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Großzirkus Charles Knie gastiert in Prüm

Mit spektakulären Artistik-Nummern will der Zirkus die Zuschauer in Prüm begeistern. Foto: Zirkus Knie
Mit spektakulären Artistik-Nummern will der Zirkus die Zuschauer in Prüm begeistern. Foto: Zirkus Knie
Prüm. Einer der größten reisenden Zirkusse Deutschlands kommt nach Prüm: Anfang März gastiert das Manegen-Spektakel von Charles Knie mit Clowns, Artisten und rund 100 Tieren in Prüm. Ebenfalls im Gepäck: der Streit zwischen Tierschutz und altem Kulturgut.

Prüm. Der Großzirkus "Charles Knie" kommt erstmals nach Prüm und startet dort seine diesjährige Deutschland-Tournee mit der Premiere des neuen Programms mit Clowns, Artisten und Tieren aus aller Welt. Von Freitag, 2. März, bis Sonntag, 4. März, gibt es täglich zwei Vorführungen auf dem Ausstellungsgelände in Prüm.
Das Grundstück sei für einen Zirkus dieser Größenordnung geradezu ideal, erklärt Pressesprecher Sascha Grodotzki, warum gerade die Kleinstadt Prüm für die Premierenveranstaltung ausgewählt worden sei. Das Spektakel reist mit mehr als 100 Menschen und rund 100 Tieren quer durch Deutschland. Für Zelte, Fuhrpark und Gerät braucht der Zirkus zwischen 15 000 und 20 000 Quadratmeter Platz. Auch sonst lesen sich die Zahlen beeindruckend: Das Hauptzelt ist 38,5 Meter hoch und bietet 1440 Sitzplätze, neun Kilometer Stromkabel müssen verlegt werden. Die Wasserbecken für die Seelöwen fassen 50 000 und 30 000 Liter. 22 Zugmaschinen sind notwendig, um das ganze Gerät von Ort zu Ort zu transportieren. Täglich verbrauchen die Tiere unter anderem sechs Kilogramm Fisch, 500 Kilogramm Heu und 300 Kilogramm Stroh.
Peta-Organisation übt Kritik



Apropos Tiere: Die sind bei den reisenden Showveranstaltungen nicht unumstritten, immer wieder gibt es Proteste. Unter anderem kritisiert die Tierschutzorganisation Peta die Haltung von Tieren in Zirkussen. Auch im Bundesrat wurde bereits über das Thema beraten. In der Debatte im Herbst 2011 hatte unter anderem die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) die Haltung von Wildtieren in Zirkussen kritisiert, es sei wirklich an der Zeit, eine solche Haltung nicht mehr zu ermöglichen. Der Zirkus Knie sieht das verständlicherweise anders und verweist auf das alte Kulturgut Zirkus, das ohne Tiere einfach nicht funktioniere.
Außerdem mache das Tierschutzgesetz klare Vorgaben: Nach Paragraf elf des Gesetzes brauchen Zirkusse eine spezielle Erlaubnis, die erst nach einer umfassenden Sachkundeprüfung erteilt wird. Darin ist festgeschrieben, welche Bedingungen bei der Tierhaltung erfüllt werden müssen - und die werden häufig kontrolliert. Rund 50-mal im Jahr seien Amtstierärzte da, heißt es vonseiten des Zirkus. "Alle Kontrollergebnisse werden schriftlich festgehalten und belegen durchgehend exzellente Tierhaltungen: weitaus größere Gehege als vorgeschrieben, vorbildlicher Pflegezustand der Tiere, beste medizinische Versorgung und stets liebevoller Umgang mit den Tieren", schreibt der Zirkus in einer Stellungnahme. Die Tiere seien in menschlicher Obhut geboren und an das Leben im Zirkus gewöhnt. Jeder sei eingeladen, sich selbst ein Bild vom Zustand und von der Pflege der Tiere zu machen. ch