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Kolumne Eifel-Einsichten
Gezeichnet

Es ist so weit. Meine zeichnerische Nachfolge ist geregelt. Komm ja sowieso fast nicht mehr dazu. Und der Nachwuchs hat’s viel besser drauf. Weil: Vorige Woche lieferte Enkel Paulo (noch sieben) ein Bild ab, auf das ich sofort neidisch wurde.
Fritz-Peter Linden

Weil ich mit so wenigen Strichen nie so viel Kunst hinbekäme. Eine Figur, souverän aufs Blatt konturiert, oben zwei freundlich in die Welt schauende Augen („Zwei Augen aber haben sie, denn die, das weiß er, fehlen nie“ – Wilhelm Busch, Maler Klecksel), darunter, im Bauchbereich, ein zweites Gesicht, locker lächelnd. Titel: „Der denkende Magen.“ Hammerbild. Krachertitel. Top.

Brüderchen Pino (schon vier) legte kurz darauf nach: Vorgestern knallte er seiner Mama ein expressionistisch hingeratztes Farbgestrichel vor die Nase und drehte ab mit dem Satz: „Das ist das beste Bild der Welt.“ Was soll man da widersprechen.

Anders gesagt: Die zwei Typen haben mich als Künstler nassgemacht. Ich kann abdanken. Zumal ich das mit dem Selbstvertrauen wohl nicht mehr so gut hinkriege wie die Jungs.

Zitat Pino: „Ich bin so froh, dass ich so cool bin.“ Seine Mama Sandra kam wegen all dieser Ereignisse aus dem Rübersimsen gar nicht mehr heraus, was sein großer Bruder so kommentierte: „Mama, du hast ein Handy-Cap.“ Sauber. Mit Wörtern malen kann er nämlich auch.

Pino hatte ja lange was mit Elsa aus der „Eiskönigin“, dem Disney-Film. Als ihn seine Mutter fragte, ob er immer noch in sie verliebt sei, sagte er: „Nndöh, ich bin jetzt in mich selber verliebt.“ Letztens, als der Schnee weg war, teilte er mit, dass „im Außengelände“ schon Frühling sei. Und als er all die gelben Blumen entdeckte, rief er: „Kuck mal, lauter Narzisten!“ Ach, was für kluge Jungs. Weiter so, denn, wie unser Stadtkyller Italiener Franco gestern zu mir sagte: „Tja! Vonne nixe kommte nixe!“

Genau. Bravo! Und finito! Ostergruß ins Innengelände, et jit net jerannt.