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„Eifel hilft“ macht die Bude voll: Benefizkonzert zugunsten bedürftiger Menschen und Flüchtlinge in Prüm

Singt sich das Herz aus der Brust: Nicholas Müller von der Band „Von Brücken“.
Singt sich das Herz aus der Brust: Nicholas Müller von der Band „Von Brücken“. FOTO: Vladi Nowakowski
Prüm. Gleich die erste große Veranstaltung des noch jungen Vereins „Eifel hilft“ ist ein voller Erfolg: Mehr als 500 Zuschauer wollen die Bands „Elastiq“, „Roxxbusters“ und „Von Brücken“ sehen und das Projekt damit unterstützen. Vladi Nowakowski

m Frühjahr wurde "Eifel hilft " gegründet, und von Beginn an war klar, dass Kultur die Hauptrolle beim Kampf gegen wachsende Intoleranz und braunes Gedankengut in der Region spielen sollte. Kein Wunder, wenn unter den Gründungsmitgliedern unter anderem Nicholas Müller, Tobi Schmitz, Hubert vom Venn und Achim Konejung sitzen.

Sechs Monate später stehen vom Venn und Konejung auf der Bühne der Karolingerhalle und moderieren einen Abend, der Besonderes verspricht - und auch hält. Mit "Elastiq", die den Abend eröffnen, ist eine der zurzeit spannendsten Bands der Region dabei, die "Roxxbusters" gestalten zum allerersten Mal ein Konzert mit ausschließlich selbst geschriebenen Songs - und "Von Brücken", die Band um Ex-Jupiter-Jones-Sänger Nicholas Müller, feiert bundesweit Erfolge, hat aber in der Gegend noch nie auf der Bühne gestanden. Und das, obwohl Müller als auch Tobi Schmitz in Prüm ihre Wurzeln haben. Das ist heute verziehen: Tobi Schmitz hat nicht nur - gemeinsam mit Hubert vom Venn - "Eifel hilft" aus der Taufe gehoben, er haut beim Konzert nicht nur gleich bei zwei Bands in die Tasten, er hat dank großer Unterstützung durch Dominik Hoffmann (auch ein Gründungsmitglied) den Abend organisatorisch gemeistert. Und Nicholas Müller? Der singt sich in Prüm das Herz aus der Brust. Egal, wie lange er fort war - heute ist er zurück und liefert ein grandioses Konzert, das die mehr als 500 Zuschauer restlos begeistert.

Für das Publikum gibt es nicht nur einen tollen Abend, sondern auch Lob: "Danke, dass ihr gekommen seid. Damit stattet ihr uns mit den finanziellen Mitteln aus, die wir für zukünftige Projekte brauchen", sagt Hubert vom Venn. Wofür "Eifel hilft" das Geld letztendlich einsetze, sei noch nicht klar, sagt der Kabarettist vor der Veranstaltung. "Wir haben einige Anfragen und Vorschläge dazu, über die noch nicht entschieden ist." Es sei klar, dass der Verein nicht allzu oft solch ein Event stemmen könne, sagt vom Venn. "Aber die kleinen Dinge und die praktische Hilfe, die wir alltäglich leisten können, sind ebenso wichtig." Auch für Nicholas Müller ist "Eifel hilft" der Star des Abends: "Mir ist vor allem wichtig, dass wir hier mit vielen tollen Leuten gemeinsam eine finanzielle Grundlage für den Verein einspielen", sagt der Sänger.

Am folgenden Tag, nachdem die Instrumente und die Technik verstaut sind, und in der Karolingerhalle nur noch ein Plakat an den großen Abend am Vortag erinnert, findet auch Tobi Schmitz die Luft, um etwas loszuwerden:"Ein schöneres erstes großes Lebenszeichen hätten wir uns für den Verein nicht wünschen können", sagt der Musiker. "Es war ein Abend unter Freunden, und da nehme ich das Publikum ausdrücklich mit ein. Wir als Verein sind den zahlreichen Helfern sehr dankbar und fühlen uns in unserer Idee bestätigt."
Extra "Eifel hilft":

25 Musiker sind ohne Gage aufgetreten, darunter auch DJ Eddi Weekly, Nico Loos und die Rapper Reza Mahrami und Mahmoud Kattan. Ton und Licht stellten die "Showsisters" kostenlos zur Verfügung, Manuel Witt und sein Team vom Jugendgästehaus Prüm sorgten für Verpflegung und Unterkunft der Künstler. Auch die Halle gab es umsonst. Nathalie Hacker (Grafik-Salon) gestaltete Plakate, Eintrittskarten und Flyer. Spenden gab es von Volksbank Eifel, Musikkneipe Rampenlicht und dem "Kölner Hof".