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Raderlebnistag
Kleine Pannen und großer Zuspruch

Lustiges Prümtal 2018
Lustiges Prümtal 2018 FOTO: tv / Frank Auffenberg
Olzheim/Prüm/Waxweiler. Zum 22. Mal waren beim Rad-Aktionstag „Lustiges Prümtal“ viele Hundert Fahrradfahrer unterwegs – der motorisierte Verkehr musste dafür für Stunden auf Ausweichrouten wechseln. Von Frank Auffenberg

Paula (6) hält brav am Kreisverkehr an der Bahnstraße an – schaut nach links, blickt nach rechts und ruft: „Alles frei, Oma. Wir können.“ Ihre Großmutter Rita Gruber lacht, lobt das Mädchen und sagt: „Ausnahmsweise wird hier heute auch kein Auto kommen, aber gut, dass Du so gut aufpasst.“ Paula strahlt, aber so richtig geheuer scheint ihr die Situation doch nicht zu sein. Bevor sie in die Pedale tritt, schaut sie sich nochmal um – erst dann brechen die beiden, wie viele  Hunderte weitere Gäste zum kleinen Sonntagsausflug auf.

Schon zum 22. Mal haben die Verbandsgemeinden Prüm und Arzfeld zum Klassiker der Raderlebnistage eingeladen. „Wir waren ja früh dabei und sind froh, dass das Event noch immer angeboten werden kann“, sagt Georg Sternitzke, Leiter der Touristinformation in Prüm. Selbstverständlich sei das nicht. „Wenn – wie vor zwei Jahren – der Tag komplett ins Wasser fällt, weil es einfach nicht aufhört zu regnen, werden immer Stimmen laut, die behaupten, dass sich das Ganze nicht mehr lohnt. Ich finde aber, dass Angebote wie dieses wichtig für eine Region sind“, sagt Sternitzke. Freilich seien nicht mehr die Menschenmengen wie vor 20 Jahren auf der Strecke: „Das ist aber auch ganz normal. Als wir anfingen, gab es bei uns ja nur wenige der nun so beliebten Radstrecken.“ Heute könne man – ob Eifeler oder Tourist – ja glücklicherweise auf ein bestens ausgebautes Netz zurückgreifen, als Event sei das Lustige Prümtal aber nach wie vor wichtig und beliebt. „Was man ja auch in den Orten sieht. Überall werden kleine Feste ausgerichtet, Bands und Musikvereine treten auf. Wir sind sehr dankbar dafür. Schließlich sind wir darauf angewiesen, dass was geboten wird und die Menschen entlang der Strecke mitmachen. Ohne sie wäre ein Tag wie heute nicht machbar“, sagt Sternitzke. Auf 27 Kilometern reiht sich im Grunde ein Dorf beziehungsweise Stadtfest an das nächste. „Mit am meisten los ist wohl immer noch in Pronsfeld“, sagt Manfred Schuler, Mitarbeiter der VG Prüm und quasi Chefplaner des Tages. Pronsfeld liege sehr günstig genau in der Mitte. „Ob man in Olzheim losfährt oder in Waxweiler. Jeder kommt früher oder später nach Pronsfeld.“

Tatsächlich darf man sich dort bereits um kurz nach zwölf über rege Betriebsamkeit freuen. Während gerade die Schnee-Eifel-Musikanten Franz Winklers Volksliedgassenhauer „Die Fischerin vom Bodensee“ schmettert, hat sich bereits vor dem Gastronomie-Zelt eine kleine Schlange gebildet, die Bierbänke sind voll. „Eine kleine Stärkung zwischendurch, dann geht es weiter bis Prüm“, sagt Horst Schmitt. Nein, zurück nach Waxweiler werde er mit der kleinen Herrenrunde, mit der er unterwegs sei, nicht mehr fahren. „Wir sind faul und lassen uns von einem unserer Söhne dort abholen. Dafür können wir uns dann aber auch dementsprechend viel Zeit lassen und den Tag in vollen Zügen genießen.“ Er hoffe übrigens, dass sein Rad noch bis Prüm  durchhält. „Vorne geht etwas die Luft raus. Aber soweit müsste ich noch kommen.“

Müsste Schmitt nach der Abteistadt noch weiterfahren, könnte er dort auch auf die fachmännische Hilfe des Rad-Sport-Clubs Prüm setzen. Wie immer hat man dort auf dem Hahnplatz eine Erste-Fahrrad-Hilfe-Station eingerichtet. „Wir sind die Retter in der Not. Sofern es keine größeren Schäden sind, können wir Fahrradfahrern hier in der Regel helfen“, sagt Alfred Diederichs. Vom Platten bis hin zu Problemen mit der Kette: „Das ist kein Problem für uns. Früher haben wir noch einen mobilen Pannendienst angeboten, es dauerte dann aber doch einfach immer zu lange, bis wir da waren“, sagt er. So konzentriere man sich nun auf die Servicestation.

Ob nun mehr Eifeler oder doch mehr Touristen vorbeischauten, könne man nicht einschätzen, sagt Georg Sternitzke. „Wir hören uns ja immer um und können zumindest sagen, dass sehr viele Tagesgäste aus einem Umkreis von 100 Kilometern kommen. Das ist gut und wichtig für die Imagebildung.“

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Fachsimpelei am Rande des Raderlebnistags.
Fachsimpelei am Rande des Raderlebnistags. FOTO: tv / Frank Auffenberg
Gemütliches Beisammensein gehört beim Lustigen Prümtal dazu.
Gemütliches Beisammensein gehört beim Lustigen Prümtal dazu. FOTO: tv / Frank Auffenberg
Lustiges Prümtal 2018
Lustiges Prümtal 2018 FOTO: tv / Frank Auffenberg
Lustiges Prümtal 2018
Lustiges Prümtal 2018 FOTO: tv / Frank Auffenberg