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Eine Frau schaut Betrügern auf die Finger

Stammt aus Prüm, kommt zurück nach Prüm: Monika Hecken, Juristin bei der Verbraucherzentrale des Landes. TV-Foto: Eileen Blädel
Stammt aus Prüm, kommt zurück nach Prüm: Monika Hecken, Juristin bei der Verbraucherzentrale des Landes. TV-Foto: Eileen Blädel
Prüm. Kostenfallen, Abzockmaschen und sonstige Betrügereien: Bei solchen Problemen hilft den Prümern künftig Monika Hecken. Sie unterstützt Verbraucher in Rechtsfragen - ab Mitte März immer freitags im Konvikt. Dort eröffnet die Verbraucherzentrale eine neue Beratungsstelle. Eileen Blädel

Prüm. Rechtlichen Rat finden Bürger aus dem Prümer Raum jetzt praktisch vor der Haustür: Die Verbraucherzentrale eröffnet im Konvikt einen neuen Stützpunkt. Zum ersten Mal wird Monika Hecken am Freitag, 14. März, - einen Tag vor dem Weltverbrauchertag - bei Fragen weiterhelfen.
Finanziert wird die Beratungsstelle zu 100 Prozent von der Verbandsgemeinde (VG) Prüm. "Unser Kostenbeitrag für das erste Jahr beträgt 9625 Euro", sagt Peter Hillen, Leiter der Abteilung Bürgerdienste bei der VG. Zudem stelle man die Räume zur Verfügung. Der Hintergrund sei, dass man Bürgern aus der VG ein Angebot in ihrer Nähe bieten wolle. Denn der nächste Stützpunkt befindet sich in Trier.
In Prüm aufgewachsen


"Es ist für die Menschen ja auch eine Frage der Kosten, ob sie von Bleialf aus nach Prüm oder nach Trier fahren. Und auch der Zeitaufwand ist viel geringer", sagt Monika Hecken. Die 54-jährige Juristin allerdings nimmt den Weg auf sich: Sie lebt in Trier und arbeitet weiterhin auch noch im dortigen Stützpunkt der Verbraucherzentrale. Prüm kennt sie trotzdem gut: Sieben Jahre hat sie in der Abteistadt gewohnt. "Ich bin hier aufgewachsen. Deswegen liegt mir die Region auch so am Herzen."
Die Probleme seien überall die gleichen: "Es gibt da kein Stadt-Land-Gefälle." Besonders häufig kämen Leute wegen Ärger mit Telefonrechnungen, Inkassobriefen oder Zahlungsaufforderungen im Internet zu ihr.
Monika Hecken berät aber auch beim Wechsel des Energieversorgers oder bei allem, was unter das allgemeine Verbraucherrecht fällt - also auch bei Unstimmigkeiten mit Handwerkern, unseriösen Gewinnmitteilungen oder Werbeanrufen. "Wir haben es häufig mit Abzocken zu tun. Kürzlich war ein Verbraucher da, der mitgeteilt bekommen hatte, er habe ein eBike gewonnen. Letztendlich hat sich aber herausgestellt, dass es eine Einladung zur Kaffeefahrt war."
Die Testphase in Prüm laufe zunächst ein Jahr; dann, erklärt Peter Hillen, entscheide das zuständige Gremium darüber, ob der Stützpunkt weitergeführt werde. Ideen hat Monika Hecken trotzdem schon: "Vielleicht kann man mit anderen Organisationen kooperieren und gemeinsam Themen angehen, um so Kräfte zu bündeln." Mehr als zehn Veranstaltungen zu Fragen von Versicherungsrecht bis Babynahrung sind bereits in Planung.
Und "wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist", dann kann man sich im Gespräch mit Monika Hecken beraten lassen. Meist könne der Verbraucher selbst tätig werden, wenn man ihm die Rechtslage erläutert habe - zum Beispiel bei Abzockmaschen im Internet: "Die sollen den Leuten Angst machen und sie so zur Zahlung veranlassen. Oft besteht aber keine Zahlungspflicht, weil gar kein Vertrag zustande gekommen ist - nur wissen das die Wenigsten", erklärt sie. "Viele reagieren dann mit Erleichterung und Dankbarkeit. Und wenn man helfen kann, dann tut das auch menschlich gut."Extra

Der neue Beratungsstützpunkt in Prüm hat ab 14. März jeden Freitag von 10 bis 13 Uhr geöffnet. Von 10 bis 11 Uhr können Verbraucher ohne Termine kommen danach berät Monika Hecken nach Terminabsprache. Für ein Gespräch wird ein Entgelt von 18 Euro erhoben. Beim ersten Vortrag am Donnerstag, 13. März, 17 Uhr, informiert Monika Hecken in der Aula über Rechte in der digitalen Welt. Die Teilnahme ist kostenlos. Um eine Anmeldung wird gebeten unter 0651/48802, oder per E-Mail an: vb-pruem@vz-rlp.de eib