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Dorfmoderation in Rommersheim gestartet

FOTO: Frank Auffenberg
Rommersheim. Als einziger Ort im Eifelkreis wurde Rommersheim 2017 zur Schwerpunktgemeinde der Dorferneuerung erklärt. Mit 100 Besuchern geriet der Auftaktabend zu einem vollen Erfolg. Frank Auffenberg

Mit soviel Zuspruch hat selbst der zuversichtlichste Bürgermeister nicht gerechnet. "Ich bin baff. Ich hoffte darauf, viele Rommersheimer für die Sache zu begeistern, dass wir aber zum Auftakt der Dorfmoderation gleich mit 100 Gästen rechnen können, hätte ich mir ehrlich gesagt nicht erträumt", sagt Helmut Nober und deutet in den voll besetzten Saal des Rommersheimer Dorfgemeinschaftshauses. Auch Rosa Vollmuth - ihr Planungsbüro begleitet die über ein Jahr laufende Dorfmoderation und die Förderphase (siehe Info) - ist erstaunt: "Ich mache das schon seit 20 Jahren, an so eine Resonanz erinnere ich mich nicht."

Anfang des Jahres bekam Nober die Nachricht, dass Rommersheim zur Schwerpunktgemeinde im Eifelkreis ernannt wurde. "Im März erhielten wir von Innenminister Roger Lewentz unsere Urkunde - damit ist der Startschuss gefallen." Um möglichst viele Bürger mit an Bord zu holen, setzte der Ortsgemeinderat aufs gute alte Klinkenputzen. "Wir haben zum Start, auch um einen Stimmungseindruck noch vor der Auftaktveranstaltung zu bekommen, einen Fragebogen entwickelt und ihn persönlich in möglichst allen Haushalten abgegeben - offensichtlich ging unsere Rechnung auf."

Ein Jahr lang wird nun Rosa Vollmuth die sogenannte Dorfmoderation übernehmen. "Dabei sollen Sie sich in die Entwicklung ihrer Heimat so viel wie möglich einbringen", erklärt sie den Besuchern. Übrigens sind nicht nur Rommersheimer angesprochen, selbstverständlich dürfen sich auch die Bewohner des Ortsteils Ellerwerath - gemeinsam zählt man etwa 650 Bürger - in den Prozess mit einbringen. "Je mehr mitmachen, desto besser", sagt die Stadtplanerin. Für einen ersten Überblick bittet sie die Gäste, in Stichworten auf Kärtchen festzuhalten, was sie sich für die Zukunft wünschen.

"Als ich mir Rommersheim anschaute, dachte ich erstmal: Wow. Sie wohnen wirklich in einer wunderschönen Gegend. Doch jeder Ort, so toll er auch ist, kann und muss sich weiterentwickeln, und dafür sorgen wir nun gemeinsam", sagt sie.

Fünf Gruppen gehen schließlich aus dem Ideenfinden hervor: "Dorfgemeinschaft und Vereine", "Blühendes Dorf und Wanderwege", "Versorgung und Mobilität", "Bauen, Sanieren und Verkehr" sowie "Landwirtschaft und Entwicklung".

Und was regt das Volk an? Zum Gemeinschaftsleben äußerten viele Bürger unter anderem den Wunsch, mehr Angebote für Jugendliche und Senioren zu schaffen. In Sachen Natur wird vorschlagen, Hecken an Wirtschaftswegen zu pflanzen oder auch den Spielplatz zu erneuern. Unter dem Punkt Mobilität wird unter anderem das Einrichten einer Mitfahrerbank oder eines Seniorenbusses angeregt.

Auch das Fehlen eines gastronomischen Betriebs wird bedauert. Beim Schlagwort "Bauen" mahnen viele die Sanierung und Verbesserung des Gemeindehauses an. Wenig Handlungsbedarf erkennt das Plenum in Sachen Landwirtschaft. Hier werden nur zwei Vorschläge gemacht: die Ausweisung einer Pferde-Wiese am Ortsrand sowie die Umleitung des landwirtschaftlichen Verkehrs ums Dorf.

"Ich kann nur dazu aufrufen, sich in möglichst großer Zahl in die Arbeitsgruppen einzubringen", sagt Nober. Für Januar werde man zu einem weiteren Treffen einladen: "Dann beginnen die Gruppen in kleiner Runde konkrete Ideen zu entwickeln", sagt Nober.

Und auch die Jugend hole man übrigens an Bord. Für Samstag, 2. Dezember, ist ab 14 Uhr ein Treffen mit Kindern und Jugendlichen vorgesehen. Erstmals wird über acht Jahre gefördert

Als einzige Gemeinde im Eifelkreis wurde Rommersheim zusammen mit Ellwerath 2017 ins Dorferneuerungssprogramm des Landes aufgenommen. Die Anerkennung gilt erstmals für acht statt früher sechs Jahre. So lange können sich alle privaten und öffentlichen Bauherren kostenlos beraten lassen und Bauzuschüsse vom Land erhalten. Ziele des Programms sind unter anderen, die Dörfer für die Zukunft zu stärken, die Gemeinschaft zu fördern und die Orte für Neubürger attraktiver zu machen.