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Klagen über Stillstand werden lauter

Nach Osten nichts Neues - die Radweg-Verbindung von Prüm nach Gerolstein kommt wegen der ungeklärten Entwidmung der alten Bahnstrecke nicht voran. Die Stimmen werden lauter, die diesen Stillstand beklagen und auf eine Lösung drängen. Von unserem Redakteur Christian Brunker

Prüm. Fast zwei Jahre sind mittlerweile vergangen, seit die Verbandsgemeinde (VG) Prüm den Entschluss gefasst hat, die ehemalige Bahnstrecke in einen Radweg umzubauen. Konkret getan hat sich seitdem nichts, zwischen Schwirzheim und Müllenborn herrscht Stillstand. Grund ist die noch immer ausstehende Entwidmung der Bahnstrecke. Die Stimmen mehren sich, die diesen unproduktiven Stillstand beklagen, dessen Ende derzeit nicht abzusehen ist. Eine davon ist die von Alois Tautges, dem Vorsitzenden der Prümer SPD, als Leiter des Post-Feriendorfs auch direkt mit dem Tourismus befasst. "Die derzeitige Hängepartie bringt niemandem etwas", sagt Tautges. "Wir müssen da irgendwie weiterkommen." Er glaube nicht daran, dass die Strecke entwidmet werden kann. "Deshalb muss die Strecke mit einem parallelen Radweg ausgebaut werden, anders kommen wir nicht voran." Der Kauf der gewidmeten Strecke sei ein Fehler gewesen, aber jetzt müsse man an einem Strang ziehen und schauen, wie man aus der Situation rauskomme, sagt Tautges. Dabei betont er, dass die Verbandsgemeinde bei einer Eisenbahnnutzung nicht auf den Kosten für Instandsetzung und Unterhalt der Strecke sitzenbleiben könne, da müsse auch das Land helfen. Der 2011 anstehende Rheinland-Pfalz-Tag in Prüm wäre hierfür aus seiner Sicht ein guter Ansatz, Bewegung in die Sache zu bringen. Schließlich sei eine aktive Bahnstrecke eine gute Möglichkeit für die Besucher, nach Prüm zu kommen. Auch Klaus Enders, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler im VG-Rat, stört der jahrelange Stillstand. Auf seine Anfrage in der jüngsten Sitzung des VG-Rates zum derzeitigen Stand bekam er von VG-Chef Aloysius Söhngen die Antwort, dass es auf die Gesprächsanfrage an das Mainzer Verkehrsministerium nach mehreren Monaten immer noch keine Reaktion gebe. Enders befürwortet angesichts der verfahrenen Situation einen Radweg parallel zu der Bahnstrecke. Dies sei zwar teurer als der Bau auf der Bahnstrecke selbst, aber nur so sei baldiger Baubeginn absehbar. Der Erhalt der Bahnstrecke und der schneller entstehende Radweg würden die Mehrkosten rechtfertigen. Für Söhngen liegt der Schlüssel für die Beendigung des Stillstands beim Wirtschaftsministerium, das über den Antrag der Vulkaneifelbahn, die Strecke Prüm-Gerolstein touristisch zu nutzen, entscheiden müsse. EXTRA Die Bahnstrecke Prüm-Gerolstein: 1991 wurde die Strecke stillgelegt. Um diesen Zustand zu beenden und die Verbindung touristisch zu nutzen, hat die VG Prüm den Abschnitt 2005 zusammen mit der Stadt Gerolstein für rund 420 000 Euro gekauft. Im VG-Rat fiel 2007 die Entscheidung für die Umwandlung in einen Radweg, um so die benötigte Verbindung von Prümtal- und Kylltalradweg zu schaffen. Die ausstehende Entwidmung blockiert seitdem den Radweg-Plan.