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Kunst und Handwerk
Nach den Käfern kommen die Könner

Da machst du große Augen: Organisator Hans-Peter Küster mit dem Plakat für den Markt in Bleialf.
Da machst du große Augen: Organisator Hans-Peter Küster mit dem Plakat für den Markt in Bleialf. FOTO: Fritz-Peter Linden
Bleialf. Premiere mit Kunst und Handwerk: 50 Aussteller präsentieren sich beim Markt in Bleialf.
Fritz-Peter Linden

Auf der Schneifel ist was los: „Ich musste auch die Hauptstraße sperren lassen“, sagt Hans-Peter Küster, der Vorsitzende der Vereinsgemeinschaft Bleialf. „Sonst hätte ich nicht gewusst, wie ich sie alle unterbringen soll.“

Klingt gut: Denn „sie“ – das sind all die Aussteller, die am Sonntag mit den Bleialfern eine Premiere feiern und  im zentralen Schneifeldorf einen Kunst- und Handwerkermarkt bestreiten werden. Vorige Woche hatten sich  mehr als 50 Teilnehmer angemeldet – und damit auch noch gut zehn mehr, als die Organisatoren um Hans-Peter Küster auf ihrer Broschüre untergebracht haben.

Schöner Ort, großes Programm: der Marktplatz in Bleialf.
Schöner Ort, großes Programm: der Marktplatz in Bleialf. FOTO: Fritz-Peter Linden

Mit diesem Sonntag wollen die Bleialfer fortsetzen, was  auf Anregung von Ortsbürgermeisterin Edith Baur 2017 so erfreulich verlief: „Da hatten wir ja den Maikäfer-Markt“, sagt Küster. „Nachdem in Bleialf ja lange nichts mehr lief, hatte Frau Baur den ins Leben gerufen.“ Und der Maikäfer-Markt brummte. Also habe man beschlossen: Dieses Jahr Fortsetzung, aber mit neuen Angeboten und Programmpunkten. Und wie Küster und seine Mitstreiter dann feststellten, gab es einen solchen Kunst- und Handwerkermarkt „bisher in der Region noch gar nicht“. Deshalb schicke sogar das rheinland-pfälzische Freilichtmuseum in Bad Sobernheim einen Stand auf die Schneifel, bemannt mit einem Drechsler, der in Bleialf sein altes Handwerk demonstrieren werde.

Die Gemeindechefin registriert mit Freude, dass das sonntägliche Markttreiben im Dorf weitergeht – und dass es so groß weitergeht. Aber auch aus einem weiteren Grund: „Weil wir ja noch immer keinen Gewerbeverein haben“, sagt Edith Baur. „Da ist es schon wichtig, dass die Vereinsgemeinschaft tätig wird.“ Und sie rühmt das Engagement von Hans-Peter Küster. Der habe sich wirklich reingehängt für den Markt, habe sogar andere, ähnliche Veranstaltungen abgeklappert, um zu sehen, was man in Bleialf umsetzen könne.

Der Gewerbeverein (der TV berichtete) war vor einigen Jahren wegen des Vorwurfs der Urheberrechtsverletzung in eine juristische Auseinandersetzung mit dem Künstler Roland Hagen aus Buchet geraten. Hagen gewann nach langem Hin und Her vor Gericht, ging aber trotzdem leer aus, weil der Verein nicht zahlen konnte. Vor zwei Jahren lehnte das Amtsgericht Bitburg auch den Antrag auf Insolvenz ab, „mangels Masse“. Weitermachen wollte niemand, eine Neugründung ist  nicht in Sicht.

Zurück zu schöneren Dingen und auf den Marktplatz: Nicht nur der Drechsler drechselt was am kommenden Sonntag: Viele weitere Handwerker und Handwerkskünstler sind ebenfalls dabei. Zu sehen sind Glas- und Holzkunst, Stahl- und Schmiedehandwerk, Bildhauerei, Malerei, Keramik, Klöppelei und noch allerhand mehr von Näherei bis Brennerei. Mit dabei sind auch die Betriebe aus dem Dorf und zeigen an ihren Standorten, was sie im Angebot haben.

Wer noch weitere Argumente für den Besuch auf der Schneifel braucht, kann  von 12 bis 17 Uhr in Läden und Geschäften einkaufen. Und, klar: Leckereien gibt’s auch. Küster: „Das kulinarische Angebot reicht von der Gulaschkanone bis hin zur Forelle.“ Die Frauengemeinschaft serviert Kaffee und Kuchen. Für Kinder steht das Spielmobil bereit – und „Herr Jemine“.

Von 13 Uhr an lädt außerdem der Musikverein alle jüngeren Gäste zum Schnuppern ein: Die Mitglieder informieren über die Jugendarbeit. Und wer ein Instrument anschauen oder ausprobieren möchte, ist dazu ebenfalls eingeladen.

Der Markt ist geöffnet am Sonntag, 22. April, von 11 Uhr bis 18 Uhr. Rund um den Bleialfer Marktplatz. Und, wie anfangs gesagt, in der Hauptstraße.