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Ein Licht am Ende des Buddelns auf dem Prümer Hahnplatz

An allen Ecken wird gearbeitet: das Prümer Baustellenpanorama am Hahnplatz. TV-Foto: Fritz-Peter Linden
An allen Ecken wird gearbeitet: das Prümer Baustellenpanorama am Hahnplatz. TV-Foto: Fritz-Peter Linden FOTO: (e_pruem )
Prüm. Hahnplatz-Umbau: Die Ausgrabungen der Archäologen gehen zu Ende, dafür bremst die Sanierung des Gymnasiums den Fortgang. Stadt und Planer justieren deshalb um - ein weiteres Mal. Fritz-Peter Linden

Prüm Der Umbau des Prümer Hahnplatzes geht, auch wenn es manch einer nicht glauben will, tatsächlich voran: Die Flächen im Winkel zwischen Haus Pfingstmann, dem Goldenen Stern, dem Eiscafé und dem Bierhaus sind weitgehend gemacht und freigeräumt. Gegenüber, am oberen Platz, laufen die Arbeiten am Fuhrweg und der kleinen Terrassenlandschaft vor Geschäften und Cafés.
Und auch die Hahnstraße zwischen Kreisverkehr und Duppborn, sagt Planer Maik Böhmer, werde bald wieder für den Verkehr freigegeben: "Bis Ende November", legt sich Böhmer fest. Und ja, das könne man ruhig schreiben.
Auch die Archäologen, Prümer Dauergäste seit dem Frühling, sollen in diesen Tagen ihre Grabungen abschließen. Alle Funde, darunter die Reste einer Kirche aus dem Zwölften Jahrhundert, sind dokumentiert - und werden, so hat es auch der Stadtrat beschlossen, wieder verfüllt, bevor es auf dem Platz vor der Basilika dann mit den Arbeiten weitergehen kann.
Verfüllt, aber nicht verloren: Die Archäologen um Grabungsleiter Lars Blöck werden alles exakt dokumentieren und unter anderem, vermutlich im Lauf des kommenden Jahres, in einem Buch präsentieren. Und beim Zuschütten der historischen Relikte - zugleich die beste Konservierung - werde auch darauf geachtet, sagt Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy, "dass nichts beschädigt wird".
Böhmer atmet im Gespräch mit der Bürgermeisterin und dem TV in seinem temporären Büro im Haus des Gastes - mit Panoramablick auf die Baustelle aller Prümer Baustellen - kurz durch: "Wir sind jetzt langsam an dem Punkt, an dem wir sagen können: Es läuft mal." Und zwar so, dass man endlich sichtbar Fläche machen könne. Der Grund dafür, dass es lange nicht so lief, ist bekannt und mehrfach dargelegt: Es fehlte immer wieder an Material - speziell an dem Naturstein, der für die Pflasterarbeiten gebraucht wurde und aus Vietnam hergeschifft werden musste (der TV berichtete).
Die Verzögerungen, die sich bereits im vorigen Jahr bemerkbar machten, wurden durch Umplanungen auszugleichen versucht. Und das wird auch jetzt wieder nötig: Denn die Sanierungsarbeiten am Regino-Gymnasium direkt neben der Basilika haben die Arbeiter der Firma Schnorpfeil erneut gebremst: An der Front des Barockbaus nämlich wurde in den vergangenen Monaten das Ur-Gemäuer bis in die Tiefe freigelegt. Der Grund. Der Eifelkreis Bitburg-Prüm will die alten Mauern vor Feuchtigkeit schützen.
Nun aber fand man heraus: Die Konstruktion ist nicht so ganz stabil. Und bis man weiß, was da wirklich Sache ist, dürfen die Bauarbeiter keine Erschütterungen hervorrufen. Denn die Gutachter, sagt Böhmer, "tun sich noch schwer mit einer Einschätzung der Sachlage".
"Es ist", bekennt die Stadtbürgermeisterin, "eine anstrengende Situation." Zugleich aber, ergänzt Böhmer, hoffe man darauf, dass die eingeschalteten Fachleute bald mit einer aussagekräftigen Expertise um die Ecke kommen. Und dass es dann weitergehen könne.
Bis dahin aber wird erneut umjustiert, weil man eben an dieser Stelle nicht vorankommt: Der Klosterhof - vor dem kleinen Schulhof des Gymnasiums - werde nun als Nächstes in Angriff genommen. Das ist natürlich jene Stelle, an der Schüler, Lehrer und andere Stadtbesucher ihre Autos abstellen. Aber da will man ebenfalls Ausgleich schaffen: direkt in der Nähe, am Duppborn, sollen für die Zeit dieser Arbeiten Fahrzeuge geparkt werden dürfen.
Viel Stress, viel erneute Umplanung, viel Ärger: "Die Leute sagen immer, wir würden an allen Ecken anfangen, aber dann nicht fertig werden", sagt Mathilde Weinandy. Dabei sei man sehr darauf aus, alles hinzubekommen, was sich irgend machen lasse.
Und für Maik Böhmer ist das alles nichts Neues: "Es geht auch nicht anders bei Platzbaustellen. Das ist da immer so."KommentarMeinung

Ein Winter noch
Er ist Hindernislauf, Geduldskiller, Stressbringer - und er ist eine gute Sache: der Umbau des Prümer Hahnplatzes. Auch wenn es allen langsam reicht mit den Überraschungen, die alles wieder verzögern. Aber die Verantwortlichen reagieren. Und planen um. Damit es trotzdem wieder weitergeht. Und doch, auch wenn es wie ein abgenudeltes Mantra klingt: Es ist schon viel passiert und vieles besser geworden. Und schöner! Deshalb gilt die Parole: Tapfer bleiben. Ein Winter noch, und dann ist es bald geschafft. f.linden@volksfreund.de