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Jedem sein Kunstwerk, von Lillehammer bis Marrakesch

Renate Gunder und Christoph Breidenich vor einem Pixelbild. Foto: privat
Renate Gunder und Christoph Breidenich vor einem Pixelbild. Foto: privat FOTO: Breidenich und Partner (e_pruem )
Schüller. Renate Gunder und Christoph Breidenich aus Schüller haben den Kreativsonar-Preis erhalten. Verliehen wird er von den Wirtschaftsministerien Rheinland-Pfalz und Saarland - an Menschen, die mit besonderen Ideen aufgefallen sind.

Schüller. Christoph Breidenich ist vielleicht der Gegenwartskünstler, dessen Werke weiter verbreitet sind als die eines jeden anderen: Bereits mehr als 85 000 Menschen auf diversen Kontinenten sind nämlich seit dem Jahr 2000 zu Teilhabern eines seiner Großgemälde geworden.
Der Name des Konzepts: Pixel Painting. Die Gemälde, sagt Geschäftsführerin Renate Gunder, entstehen bei großen Ereignissen von Unternehmen oder Institutionen, auf riesigen Leinwänden und direkt vor Publikum - und das "von Lillehammer bis Marrakesch".
"Wir waren auch schon in Sao Paulo, Palm Beach, New York und Prag - das war vorige Woche", sagt Renate Gunder. Aber zum Beispiel auch in Daun, für Ex-Landrat Heinz Onnertz, haben sie bereits mit ihrem Team gemalt oder die Eifel in Berlin repräsentiert, in der rheinland-pfälzischen Landesvertretung.
Der Kniff: Die Bilder sind in zahlreiche kleine Leinwände - die "Pixel" - aufgeteilt. Und so erhält am Ende jeder Anwesende ein Element des gesamten Werks zum Mitnehmen - eine bleibende Erinnerung, die jeden zum Kunstbesitzer macht.
Die Idee basiert auf der Dissertation von Christof Breidenich 1999 an der Universität Wuppertal - dabei soll die Stellung des gemalten Bildes im Zeitalter digitaler Bilderflut erörtert werden. Eines der Ziele: zu zeigen, dass gemalte Bilder Werte besitzen und kommunizieren. Damit übertrage Christof Breidenich, inzwischen auch Professor für Medien- und Kommunikationsdesign an der Universität für angewandte Wissenschaften in Köln, eine traditionelle Technik ins digitale Zeitalter - "und der Besitzer", sagt Renate Gunder, "wird automatisch zum Kunstexperten, wenn auch nur für dieses eine Bild".
Dafür gab es nun den Preis der beiden Bundesländer, verbunden mit einer fachlichen Begleitung über ein halbes Jahr, bei der den Kreativen ein Training in Sachen Betriebswirtschaft zur Verfügung gestellt wird. fpl