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| 00:14 Uhr

In Basberg gibt es Saures

FOTO: christian moeris (cmo) ("TV-Upload moeris"
Basberg. Alle packen mit an: Wenn der Winter vor der Tür steht, werden in dem kleinen Ort in der Vulkaneifel die Sauerkrauttöpfe gefüllt. Der TV schaut der Dorfgemeinschaft bei diesem geselligen Event über die Schulter. Christian Moeris

Basberg Hobeln, Stampfen und bloß das Salzen nicht vergessen: Im Supermarkt Sauerkraut kaufen und köcheln lassen, das kann doch jeder. In der Vulkaneifel legt man da lieber noch selbst Hand an. "Ich mag mein Kraut so richtig urtümlich wie bei Mutter - also hausgemacht", sagt der Basberger Patric Kanther.
Der 44-Jährige steht in dem kleinen Vulkaneifeldorf bei Familie Götten, wo sich die Dorfgemeinschaft zur jährlichen Sauerkrautproduktion eingefunden hat, am Krauthobel. 20 Dorfbewohner von Groß bis Klein tummeln sich am Samstagnachmittag in der engen Garage. Gemeinsam wollen sie 40 Kilogramm Weiß- und Spitzkohl zu Sauerkraut verarbeiten - was gelernt sein will (siehe Info). "Das geht ganz schön in die Arme", sagt Kanther, der die Kohlköpfe auf dem gewaltigen Holzhobel raspelt.
Unter seinem Arbeitsgerät rieselt das Kraut in einen Plastikbottich. Wenn der bis zum Rand gefüllt ist, stopfen die kleinen und großen Arbeiter das feingehobelte Kraut aus der Wanne in steinerne Gärtöpfe. Dann heißt es: Stampfen, stampfen und nochmals stampfen, "bis das Wasser über dem Kraut steht. Das Salzen darf man ja nicht vergessen", erklärt die 71-jährige Basbergerin Maria Götten. Das Kraut stampfen könne bei einem großen Gärtopf schon mal eine Stunde dauern.
Mit meterlangen Holzstößeln werkeln die großen und kleinen Basberger so fast den ganzen Nachmittag in den großen Steinguttöpfen. Sie mache schon seit ihrer Kindheit selber Sauerkraut - also quasi schon immer, sagt Götten. "Bis vor Jahren habe ich das alleine gemacht, mittlerweile kommen von Jahr zu Jahr immer mehr dazu."
Warum das so ist? "Weil es Spaß und Freude macht und uns selbstgemachtes Sauerkraut ohne Zusätze viel besser mundet als das gekaufte Kraut", sagt Götten. Das Sauerkraut schmecke ihr ganz klassisch zum Püree, Eisbein oder Kassler am besten aber auch zum Schweinebraten am Sonntag hervorragend, sagt die 71-Jährige. Götten: "Eine Familie kommt mit etwa acht Kilo selbstgemachtem Sauerkraut ein Jahr aus." Nach etwa vier Wochen sei das Sauerkraut optimal gereift, sagt Götten. "Wenn es saurer wird, nimmt man es aus dem Gärtopf und friert es ein. Die Qualität des selbst gemachten Sauerkrautes sei unglaublich und man kann es würzen, wie man möchte."
Wenn man sich in der Runde umschaut, dann merkt man allerdings, dass es den Einwohnern der 86-Seelen-Gemeinde beim Krautstampfen nicht nur darum geht, ihre Vorratskeller zu füllen. Denn Sauerkraut macht lustig: Es wird geplaudert. Die großen Basberger trinken Kaffee, Bier oder Wein und die Kleinen schlürfen heißen Basberger Apfelsaft, der selbstverständlich auch selbst gemacht ist - ebenso wie der Käsekuchen auf dem Tisch. "Für uns ist das ein absolutes Highlight", sagt Ortsbürgermeister Franz-Josef Diederichs. "Hier sind heute drei Generationen mit dabei. Die Kinder freuen sich darauf, lernen das gesellschaftliche Zusammenleben und unsere Traditionen kennen. Es ist schön, die Zeit so zusammen zu verbringen."
Ihr frisches Sauerkraut können die Basberger allerdings frühestens in zwei bis drei Wochen kosten, wenn die Milchsäurebakterien ihre Arbeit erledigt haben. Bis dahin heißt es: Warten!Extra: DAS BASBERGER SAUERKRAUT-REZEPT


Fünf Kilo Weißkohl (ohne Strunk), hobeln und vermischt mit 100 Gramm Salz in einem Gärtopf stampfen, bis der Saft über dem Kraut steht. Für die Würze werden jeweils ein halber Teelöffel Nelken und Wacholderbeeren sowie fünf Lorbeerblätter untergemischt. Steht der Saft nach dem Stampfen nicht über dem Kraut, kann man mit Weißwein auffüllen. Kraut im Gärtopf mit einem sauberen Tuch abdecken und mit Steinen beschweren. Von Vorteil ist es, einen Gärtopf mit Deckel und Wasserrille zu verwenden. Das schützt das Sauerkraut vor ungewollten Bakterien und Pilzen. Nach vier Wochen Reife kann man sich das Sauerkraut schmecken lassen. Guten Appetit!

In Basberg wird das Sauerkraut noch selbst gemacht. Dabei packt Groß und Klein gleichermaßen an: Nach dem Pflücken wird das Weißkraut gewaschen, gehobelt, gesalzen und lange gestampft. TV-Fotos: Christian Moeris (4)
In Basberg wird das Sauerkraut noch selbst gemacht. Dabei packt Groß und Klein gleichermaßen an: Nach dem Pflücken wird das Weißkraut gewaschen, gehobelt, gesalzen und lange gestampft. TV-Fotos: Christian Moeris (4) FOTO: christian moeris (cmo) ("TV-Upload moeris"
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FOTO: christian moeris (cmo) ("TV-Upload moeris"