| 17:09 Uhr

Kolumne Eifel-Einsichten
Jenuch jedanzt!

FOTO: TV / Schramm, Johannes
Viele Grüße aus Malbergweich“ schickt uns Paul Schmitz, den es dorthin, glaub ich, aus Prüm verschlagen hat. Er las nämlich vor ein paar Wochen hier was zum Thema „op der Musick“: Ihr erinnert euch, die Jungs aus Steffeln mit dem Peerdsköttelgeruch in der Tasche, der den Mädels sofort sagte: Der kommt aus wohlhabendem Stall beziehungsweise „den hätt Jeld“. Von Fritz-Peter Linden
Fritz-Peter Linden

Da fällt mir ein super jiddischer Spruch aus Amerika ein: Dort tragen Doktoren der Philosophie den Titel „PhD“. Wenn aber ein junger Kerl eher ein Nichtsnutz ist, weil er es sich, da aus reichem Hause, leisten kann, nennt man ihn einen „PhG“, auf gut Jiddisch: „Papa hot Göld.“
Schön, oder? Zurück zu Pauls Post, die ist genauso schön: Als er das von der „Musick“ las, fiel ihm nämlich ein Stücklein ein. Von früher, wo man in Saal oder Festzelt „die Wahl hatte, ein Tanzbändchen zu erwerben (vergleichbar mit dem Eintritt, wobei so oft getanzt werden konnte, wie man wollte)“ oder aber pro Tanz einen Groschen zu zahlen.

Damals wie heute wurd’s dann öfter mal spät. Als also ein paar Prümer Jungs vom Tanz in Rommersheim zurück ins Städtchen kamen, hörten sie von oben auf der „Held“ das Geläut der Basilika, das zur sonntäglichen Frühmesse rief und beschlossen: erst Kirche, dann Bett. Drinnen stellten sie sich hinten an die stützende Wand. Vielleicht ja, um mit ihren Ausdüstungen nicht die übrigen Kirchgänger zu behelligen. Wie auch immer, angesichts der Uhrzeit und anderer zuträglicher Umstände (Restalkohol) schlummerte einer der Tänzer zügig ein. Was ihn nicht vor der Kollekte schützte: Und so kam es, schreibt Paul, „dass man auch dem Schlafenden das Körbchen hinhielt, ja, wegen fehlender Reaktion gegen den Bauch drückte.“ Woraufhin dieser hochschreckte und in die Weiten der Basilika hineinbölkte: „Äich hann well net jedaanzt!“

Ob erfunden oder wahr, Paul weiß es nicht, schließt aber mit den Worten: „Gelobt sei Jesus Christus!“

Ich aber, wahrlich, sage euch: Dem ist nichts hinzuzulügen. Und:
Et jitt net jerannt.