| 20:35 Uhr

Gebacken wird wieder wie früher

Darf weiterbacken: Jürgen Lasch am Holzofen in der Willwerather Brückenstraße. TV-Foto: Fritz-Peter Linden
Darf weiterbacken: Jürgen Lasch am Holzofen in der Willwerather Brückenstraße. TV-Foto: Fritz-Peter Linden
Willwerath. Vor einigen Wochen berichtete der TV über Jürgen Lasch, der in Willwerath wieder auf traditionelle Weise und im historischen Holzofen backen will. Jetzt darf er das - alle Prüfungen und Genehmigungen liegen vor.

Willwerath. Es hat also geklappt mit dem Traditionsbrot aus der Prümtalgemeinde Willwerath: "Ich hab\' mein Gewerbe angemeldet", sagt Jürgen Lasch, der in der Brückenstraße wieder nach historischem Rezept der Familie Carls Brot backen will (der TV berichtete).
Nach der Testphase in den vergangenen Wochen und dem Urteil vieler Willwerather und anderer Eifeler, das Brot schmecke tatsächlich "wie früher", konnte Lasch nicht einfach so weitermachen. Denn zunächst waren einige Formalien einzuhalten. Dazu zählt auch eine Sachkundeprüfung, der sich der 46-Jährige unterziehen musste, veranlasst wurde sie von der Handwerkskammer (HWK) Trier.
Als Sachverständigen und Prüfer beauftragte die Kammer Raimund Licht, den Obermeister der Bäckerinnung Bernkastel-Wittlich. Und der hat sich inzwischen nach Willwerath aufgemacht. Licht bestätigte anschließend gegenüber dem TV, dass Jürgen Lasch das einzige Produkt, um das es geht, auch wirklich herstellen könne: "Die HWK kann jetzt eine Ausnahmegenehmigung erteilen." Sie gilt allerdings ausschließlich für das Brot aus dem Willwerather Holzofen, andere Backwaren darf Lasch nicht herstellen.
Am Montag dieser Woche kommt dann auf TV-Anfrage auch die endgültige Bestätigung von der Handwerkskammer: "Ich habe die Genehmigung vorbereitet und zugleich die Eintragung in die Handwerksrolle", sagt Gerhard Hilsamer, bei der Kammer zuständig unter anderem für Handwerksrecht und die Anmeldung von Betrieben. "Das ist heute in trockenen Tüchern."
In die sogenannte Handwerksrolle werden alle Inhaber handwerklicher Betriebe eingetragen - vornehmlich Meister. In Ausnahmefällen sind es auch Handwerker, denen aus unterschiedlichen Gründen die Prüfung nicht zugemutet werden kann, die aber nachweisen, dass sie ihre Tätigkeit beherrschen. Auch andere Prüfer schauten inzwischen bei Lasch vorbei - das Veterinär- und das Eichamt sowie Lebensmittelkontrolleure. Alle gaben hinterher grünes Licht.
Damit darf der ehemalige Holzofen von Karl-Heinz Carls, der voriges Jahr gestorben war, wieder arbeiten. Auch die historische Teig-Knetmaschine hat Jürgen Lasch wieder hergerichtet und in Gang gebracht. Zunächst wolle er nur auf Vorbestellung backen, sagt Jürgen Lasch, "voraussichtlich freitags und samstags". fpl