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Kleines Dorf, große Leistung

Eine starke Gemeinschaft: Zusammen freuen sich die Helfer über das renovierte Gemeindehaus in Oberpierscheid-Philippsweiler. TV-Foto: Christian Brunker
Eine starke Gemeinschaft: Zusammen freuen sich die Helfer über das renovierte Gemeindehaus in Oberpierscheid-Philippsweiler. TV-Foto: Christian Brunker
Oberpierscheid-Philippsweiler. Mehr als 800 Stunden ehrenamtlicher Arbeit haben die Bürger der kleinen Gemeinde Oberpierscheid in ihr Gemeinschaftshaus in Philippsweiler gesteckt, um das ehemalige Schulgebäude zu renovieren. Jetzt wurde das Helferfest gefeiert, die offizielle Einweihung ist für das kommende Frühjahr geplant. Christian Brunker

Oberpierscheid-Philippsweiler. Viel Schweiß, viel Ehr: Die Bürger aus Oberpierscheid haben sich in den vergangenen Monaten einiges an Anerkennung verdient. Zum größten Teil in Eigenleistung haben sie das Gemeindehaus im Ortsteil Philippsweiler auf Vordermann gebracht. "Insgesamt haben wir rund 800 Stunden investiert", sagt Ortsbürgermeister Peter Bormann. "Am 30. Mai haben wir mit dem Umbau begonnen und das dann innerhalb von vier Monaten durchgezogen."
Verantwortlich zeichnet unter anderem eine sehr aktive Gruppe von Rentnern, die sich bereits seit März 2012 regelmäßig trifft. "Der Älteste ist 82 Jahre alt", sagt Bormann. Rund 20 Helfer hätten beinahe täglich im Gemeindehaus gewerkelt. Ihnen dankt der Ortschef beim Helferfest am Freitagabend besonders: "Ihr habt richtig fleißig zugepackt. Es ist auch gut, dass wir so viele Leute vom Fach haben." Die Rentnergruppe sei mittlerweile eine "verschworene Gemeinschaft" geworden.
Und es gab einiges zu tun: Zunächst wurde die komplette Außenhülle des Gebäudes neu gemacht und dabei besser isoliert, um Energie zu sparen. Außerdem wurden ein Teil der Fenster ausgetauscht und neue Fensterbänke eingesetzt. "Hinter den alten Verkleidungen waren teilweise Löcher, so dass man nach draußen gucken konnte", sagt Bormann. Kein Wunder also, dass die Heizkosten bislang immens hoch waren und der Raum im Winter nicht wirklich warm zu bekommen war. Von den Gemeinderatssitzungen sei man immer mit kalten Füßen heimgegangen, sagt Bormann.
Das wird nun nicht mehr passieren: "Den Fußboden haben wir komplett neu verlegt, da waren noch die alten Holzbohlen von 1934 drunter." Dabei wurde zugleich eine neue Fußbodenheizung eingebaut. Anschließend strichen die Bürger die Wände neu, sowohl innen als auch außen.
Arbeit geht weiter


Auch wenn die Helfer am vergangenen Freitag bereits ein kleines Fest in den neuen Räumen gefeiert haben, ist der Umbau noch nicht völlig abgeschlossen. Den Winter über soll eine Behindertentoilette eingebaut werden.
"Das war eine richtig schöne Sache für die Gemeinschaft", bilanziert Bormann. "Auf das Ergebnis können wir wirklich stolz sein." Und auch der Ortschef bekommt Lob von den Helfern: "Er war immer vorne mit dabei und war sich für keine Arbeit zu schade", sagt Arno Steins. "Wir können stolz sein, so einen Bürgermeister zu haben."
Künftig werden in dem 122 Quadratmeter großen Saal rund 120 Bürger Platz finden. Außerdem soll er den Vereinen des Dorfes - Karnevalsverein, Sportverein, Feuerwehr und Gymnastikgruppe - zur Verfügung stehen. Insgesamt hat die Gemeinde rund 120 000 Euro für die Sanierung der alten Schule investiert - inklusive der Eigenleistungen. Die offizielle Einweihung des Gebäudes ist für das nächste Frühjahr geplant.Extra

Das Schulgebäude selbst hat bereits eine lange Geschichte: 1841 wurde eine erste Schule in Philippsweiler gebaut, die wegen der großen Schülerzahlen - teilweise mehr als 100 - anno 1900 durch den aktuellen Bau ersetzt worden ist. Zehn Jahre später wurde sie erweitert, noch 1951 waren 50 Kinder angemeldet. 1971 schließlich kam das Aus. 1985 begann der Umbau zu einem Gemeindehaus, doch noch immer ist der ursprüngliche Charakter gut zu erkennen. Nicht zuletzt wegen der beiden Lehrerwohnungen, die sich im ersten Stock befinden und nach wie vor vermietet sind. ch