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Kulturprojekt
Gut die Hälfte ist geschafft

Arbeit gibt’s bis unters Dach: Florin Negreanu im obersten, fast fertig sanierten Geschoss der alten Schüllerer Schule.
Arbeit gibt’s bis unters Dach: Florin Negreanu im obersten, fast fertig sanierten Geschoss der alten Schüllerer Schule. FOTO: Fritz-Peter Linden
Schüller/Prüm. Und doch bleibt viel zu tun: Florin Negreanu arbeitet in Schüller weiter an seinem Kulturzentrum. Nächste Woche spielt er dort ein Konzert – und geigt kurz davor in Prüm. Von Fritz-Peter Linden
Fritz-Peter Linden

„Sommerbrise“: Florin Negreanu, Geiger, Bratschist, Konzertmeister und seit einigen Jahren Hausherr in der alten Schule von Schüller (der TV berichtete), lädt unter diesem luftig-sonnigen Titel wieder zum Konzert ein. Am Sonntag, 12. August, 17 Uhr, spielt er in der Pfarrkirche gemeinsam mit Violinistin Marlene Hemmer Stücke von Wolfgang Amadeus Mozart, vom französischen Komponisten Jean-Delphin Allard und dem Belgier Charles-Auguste de Bériot.

Und einen Hauch davon kann man am gleichen Tag bereits um 12 Uhr in Prüm erleben: Die beiden Musiker haben vor, dann auf der Terrasse am Hahnplatz eine kurze Kostprobe ihrer Kunst zu geben, während sich rundherum die Besucher einen Kaffee und ein Eis gönnen – und dann vielleicht weiter zum Prümer Kirmesplatz spazieren.

Viel geschafft, viel noch zu tun: Musiker Florin Negreanu mit der großen Schul-“Spardose“, die bei seinen Konzerten aufgestellt wird.
Viel geschafft, viel noch zu tun: Musiker Florin Negreanu mit der großen Schul-“Spardose“, die bei seinen Konzerten aufgestellt wird. FOTO: Fritz-Peter Linden

Apropos Brise: Bei seinem großen Vorhaben – dem Umbau der alten Schule in ein Kulturzentrum – ist dem 38-Jährigen, der aus Rumänien stammt und in den Niederlanden lebt und in diversen Ensembles und Orchestern spielt, die Luft noch nicht ausgegangen.

Saitenkünstler: Florin Negreanu
Saitenkünstler: Florin Negreanu FOTO: TV / Fritz-Peter Linden

Auch wenn es eine Riesenarbeit darstellt: „Wir haben jetzt 55 Prozent der Restaurierung geschafft“, sagt er im Gespräch mit dem TV. Also seien noch 45 Prozent der Arbeiten zu erledigen, darunter vor allem der Innenausbau mit Heizung und weiteren Installationen.

Gut eine Viertelmillion Euro habe er in den vergangenen Jahren bereits in den Ausbau des Schulhauses investiert. Und fast genau so viel werde er für die weiteren Arbeiten brauchen, sagt Negreanu. Das Geld aber, ergänzt er, werde er nicht so leicht aufbringen und aus seiner Konzerttätigkeit bestreiten können: „Da brauche ich Investoren, private oder Banken.“

Immerhin: Aus Daun habe man ihm bereits – Stichwort Dorferneuerungsprogramm – eine Förderung in Aussicht gestellt. Zumal sein Vorhaben in Schüller auch konzeptuell auf stabilen Füßen stehen soll: Negreanu arbeitet daran, sein Kulturhaus zur Dependance einer Eifeler Musikschule zu machen – „mit Unterricht für die Kids aus der Region“. Schon ab vier Jahren soll man in Schüller ein Instrument lernen können.

Darüber hinaus geplant sind Workshops für bereits versierte Jungmusiker. Diese Seminare will Negreanu selbst anbieten oder von renommierten Kollegen bestreiten lassen. Zudem sind Konzerte vorgesehen – und noch vieles mehr, das über rein musikalische Kulturangebote hinausgehen soll. Alles fundiert und, wie er sagt, realistisch: „Das soll alles vernünftig gemacht werden.“ Und erst an den Start gehen, wenn das Haus auch fertig sei. Und wenn er Mitstreiter finde, die auch bei der Vermarktung des Angebots helfen. Das könnten zum Beispiel Kommunikations-Studenten sein, die daraus vielleicht ein Projekt machen.

Falls er Investoren davon überzeugen könne, in Schüller einzusteigen, werde es von dem Punkt an noch maximal ein halbes Jahr dauern bis zur Fertigstellung. Sein Ziel: Im September 2019 mit dem Programm im Kulturzentrum zu beginnen.

Ja, klar: „Ich bin ein Romantiker und Idealist“, sagt er. Und im Augenblick stelle sich die Situation nicht einfach dar. „Aber stellen Sie sich einfach einmal vor, wie viele Dinge man hier machen kann.“ Er sei noch jung genug, um an der Verwirklichung seiner Vision weiter zu arbeiten. Zumal er aus Schüller und der Eifel insgesamt viel Unterstützung erhalte. Das seien alles großartige Menschen, entfährt es ihm: „In dem Moment, wo du ihr Herz gewinnst, gewinnst du sie für immer.“

Der Eintritt zum Konzert am Sonntag in der Kirche von Schüller ist frei, gleiches gilt natürlich für den Kurzauftritt in Prüm. Wie immer wird am Ende des Abends in Schüller um eine Spende gebeten, die dem Kulturprojekt zugute kommen soll.