg vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Gerolstein. Ein Viertel davon: Lastwagen, etwa 2800 also. Jetzt haben die Arbeiten an der vollständigen Erneuerung begonnen, nachdem man Mitte der 80er und 2002 die Deckschichten neu aufgetragen hatte.

Der gesamte Aufbau, sagt von Landenberg, entspreche nicht mehr heutigem Standard. Und schon gar nicht mehr entspricht er der heutigen Verkehrsbelastung. Außerdem sollen die Bankette links und rechts von einem auf 1,50 Meter und der Mittelstreifen von zwei auf drei Meter verbreitert werden.

Die Arbeiten werden die meiste Zeit ohne Sperrung ablaufen: Die geänderte Verkehrsführung ist eingerichtet, und weil zuerst die beiden Spuren in Richtung Norden gemacht werden, fährt derzeit alles über den Doppelstreifen, der in Richtung Prüm und Trier führt. Mit Tempo 50.

Die Asphaltfräse ist allerdings noch nicht angerückt. Stattdessen sieht man in diesen Tagen, wie die Arbeiter die Mittelplanken zerschneiden und entfernen: Denn die Straße hat in der Mitte zwischen den vier Spuren eine Entwässerungsanlage. „Und auch diese Leitung“, sagt Bruno von Landenberg, „muss komplett erneuert werden.“

Die Leitung ist das erste, was fertig werden muss, am besten noch vor dem Winter. Denn zum Schutz der Arbeiter ist dort eine sogenannte Gleitwand aufgebaut. Werde es aber ein harter Winter, erklärt von Landenberg, bleibe der geräumte Schnee an dieser Wand liegen – und verenge die Fahrspur.

Klar, dass das keiner will. Erst wenn die Entwässerung erledigt ist, werden die Spuren in Richtung Köln von Grund auf erneuert. Und das, sagt Bruno von Landenberg, werde bis in den Frühling dauern. Danach geht es dann an die beiden Spuren in Richtung Trier – wobei man dafür weniger Zeit benötige, weil die Entwässerung dann bereits erledigt sei. Alles in allem dürften die Arbeiten bis in den Sommer dauern und sollen 6,3 Millionen Euro kosten.

Wer sich die Verkehrsführung einmal anschaut oder sowieso durch die Baustelle fahren muss, wird übrigens ein zunächst rätselhaftes Kuriosum feststellen: Denn kurz vor der nordrhein-westfälischen Anschlussstelle wird der Verkehr zwar wieder in die gewohnten Spuren zurückgeführt. Allerdings ist bis auf weiteres auf gut hundert Metern nur ein Fahrstreifen benutzbar, der jeweils äußere. Der Grund dafür: Die Straße verläuft dort über eine Brücke, die die Kyll überspannt. Und diese Brücke, bereits auf NRW-Seite, macht es nicht mehr allzu lange, sie muss ebenfalls saniert werden.

Bis dahin fahren alle über die äußeren Spuren, „aus statischen Erfordernissen“, sagt Bernd Aulmann, Sprecher der Niederlassung Ville-Eifel vom Landesbetrieb Straßen NRW. Denn unter den jetzt benutzten Spuren liegen die belastbaren Betonträger der Brücke.

Die Sanierung, sagt Aulmann, werde  2019 in Angriff genommen und könne bis 2020 dauern.

Die sogenannte Gleitwand: Sie soll die Arbeiter schützen. Im Winter aber würde der geräumte Schnee daran liegenbleiben und die Fahrbahn verengen.
Die sogenannte Gleitwand: Sie soll die Arbeiter schützen. Im Winter aber würde der geräumte Schnee daran liegenbleiben und die Fahrbahn verengen. FOTO: Fritz-Peter Linden
Baustelle eingerichtet, Verkehrsführung geändert: Die B51 bei Stadtkyll.
Baustelle eingerichtet, Verkehrsführung geändert: Die B51 bei Stadtkyll. FOTO: Fritz-Peter Linden