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Weihnachtszeit
So kann der Advent in Prüm gerne weitergehen

Im Verkaufs-Einsatz (von links): die Budenzauberinnen Sabine Gehrke, Elke Büsch und Birgit Bormann.
Im Verkaufs-Einsatz (von links): die Budenzauberinnen Sabine Gehrke, Elke Büsch und Birgit Bormann. FOTO: Fritz-Peter Linden
Prüm. Gleich zweieinhalb schöne Auftritte des Musikvereins, dazu die Aktionen am Johannismarkt und sogar etwas weniger Regen als angedroht, denn vom Himmel hoch kam fast nichts her: Die Abteistadt ist in die Vorweihnachtszeit gestartet. Von Fritz-Peter Linden und Frank Auffenberg
Fritz-Peter Linden

Ja klar, einige diskutieren noch immer: Seit nun endlich die neuen Weihnachtssterne auf den Prümer Plätzen, in Schaufenstern, auf Balkonen – und einer sogar auf der Feuerwache – ihr sanftes Licht abgeben, wird kräftig geredet: Zu groß, zu viele, zu wenige, was auch immer (der TV berichtete).

Kurz: total schön. Das finden zum Glück, wie der TV in einer vollkommen unrepräsentativen Spontan­umfrage herausfand, die vermutlich meisten. Und sie ließen sich am Wochenende auch nicht in ihrer Weihnachtslaune aus der Bahn werfen: Schon am Freitag begann der Prümer Advent zwischen den Büdchen am Johannismarkt, seit 17 Uhr versammelten sich dort immer mehr Besucher und führten sich zu Gemüte, was von Grill, Kochtöpfen und Zapfhähnen produziert wurde.

Und der Musikverein spielte den Feiernden ein Ständchen: „Die hatten Probe“, erzählt Mitorganisatorin Sabine Gehrke. Und die verlegten die Musiker dann einfach auf den Platz und setzten dort die Instrumente an – wie dann auch am Samstag an gleicher Stelle beim offiziellen Konzert.

Danach traten die „Kräckers“ von den Westeifel-Werkstätten auf, denen auch der Erlös des ersten Adventswochenendes zugute kommen wird.

Die gute Laune wurde zur richtig weihnachtlichen Stimmung beim anschließenden Prümer Klassiker: dem abendlichen Konzert der Musikvereins-Bläser vor großem Publikum rund um den Hahnplatz.

Angesichts des hartnäckigen Nieselregens – und vielleicht auch der Bauzäune – fiel es zwar nicht jedem Besucher sofort leicht, in die richtige besinnliche Stimmung zu kommen, zunächste suchte sich noch jeder ohne Schirm ein bißchen Schutz, doch kaum erklang der erste Ton des Salzburger Adventssingens vom Turm der Basilika, legte sich wieder genussvolle Stille über den Hahnplatz. Das bis dahin alles überlagernde Gemurmel der Menschenmenge verstummte. Man nahm sich in den Arm, hielt Händchen, selbst zuvor noch wild wuselnde Kinder verharrten und blickten hinauf zu den Musikern.

Knapp eine halbe Stunde dauerte das luftige Platzkonzert. Abwechselnd von Turm zu drei Balkonen rund um den Hahnplatz spielten sich wie gewohnt gekonnt die Musiker ihre vorweihnachtlichen Klangbälle. Initiiert und maßgeblich unterstützt wurde das Adventsblasen vor mehr als vier Jahrzehnten von den inzwischen verstorbenen Prümer Geschwistern Marlies und Berta Hansen. Sie hatten damals die Idee, in Anlehnung an das traditionelle Salzburger Turmblasen, jährlich zum Platzkonzert zu laden. Die Notenblätter besorgten sie, sorgten für Leib und Wohl der Musiker und verlangten dafür nur eins: Kein Spektakel sollte das Adventsblasen stören. Und daran hält man sich bis heute.

„Es ist einfach immer wieder ganz wundervoll. Irgendwie fühlt es sich jedes Mal fast so an, als wäre man zum ersten Mal dabei“, sagte Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy. „Dass die Hansen-Schwestern damals die Notenblätter besorgten und das ganze anstießen, ist schon etwas ganz Besonderes und ein Glücksfall für unsere Stadt“, sagt sie. Dass die Sache nun auch 42 Jahre nach dem ersten Mal und auch nachdem die Initiatorinnen nun leider verstorben seien noch weiter so reibungslos laufe und zu einer festen nicht verzichtbaren Tradition in der Abteistadt geworden sei, könne nur beeindrucken.

Alles in allem: ein schöner Auftakt in den Prümer Advent. Und am Donnerstag geht es schon weiter mit dem vorweihnachtlichen Spaßangebot: Dann eröffnen Daniele Haas und Sabine Klöckner vom Gewerbeverein die Eisbahn vor der Basilika — um 18 Uhr.