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Stadtentwicklung
Ein Prümer macht die Lücke dicht

Die Stiftsklause ist zurück, mit dem neuen Betreiber Salah el Zein (links) und Koch Dirk Schommer.
Die Stiftsklause ist zurück, mit dem neuen Betreiber Salah el Zein (links) und Koch Dirk Schommer. FOTO: Fritz-Peter Linden
Prüm. Die Stiftsklause ist zurück am Hahnplatz: Nach der Schließung des Bitburger Bierhauses übernimmt Salah el Zein das Lokal – und gibt ihm den alten Namen. Von Fritz-Peter Linden
Fritz-Peter Linden

Die Buchstaben sind angeschraubt, der Name steht überm Eingang – und er dürfte viele Prümer freuen: Während doch etliche von ihnen mit dem bereits wieder geschlossenen Bitburger Bierhaus am Hahnplatz fremdelten (der TV berichtete), erhalten sie jetzt an gleicher Stelle ihre Stiftsklause zurück.

Denn ein in Prüm aufgewachsener Junge – mit nicht ganz eifeltypischem Namen – übernimmt: Salah el Zein. Der 40-jährige gelernte Maler und vierfache Familienvater, dessen Familie 1986 aus dem Libanon in die Region kam, ist kein Neuling im Geschäft. Vor einigen Jahren eröffnete er bereits am Tiergartenplatz die Diadem Lounge, die sich flott zum In-Schuppen entwickelte.

Das dürfte den Prümern so passen: Die Stiftsklause ist zurück am Hahnplatz.
Das dürfte den Prümern so passen: Die Stiftsklause ist zurück am Hahnplatz. FOTO: Fritz-Peter Linden

Die Stiftsklause aber, sagt ihr neuer Pächter, soll den Gästen keine Falafel oder andere levantinische Spezialitäten bieten, sondern das, was sie dort auch früher gewohnt waren: Eine bodenständige Küche.

Und fertig: Der Schriftzug sitzt.
Und fertig: Der Schriftzug sitzt. FOTO: Fritz-Peter Linden

Und die wird ein anderer Eifeler Junge zubereiten: Dirk Schommer. Aus Oberkail stammt er, verbrachte aber die vergangenen Jahre in Frankfurt am Main: „Ich war da sehr lange Küchenchef in zwei Superhäusern“, sagt Schmomer. Unter anderem arbeitete er im ehemaligen Cocoon Club, der gemeinsam betrieben wurde vom szenebekannten DJ Sven Väth und dem Sternekoch Mario Lohninger.

Da hätte er auch gut am Main bleiben können, oder? Schon, aber er und seine Frau Ulrike – sie stammt aus Bitburg – wollten wieder in die Eifel: „Wir haben zwei Mädels“, sagt Schommer. Und wegen der Kinder „wollten wir wieder zurück in die Heimat. Weil es hier viel schöner ist aufzuwachsen.“

Da hat er ja sowas von recht. Und will das mit seiner Tätigkeit für einen besternten Starkoch gar nicht so hochgehängt wissen: „Das schreckt die Leute nur ab. Ich will hier hausgemachte Sachen machen.“ Deutsch solle seine Küche vorrangig sein, aber auch ein bisschen von der Welt zeigen, Hauptsache „bodenständig, echt hausgemacht.“ Und keine sogenannte „Convenience“-Küche aus Tüte oder Tetrapak. „Dafür bin ich nicht Koch geworden.“

Und dann fällt ihm noch ein, dass er ja vor etlichen Jahren schon einmal in Prüm tätig war: „Ich hab im Stargate als DJ aufgelegt“, erzählt er. Salah el Zein lacht: „Du gehörst nach Prüm.“

Das soll auch für die anderen gelten, die in der neuen, alten Stiftsklause tätig sein werden: Im Service, sagt Eigentümer Detlef Gerke, „werden ebenfalls bekannte Gesichter arbeiten. Was für die Prümer ja nicht unwichtig ist.“ Darunter seien auch Leute, die bereits in der früheren Stiftsklause gearbeitet haben.

Ein paar kleinere Umbauten haben Verpächter und Betreiber inzwischen vorgenommen: Die Stiftsklause sei jetzt in erster Linie ein Restaurant“, sagt Detlef Gerke, „und keine Kneipe“. Wenn aber jemand nur etwas trinken wolle, sagt Salah el Zein, „dann kann der das selbstverständlich auch“.

Bald geht’s los mit dem Betrieb: Auf jeden Fall „noch im Mai“, sagt Salah el Zein, werde er die Türen öffnen. Und Detlev Gerke ist überzeugt, aus den sieben oder acht Bewerbern, die sich ihm präsentiert hatten, den richtigen ausgewählt zu haben: „Ich bin guter Dinge. Sonst hätt ich’s nicht gemacht.“

Damit ist eine wesentliche Lücke in bester Hahnplatzlage geschlossen. Direkt um die Ecke, im gleichen Komplex an der Hahnstraße, will Gerke jetzt das ebenfalls leere Ladenlokal vermarkten: „Da geh ich als nächstes dran.“