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Horn Karsten Hoffmann
Glücksspirale Horn

Karsten Hoffmann hat ein Stipendium für sein Musikstudium.
Karsten Hoffmann hat ein Stipendium für sein Musikstudium. FOTO: privat / Karsten Hoffmann
Schwirzheim. Der junge Hornspieler Karsten Hoffmann wird seit kurzem mit einem Stipendium der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz gefördert. Er erzählt von Vorbildern und seinem Einstieg ins Musikstudium.

(eva) Karsten Hoffmann erzählt von seinem ersten Semester an der Musikhochschule in Köln. „In drei Stunden wird der komplette Unterrichtsstoff des Musik-Leistungskurses durchgenommen.“ Seit Oktober ist der junge Schwirzheimer im Hauptfach Horn mit dem Schwerpunkt Orchestermusiker eingeschrieben. Auf die Frage, ob das Studium so angefangen hat wie erwartet, antwortet er gelassen: „Das war keine große Überraschung, viele meiner Freunde studieren Musik.“ Die Wochenstunden an der Universität würden sich in Grenzen halten, er müsse sich viel selbst erarbeiten. Die meiste Zeit übe er mit seinem Instrument, ungefähr vier Stunden am Tag.

Bleibt da überhaupt noch Zeit für andere Dinge? „Klar, als Ausgleich gehe ich gerne laufen und mache Krafttraining.“ Außerdem höre er viel Jazz, denn wer immer nur das Gleiche hört, versteift sich zu sehr auf eine Sache. Nebenbei arbeitet Hoffmann an der Kreismusikschule und bringt anderen das bei, was sein Professor ihm im Studium vermittelt. Und der junge Musiker macht seine Sache anscheinend gut: Seit kurzem wird er mit einem Stipendium der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz, kurz ZIRP., gefördert. Mit dieser Unterstützung kann er unter anderem spezielle Notenausgaben, die er für Wettbewerbe oder Auftritte benötigt, beschaffen sowie wichtige Kontakte knüpfen. Er erzählt: „Ich habe mich wirklich sehr über das Stipendium gefreut, denn ich konnte meine Chancen nach dem Vorspielen überhaupt nicht einschätzen.“

In den Semesterferien wohnt er bei seinen Eltern, in Schwirzheim in der Eifel. Das ist einerseits ein Vorteil, denn hier kann er sich seine Übungsstunden besser einteilen. Andererseits gibt es aber auch einen gravierenden Unterschied zur Großstadt Köln: „Hier gibt es keine öffentlichen Verkehrsmittel, und gerade als Minderjähriger war ich deswegen ziemlich aufgeschmissen.“ Sein Vater musste ihn jedes Mal nach Trier zur Musikschule fahren. Karsten Hoffmann ist sehr froh darüber, dass seine Eltern ihn bei seinem Vorhaben immer unterstützt haben.

Denn Horn zu spielen ist sehr schwer, wie der Musiker erklärt: „Der Hornspieler muss viel Kraft aufwenden, um genau den richtigen Ton zu treffen.“ Vergleichen könnte man das mit Sport: Man muss fit und kräftig sein und vor allen Dingen früh damit anfangen. Der junge Mann bezeichnet das Ganze als „Glücksspirale Horn“. Sein größtes Vorbild ist der tschechische Hornspieler Radek Baborák. Er spiele am schönsten und sogar nahezu perfekt, was bei einem Hornkonzert wohl eine Seltenheit sei.

Die Antwort auf die Frage, wie es bei Karsten Hoffmann nach seinem Musikstudium weitergehen soll, kommt schnell: Horn spielen bei einem Rundfunkorchester, am liebsten in Berlin, München oder beim Hessischen Rundfunk. „Das ist mein größter Traum. Wenn man da mitspielt, hat man es geschafft.“ In solch einem groß besetzten Ensemble müssen alle Hornisten das gleiche Modell der gleichen Marke spielen, erzählt er. Nur so kommt ein einheitlicher Orchesterklang zustande.

Um eine ungefähre Vorstellung davon zu bekommen, wie viel so ein Instrument kosten kann: Mit dem Geld könnte man sich auch einen neuen Kleinwagen kaufen.