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Ein Lebensabschnitt endet

Pastor Reinhold Willems (Zweiter von rechts) geht in Rente. In Arzfeld feierte er seinen Abschiedsgottesdienst. TV-Foto: Stephan Brunker
Pastor Reinhold Willems (Zweiter von rechts) geht in Rente. In Arzfeld feierte er seinen Abschiedsgottesdienst. TV-Foto: Stephan Brunker
Reinhold Willems ist als Pastor der Pfarrgemeinschaft Arzfeld, Lichtenborgn, Üttfeld-Binscheid und Olmscheid offiziell in den Ruhestand entlassen worden. Er wird aber weiterhin Gottesdien-ste halten.

Arzfeld. (stbr) Pfarrer zu sein ist eine Lebensaufgabe - und der gesetzliche Ruhestand greift da auch nicht so richtig. Doch gibt es einen Zeitpunkt, wo sich auch Seelsorger aus dem Plandienst zurückziehen und in Rente begeben. Die Pfarreigemeinschaft Arzfeld, Üttfeld-Binscheid, Lichtenborn und Olmscheid verabschiedete am Sonntag Pastor Willems in den offiziellen Ruhestand. "Solange ich in Arzfeld bin, werde ich weiterhin hier Gottesdienste feiern, damit es einen fließenden Übergang in die Zukunft gibt."

Die Zukunftsplanung sieht indes dann statt vier bis zu zwölf Pfarreien mit nur zwei Priestern vor. Pfarrer Herrmann-Josef Nochter aus Daleiden warb um Nachwuchs und erinnerte sich: "Als du kamst, war ich schon da, und jetzt gehst du, und ich bin immer noch da." Am Ende des vom Kirchenchor gestalteten Gottesdienstes überreichte Monika Schweyen vom Pfarrgemeinderat eine kleine Zeder, damit der Pastor seinen Ruhestand darunter genießen möge. Reinhold Willems erinnert sich gerne an seine Zeit in Arzfeld: "Es hat sich vieles verändert, Arzfeld ist größer geworden. Es hat mir immer viel Spaß gemacht mit den Kindern und Kirchengruppen, vor allem die Frauengemeinschaft und der Kindergarten. Besonders verbunden war ich mit den Älteren und Kranken, die ich im Rahmen der Krankenkommunion besucht habe." Neben den Kirchengruppen bedankten sich auf der Feier auch die weltlichen Arzfelder Institutionen mit Präsenten, unter anderem einem selbst gemalten Schutzengel aus dem Kindergarten, "denn auch der Pastor kann einen Schutzengel gebrauchen". Es kann deshalb nicht so schlimm gewesen sein, wie Willems in seiner Dankesrede schelmisch anmerkte: "18 Jahre haben Sie mich ertragen und ich Sie."

Der Musikverein Arzfeld kürzte seine eigene Rede radikal und kümmerte sich um die Musik, "denn wir spielen besser als wir reden". Wenn denn sein Ruhestand so lange und glücklich wird wie es alle Gratulanten wünschen, dann wird die Zeder schließlich groß genug sein, um eine Bank darunter stellen zu können.