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Wegebauprojekt in Jünkerath
Eine wegweisende Investition für alle

Und Schnitt: Pater Günther Wendel (am Band links) und Rainer Helfen (rechts daneben) eröffnen den Fußweg.
Und Schnitt: Pater Günther Wendel (am Band links) und Rainer Helfen (rechts daneben) eröffnen den Fußweg. FOTO: Brigitte Bettscheider
Jünkerath. In Jünkerath tun sich Gemeinde und Don Bosco zusammen – auf Initiative von Jugendlichen. Von Brigitte Bettscheider

Die einen sprechen bei dem Projekt von „sich regen bringt Segen“, die anderen nennen es „selbst gebaut und selbst genutzt“. Gemeint ist der neu angelegte Fußweg zwischen der Gemeindestraße „Kefferbach“ und der Jugendbildungsstätte Don Bosco.

Die vom Segen sprechen, das sind Direktor Pater Günther Wendel, seine Mitbrüder und Mitarbeiter und der Vorstand des Fördervereins. Die vom Bauen und Nutzen sprechen, sind Ortsbürgermeister Rainer Helfen und die Mitglieder des Ortsgemeinderates. Einig sind sich bei der offiziellen Freigabe alle, dass das Werk gelungen ist und dass es klug und sinnvoll war, Jugendliche einzubinden.

Schließlich geht das Projekt letztlich auch auf die Initiative von Jugendlichen zurück. Der in den 1950er Jahren von den damaligen Bewohnern des „Kefferbachs“ privat angelegte Fußweg in dem Waldstück zwischen Dorf und Don Bosco – ein steiler Pfad mit einem einfachen Holzgeländer –  war im Laufe der Jahrzehnte marode, unfallträchtig und sanierungsbedürftig geworden. Zudem war er nicht beleuchtet.  Einige Bewohner der Jugendbildungsstätte hatten deshalb einen Brief an die Verbandsgemeinde Obere Kyll geschrieben – „ohne Mittun der Betreuer“, wie Direktor Wendel betont. Da das Gelände Eigentum der Ortsgemeinde ist, landete das Anliegen auf Ortsbürgermeister Helfens Schreibtisch. Dieser wiederum ist im Vorstand des Fördervereins. Und so entwickelte sich seit 2016 der neue Fußweg als gemeinsames Projekt.

Die Erfahrung, von den Erwachsenen wahr- und ernst genommen zu werden und das Gefühl, an etwas Tollem selbst mitgewirkt zu haben und dabei in Teamgeist und Durchhaltevermögen gestärkt worden zu sein, bilden für den Einrichtungsleiter Günther Wendel „eine gute Basis für das Gelingen des künftigen Lebens der Jugendlichen.“ Und Rainer Helfen meint: „Gerade wenn Jugendliche selbst beteiligt sind an einer Baumaßnahme, halten sie eher ein Auge darauf und gehen pfleglicher damit um.“

Unter der Leitung und Anleitung der beiden Don-Bosco-Hausmeister Jann Krimkowski und Ewald Wiesen waren etwa 50 Treppenstufen aus Beton verbaut und ein etwa 60 Meter langes Geländer aus Edelstahl errichtet worden. Im nächsten Frühjahr werden noch Stromkabel verlegt und Leuchten angebracht. Macht 10 000 Euro. „Die Investition erfolgt komplett aus Geldspenden“, erklärt Rainer Helfen; hinzu kämen Sachspenden und die Eigenleistung. Den größten Batzen mit 6000 Euro übernimmt nach Aussage von Kassenführer Norbert Postert der Förderverein, der zudem im Laufe des Jahres 13 000 Euro in die kabellose Funkverbindung mit dem Internet (WLAN) in allen Gebäuden investiert sowie sich mit 7500 Euro an den Ferienfreizeiten der Jugendhilfe beteiligt habe und für das kommende Jahr einen Niederseilgarten plane.

Zurück zum Projekt Fußweg: Nun können Kinder und Jugendliche, die mit dem Zug in Jünkerath ankommen, gefahrlos zu Fuß auf den Don-Bosco-Berg und hinunter gelangen. Mitarbeiter können im Dorf parken und das letzte Wegestück zur Arbeit zu Fuß gehen – „ganz im Sinne unseres Gesundheitsmanagements“, wie Direktor Wendel augenzwinkernd sagt. Jünkerather, die zu Gottesdiensten in die Don-Bosco-Kirche kommen, werden sich ebenso über den neuen Weg freuen wie Wanderer; liegt doch der Fußweg auf einem Wanderweg des Eifelvereins.