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Draisinen als günstige Lösung für Trasse nach Gerolstein

Sind Fahrrad-Draisinen die beste Lösung für die Belebung der ehemaligen Bahnstrecke? Wie diese Testfahrer in Ostbelgien könnten auch bald Fahrgäste auf der Prüm-Gerolsteiner Trasse unterwegs sein. Foto: Archiv/IG Westeifelbahn
Sind Fahrrad-Draisinen die beste Lösung für die Belebung der ehemaligen Bahnstrecke? Wie diese Testfahrer in Ostbelgien könnten auch bald Fahrgäste auf der Prüm-Gerolsteiner Trasse unterwegs sein. Foto: Archiv/IG Westeifelbahn
Vor Kurzem wurden die Kosten für die verschiedenen Varianten eines Radwegs von Prüm nach Gerolstein vorgestellt. Mindestens 2,8 Millionen Euro würde der Lückenschluss verschlingen. Die Arbeitsgemeinschaft (Arge) Eifel-Nebenbahnen wirbt unterdessen für ihr Draisinen-Konzept, das ohne öffentliche Mittel auskommen soll.

Prüm. (ch) Wieder Leben auf der ehemaligen Bahnstrecke von Prüm nach Gerolstein - und das zum Nulltarif für die öffentlichen Haushalte. Darauf setzt die Arbeitsgemeinschaft (Arge) Eifel-Nebenbahnen, die als einer von drei Bahnbetreibern Interesse an der Strecke angemeldet hat. Denn aus Sicht der Bahnfreunde würde eine Reaktivierung der Trasse keine Kosten für die beteiligten Kommunen - die Strecke gehört sowohl der VG Prüm und der Stadt Gerolstein - bedeuten, da es Interessenten gebe, die die Strecke eigenwirtschaftlich instand setzen und betreiben wollen.

Arge plant täglichen Fahrrad-Draisinenverkehr



"Diese ,alternative' Bahnstrecke kostet die öffentliche Hand somit keinen Euro", schreibt Andreas Kurth, der Vorsitzende der Arge Eifel-Nebenbahnen, in einer Stellungnahme. Die Betriebsgenehmigung nach dem Allgemeinen Eisenbahngesetz verpflichte jeden Betreiber, die Strecke auf eigene Verantwortung betriebssicher zu erhalten. Von daher sei es ein Irrglaube, dass die Reaktivierung zu teuer sei.

Dies gilt vor allem für die Arge, die dort einen täglichen Fahrrad-Draisinenverkehr einrichten möchte.

Die anderen Interessenten, die Vulkaneifelbahn aus Gerolstein und die Rhein-Sieg-Bahn aus Bonn, sind hingegen auf öffentliche Zuschüsse für den Personennahverkehr angewiesen.

Angesichts der leeren öffentlichen Kassen wirft Kurth die Frage auf, ob man es sich noch leisten kann, 2,8 Millionen Euro in einen Radweg zu investieren, wenn man eine Lösung mit Draisinen umsonst haben könne. "Wäre das so viel schlechter, als in Zeiten der Kürzung von Sozialleistungen und Sparpaketen lieber Millionen in ein Projekt zu investieren, das keine Arbeitsplätze schafft?", schreibt Kurth weiter. Außerdem sei zu prüfen, wie viele Radfahrer den Weg jährlich nutzen müssten, damit sich die Ausgaben rentierten. Außerdem müssten auch langfristige Unterhaltungskosten für den Radweg und die Brücken in eine solche Untersuchung einfließen.

Die beteiligten Kommunen sollten nicht am "Dogma" eines Radwegs festhalten, so Kurth, sondern eine volkswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Analyse erstellen, bei der Radweg und Bahnstrecke fachkundig und nüchtern verglichen werden sollen.