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Ideen für den Prümer Stadtkern

Im Prümer Schilderwald wie hier am Hahnplatz. Auch der soll im Zuge der Stadtkernsanierung durchforstet und ausgedünnt werden. TV-Foto: Fritz-Peter Linden
Im Prümer Schilderwald wie hier am Hahnplatz. Auch der soll im Zuge der Stadtkernsanierung durchforstet und ausgedünnt werden. TV-Foto: Fritz-Peter Linden
Prüm. Wie entwickelt sich das Prümer Zentrum? Was können Verwaltung und Bürger dazu beitragen? Am Donnerstag haben zwar wenige, dafür aber engagierte Einwohner diese Fragen mit Stadtchefin Mathilde Weinandy diskutiert. Fritz-Peter Linden

Prüm. Schlecker-Markt dicht, aber Woolworth macht einen Neuanfang: Es gibt auch noch Nachrichten zur Entwicklung im Prümer Stadtzentrum, die erfreut aufgenommen werden.
Wie die Ansiedlung des Einzelhändlers, dessen Name für Eifeler kaum auszusprechen ist - weshalb man hier lieber "Wollwert" sagt. Egal, man ist dankbar für den Einzug - auch wenn Stadtbürgermeisterin Mathilde Weinandy bekennt, das Geschäft noch ein bisschen lieber an den Hahnplatz bekommen zu haben. Aber darauf habe man eben als Verwaltung keinen Einfluss. Unter anderem scheiterte die Ansiedlung am Hahnplatz an den fehlenden Parkflächen. Woolworth zieht an den Teichplatz, in zwei Wochen ist die Eröffnung.
Überhaupt, der Teichplatz: Dort erhofft sich die Stadt im Großgebäude mit dem unbeliebten Parkhaus wieder mehr Leben. Denn unter anderem soll im Obergeschoss in den kommenden Jahren ein Pflege- und Betreuungszentrum entstehen (der TV berichtete). Bei der Einwohnerversammlung am Donnerstag, an der nur knapp 20 Bürger teilnahmen, stellte Nicole Cirsovius vom Bitburger Planungsbüro Isu die Ergebnisse einer Untersuchung vor, die sie im Rahmen der anstehenden Stadtkernsanierung vorgenommen hat. Hintergrund: Das Land stellt Fördergeld bereit für Hausbesitzer, die in den kommenden Jahren ihre Gebäude herrichten, parallel zur Hahnplatz-Neugestaltung, um die sich in Kürze eine Reihe von Architekturbüros bewerben werden.
Das Bitburger Büro untersuchte unter anderem die Einwohnerstruktur, die Nutzungsarten der Gebäude und deren Substanz, den Verkehr und den öffentlichen Raum mit Grün- und Freiflächen. Ein Punkt, der darin kritisiert wird: zu viele und unterschiedliche Schilder, die eher verwirren als Orientierung stiften. Leere Ladenlokale am Hahnplatz (wie der frühere Schlecker-Markt) oder ungenutzte Gebäude wie das ehemalige Kulturamt in der Oberbergstraße müssten neu und sinnvoll genutzt werden. Außerdem seien etliche Häuser durch allerlei Aus-, Um- und Anbauten verunstaltet.
In Kürze werden die Bewohner des Kerngebiets - Hahnplatz und die angrenzenden Straßen - einen Fragebogen erhalten, in dem sie detailliert angeben können, was ihnen nicht passt, was sie sich wünschen und welche weiteren Anregungen sie haben.
Genau das wurde bei der Einwohnerversammlung allerdings auch kritisiert: So fanden unter anderem Birgit Hartmann-Siegler und Manfred Schmitz, dass es dabei doch auch um Themen gehe, die alle Prümer interessierten. Deshalb wäre es auch besser, allen den Fragebogen zu schicken.
Der aber, so stellte Mathilde Weinandy klar, kann nur an die Bewohner des Sanierungsgebiets versandt werden. Trotzdem dürfe sich jeder mit Ideen beteiligen: "Sie können uns alles, was Ihnen am Herzen liegt, nachher sagen. Wir schreiben das auf."
So richtig glücklich machte das einige allerdings nicht. Dennoch gab es auch positive Reaktionen - zum Beispiel auf das geplante Seniorenzentrum auf dem Teichplatz und die damit verbundene Belebung dieses Bereichs. Was die Teilnehmer der Runde ebenfalls beschäftigte, ist die Verlegung der Bushaltestelle vom Klosterhof in den Gerberweg, hinter den Schulhof des Regino-Gymnasiums. Zum Beispiel bei der Frage, ob stattdessen dann dort weitere Gebäude und eventuell Geschäfte an den Klosterhof sollen. Das aber sei nicht der Fall, sagte Mathilde Weinandy.
Der Fragebogen ist für alle Interessierten einsehbar. Informationen dazu erhält man bei der Stadtverwaltung. Schlussgedanke der Stadtbürgermeisterin: "Vielleicht müsste ich ja alle halbe Jahre Bürgergespräche machen."Meinung

Warum nicht?
Wie sehr interessieren sich die Prümer eigentlich für die Entwicklung ihrer Stadt? Am Donnerstag zählte man gerade einmal 20 von ihnen bei der Einwohnerversammlung. Die allerdings zeigten deutlich, dass ihnen an der Stadt etwas liegt. Schade, dass es nicht mehr waren. Aber deshalb ist es vielleicht auch keine schlechte Idee, solche Runden öfter anzubieten und zu etablieren. Vielleicht ja, wie Birgit Hartmann-Siegler anregte, demnächst in "Mathildes Strandbar" am Ufer der Prüm. fp.linden@volksfreund.de