| 13:17 Uhr

Kolumne Eifel-Einsichten
Isch performe!

FOTO: TV / Schramm, Johannes
Immer dieser Sprech-Pomp: Wer heute nur sein Zimmer aufräumt oder in einer Internetz-Galerie anderer Leute Bilder umhängt, ist schon ein „Kurator“. Man bietet auch nicht mehr dar, sondern „performt“.
Fritz-Peter Linden

Und, Leute: Wer „Kartoffeln, Aufschnitt, Rasierklingen, Fischstäbchen“ auf einen Zettel kritzelt, ist zwar schon „Autor“, aber das heißt ja nix (wie ich an anderer Stelle schon mal schrieb, nämlich, hüstel, in meiner Vorbemerkung zu Band Drei von „Et jit net jerannt“, erhältlich in jeder guten Eifeler Buchhandlung. Hoffe ich. Sonst nachbestellen!). Wenn er den Zettel dann irgendwo öffentlich hinhängt, schimpft er sich direkt auch noch „Publizist.“ Und, echt jetzt, manche Künstler, die ein Motiv dreimal malen, behaupten ernsthaft, dass sie „an einem Zyklus“ arbeiten. Und ... und ... und, genau: Jeder, der ein paar Bilder geknipst hat, muss das dann gleich einen „Foto-Essay“ nennen.

Herrgott, das kann ich auch. Locker. Und gereimt! Guck, hier drunter: Mein, hüstelhüstel, Foto-Essay-Fortsetzungsteilzyklus zu den ja ebenfalls hier bereits erwähnten besten Ortsnamen der Welt. Alle heute Morgen, wo sonst, in Eifel und Ardennen fotografiert. Konkrete Poesie ist nix dagegen.

Die schönsten Ortsnamen, Teil 2: Atzerath.
Die schönsten Ortsnamen, Teil 2: Atzerath. FOTO: Fritz-Peter Linden

Ich nenne das ... mal überlegen, joh: „vertikales geografisches Triptychon“. Ist das nicht schön? So, genug performt. Jetzt gehen wir alle unser Wochenende kuratieren. Et jit net jerannt.

Die schönsten Ortsnamen, Teil 2: Matzerath.
Die schönsten Ortsnamen, Teil 2: Matzerath. FOTO: Fritz-Peter Linden
Die schönsten Ortsnamen, Teil 2: Watzerath.
Die schönsten Ortsnamen, Teil 2: Watzerath. FOTO: Fritz-Peter Linden