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Finale nach einem Verteljahrhundert

Am 3. August veranstalten Karin und Albert Senfleben hier zum letzten Mal Holiday in Olmscheid. TV-Foto. Sarah Stieren
Am 3. August veranstalten Karin und Albert Senfleben hier zum letzten Mal Holiday in Olmscheid. TV-Foto. Sarah Stieren FOTO: (e_pruem )
Olmscheid. In der Gaststätte Eifelstübchen wird an der Planung für den kommenden Mittwochabend gefeilt: Am 3. August organisieren Karin und Albert Senfleben hier zum letzten Mal "Holiday in Olmscheid".

Olmscheid. Karin Senftleben geht im Kopf alles durch. Ihre langjährige Erfahrung schützt sie nicht vor den Fragen, die jedes Jahr aufs Neue aufkommen: "Hoffentlich habe ich genug zu essen, " sagt die 54-Jährige, "hoffentlich reicht der Platz.".
Es wird ihre letzte Planung sein: "Holiday in Olmscheid" wird es in Zukunft nicht mehr geben. Albert Senftleben ist krank. Für das Ehepaar ist ein Ende aus gesundheitlichen Gründen besonders schlimm. Trotzdem soll der Abend etwas Besonderes werden: Bierstand, Sektbar und Sohn Marco als DJ. Nicht im großen Format wie die Jahre zuvor - aber persönlich und mit guter Laune. 24 Jahre Holiday in Olmscheid - eine lange Zeit. Alles hat klein angefangen, mit Zelt, Klapptheke und Anhänger für die Bands. Das Konzept kam gut an. "Ein bisschen Urlaub am Mittwoch", sagt Karin Senftleben, von der die Namensgebung stammt. Nach dem Bau der Bühne 2003 wurde alles noch größer aufgezogen, sogar ein Zelt aufgestellt. Jeden Mittwoch im August gab es ein kostenloses Programm, vom Bulldog- und Oldtimertreffen bis hin zur Karnevalsparty. Viel Arbeit, viele Ausgaben, viel Unterstützung: " Wir hatten viele Sponsoren", sagt Albert Senftleben. Auch die Familie und Freunde standen hinter den beiden. Die monatelange Planung konnte ihnen keiner abnehmen, gute Organisation war gefragt. Das Ehepaar war eingespielt: 36 Jahre verheiratet, davon 33 Jahre Eifelstübchen. "Ich habe die Gaststätte von meinem Vater übernommen", erzählt Albert Senftleben. "Meine Frau wollte eigentlich Krankenschwester werden, aber dann kam ich dazwischen". Der 57jährige arbeitete als Koch im Prümer Krankenhaus, stand danach mit Frau Karin hinter der Theke. "Ich bin gegen zwölf gefahren, ich musste ja um sechs wieder aufstehen. Karin ist immer lange aufgeblieben, hat viel gearbeitet und nebenbei die Kinder versorgt", erklärt er.
Drei Söhne hat das Ehepaar. "1992 ging es los mit Holiday in Olmscheid, da war unser jüngster Sohn fünf Jahre alt", erzählt die 54-Jährige. " Es ging morgens oft bis sechs Uhr. Danach habe ich Frühstück für die Jungs gemacht, habe Brote geschmiert. Sie haben nicht einmal verschlafen."
Albert Senftleben ist stolz auf seine Frau, schätzt ihr Engagement und ihre Kochkünste: "Sie macht einfach das beste Rumpsteak", schwärmt der gelernte Koch. Das gute Essen könne man weiterhin probieren: Das Eifelstübchen führen die beiden "so lange, wie möglich", resümiert der 57jährige. Bevor das Ehepaar im Oktober Albert Senflebens 58. Geburtstag feiert, wird erstmal "Holiday in Olmscheid" gebührend verabschiedet. Landrat Joachim Streit komme auch. sast