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Kommunalentwicklung
Ein Vorbild für alle Dorfchecker

Rund 60 Gäste folgten der Einladung der Arbeitsgruppen. Sie verfolgten aufmerksam die  Ergebnisse und hatten keinen Diskussionsbedarf.
Rund 60 Gäste folgten der Einladung der Arbeitsgruppen. Sie verfolgten aufmerksam die Ergebnisse und hatten keinen Diskussionsbedarf. FOTO: Frank Auffenberg
Lasel . Lasel wagt den Zukunfts-Check Dorf. Bei einer Bürgerversammlung wurden nun die Ergebnisse der Aktionsgruppen vorgestellt. Von Frank Auffenberg

Ein Fußballländerspiel, ein Match der eigenen Mannschaft und ein Konzert des Kirchenchores – die Konkurrenz am Abend der Bürgerversammlung der Laseler Dorfchecker ist groß. „Umso glücklicher bin ich, dass doch so viele unserer Einladung gefolgt sind;“ sagt der sogenannte Kümmerer Manfred Klasen und blickt in 60 neugierige Gesichter. „Im vergangenen Jahr ist viel gemacht, geplant und erfasst worden. Bevor es daran geht, das Abschlusspapier zu formulieren, wollten wir unbedingt nochmal mit allen gesprochen haben.“

Im Mai 2017 hat er die Rolle des Kümmerers beim Zukunftscheck der Nimstalgemeinde übernommen. Ortsbürgermeister Helmut Thielen: „Wir wollten die Politik ein bisschen außen vor halten.“ Dementsprechend sei er auch nur für einen kurzen Gruß zuständig und überlasse die Vorstellung der Ergebnisse dem Kümmerer.

In vier Gruppen machten sich die Laseler im vergangenen Jahr an die Arbeit. Ein Team kümmerte sich um die Dorfgemeinschaft, eins um den öffentlichen Raum, ein Arbeitskreis befasste sich mit der Landschaft und der touristischen Nutzung und eine eigene Gruppe um das Thema Digitales. „Zunächst war ich allein, konnte dann aber die Runde doch schnell erweitern“, sagt Klasen.

Direktes Ergebnis: Die Überholung der Gemeinde-Internetseite, die passend zum Abend freigeschaltet wird. Klasen: „Mit Nico Ehlen haben wir einen jungen Mann aus dem Ort gefunden, der sich in Zukunft um unseren Netzauftritt kümmert. Wir wollen uns dabei aber nicht nur präsentieren, sondern setzen mit der Seite darauf, direkter miteinander kommunizieren zu können.“

So werde man auch aktuell über Veranstaltungen berichten und über Facebook in den Dialog treten können. „Viele Dinge, die bei uns kurzfristig angesetzt werden, finden sich nicht mehr als Ankündigung im Amtsblatt wieder, mit dem Online-Auftritt können wir sie jetzt auch sehr schnell publik machen.“

Punkt für Punkt führt der Kümmerer die Gäste durch die Ergebnisse – deutlich zu viele, um sie an dieser Stelle alle aufzuzählen. Man sorgt sich viel um die Gemeinschaft, eine mögliche Gefährdung der noch bestehenden Gastronomie, aber auch um das marode Buswartehäuschen. 45 Punkte mit Handlungsbedarf seien erkannt worden, sagt Klasen und lobt die Mitglieder der Arbeitskreise für ihre unermüdliche Arbeit.

„Allein die Gruppe Dorfgemeinschaft hat 21 Termine hinter sich gebracht.“ Besonderen Dank müsse man aber auch der Jugend aussprechen. Bei einer eigenen Versammlung mit der Fachkraft für Jugendarbeit der Verbandsgemeinde Prüm, Dorothea Fiedlschuster, hat der Nachwuchs im Nimstal fleißig mit geplant. „So werden wir die Aufwertung des Spielplatzes in Angriff nehmen und haben den Bedarf nach einem Jugendraum erkannt“, sagt Klasen. Ein Punkt, der immer wieder auftaucht: Das nicht vorhandene Dorfgemeinschaftshaus. Lasel habe seit je her eine Gaststätte samt Saal gehabt und so bisher auf den Bau eines Bürgerhauses verzichtet. Doch der Saal komme in die Jahre und ob die langfristige Zukunft des Gasthauses gesichert sei, werde sich zeigen. „Wir sollten prüfen, wie wir die Wirtin unterstützen können, wie es mit dem Saal weiter geht und inwiefern die Gemeinde aktiv werden kann“; sagt Klasen. Ebenfalls ein Resultat aus der Arbeit aller ist der Plan, einen Verein für die Förderung des Ortes und des Miteinanders zu gründen. „Oft kam die Frage auf, welcher Verein sich um ein Thema kümmern kann. Es liegt nun nahe, einen eigenen dafür zu gründen“, sagt Klasen.

Nach anderthalb Stunden geht es in die Fragerunde und die zeigt: Es gibt keine Einwände. Nur der Zustand eines nach den Unwettern des Sommers neu befestigten Weges wird angemahnt. „Ein Thema, an dem wir dran sind“, sagt Thielen. Weitere Vorschläge? Keine.

Unter den Besuchern ist auch Kreisentwicklerin Katharina Scheer. „Bisher war mein Kollege Andreas Heiseler immer hier. Ich wollte sie heute auch mal kennenlernen und muss sagen, dass ich überwältigt bin und beigestiert, wie aktiv sie sind. Ihre Ergebnisse sind unglaublich konkret. Das alles, was sie hier geleistet haben, ist tatsächlich vorbildlich.“

Weitere Informationen ab sofort im Internet unter: www.lasel.de