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Bildung
Alle ziehen an einem Strang

„Zusammen treffen“ ist der Auftakt einer engeren Zusammenarbeit der Prümer Schulen mit der Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft.
„Zusammen treffen“ ist der Auftakt einer engeren Zusammenarbeit der Prümer Schulen mit der Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft. FOTO: Frank Auffenberg
Prüm. „Zusammen treffen“ lautet der Titel eines gemeinsamen Aktionstages aller Prümer Schulen. Der Tag ist Auftakt einer Zusammenarbeit mit der Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft.

Als Schulstandort ist die Abteistadt für viele Kinder und Jugendliche in der Region Mittelpunkt ihres Lebens, doch kocht jede Einrichtung im Alltag meist ihr eigenes pädagogisches Süppchen. „Das scheint manchmal so, aber schaut man genau hin, ist eigentlich das Gegenteil der Fall. Sowohl die Lehrer und Schüler als auch die Schulleiter stehen häufig im engen Kontakt miteinander“, sagt Arnold Gierten, Leiter der Betrada-Grundschule. Mit dem gemeinsamen Aktionstag „Zusammen treffen“ haben alle Prümer Schulen gestern unterstrichen, dass man gut miteinander kann und auch gemeinsame Ziele verfolgt. Der Tag soll Auftakt sein für eine enge Zusammenarbeit aller Schulen mit der Prümer Ortsgruppe der Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG).

„Wir fragten uns, wie wir das Thema für alle Altersstufen gut aufgreifen können, und haben auf den Sport als Verbindung gesetzt“, sagt Albrecht Petri, Direktor des Regino-Gymnasiums. Sowohl in der Sporthalle des Regino-Gymnasiums als auch in den Sporthallen im Schulzentrum treffen beim Aktionstag Kinder und Jugendliche zusammen.

„Überall, wo bei uns Basketballkörbe zu finden sind, werfen sie heute auf verschiedenste Weise zusammen Körbe“, sagt Stephan Schilling, Leiter der Kaiser-Lothar-Realschule plus. Nicht nur zur sportlichen Ertüchtigung: „Begleitend setzen sich die Schüler mit dem Thema Multiple Sklerose auseinander. Sie sollen sich beim Sport klarmachen, dass sie zwar zusammen spielen können, aber nicht jeder dazu in der Lage ist“, sagt der jüngst in den Ruhestand verabschiedete ehemalige Leiter der Astrid-Lindgren-Schule Guido Kirsch. Er hat den Tag noch mitorgansiert, einst das regelmäßigeTreffen  mitangestoßen und ließ es sich so nicht nehmen, seine Nachfolgerin Maria Junk zusammen mit seinem gleichzeitig pensionierten Stellvertreter  Johann Urfels zum Treffen zu begleiten. „Der Aktionstag ist eben auch eine schöne Gelegenheit, um nach außen Geschlossenheit zu demonstrieren“, sagt Kirsch.

Ebenfalls in Begleitung seines Vorgängers, Manfred Stumps, kommt Wieland Steinfeldt, Leiter der Berufsbildenden Schule Prüm mit in die Runde. Seine Schule hat übrigens schon die Zusammenarbeit mit der DMSG aufgenommen. „Annemie Nickels hat zweimal bereits mit unseren Schülern zusammengearbeitet“, sagt Steinfeldt.

Annemie Nickels, Mitbegründerin der Prümer DKMS-Ortsgruppe, sprach dabei mit den Berufsschülern sowohl allgemein über ihre Erkrankung als auch sehr konkret über ihre Bedürfnisse. „Mit einer Gruppe von angehenden Pflegern gehe ich ja anders ins Gespräch als mit Grundschülern“, sagt sie. Es gehe allgemein darum, über die Multiple Sklerose als Erkranung aufzuklären und zu sensibilisieren. „Spreche ich mit Berufseinsteigern der Pflege, ergeben sich aber ganz andere Anknüpfungspunkte.“

Mit den angehenden Altenpflegern habe sie zum Beispiel sehr konkret über ihre eigenen Bedürfnisse sprechen können. „Darüber, wie es mir bei der Diagnose ging, wie ich es persönlich empfinde, gepflegt werden zu müssen, und auf was einfach geachtet werden kann“, sagt sie. Mit Kindern wiederum gehe es mehr um Grundsätzliches. Sie stellten Fragen, die kein Erwachsener stellen würde.

„Kinder sind unbefangen. Ein kleiner Junge kam mal auf mich zu und fragte, ob ich gelähmt sei.“ Da frage man sich selbst, wie man darauf kontere: „Ich erklärte ihm, dass ich nicht gelähmt bin, aber eben wie bei einem Auto, in dem ein Mader die Kabel angefressen hat, bei mir nicht mehr alles so funktioniert  wie früher“, sagt Annemie Nickels.