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Justiz
Die dritte Amtseinführung in fünf Jahren

Marcel Heinemann ist nach einem Festakt im Konvikt nun auch als Direktor des Amtsgerichts in Prüm begrüßt worden.
Marcel Heinemann ist nach einem Festakt im Konvikt nun auch als Direktor des Amtsgerichts in Prüm begrüßt worden. FOTO: Frank Auffenberg
Prüm . Die Ernennungsurkunde wurde bereits im Sommer ausgestellt, nun folgte die offizielle Feier im Konvikt: Marcel Heinemann wurde nach fast einem halben Jahr jetzt auch offiziell als Direktor des Amtsgerichts Prüm begrüßt. Von Frank Auffenberg

Der Arbeitsplatz ist attraktiv, das Team unschlagbar gut, und die Menschen in der Region empfangen einen mit weit geöffneten Armen – so lassen sich die Meinungen der in den vergangenen fünf Jahren begrüßten und mehr oder weniger zügig wieder verabschiedeten Direktoren des Amtsgerichts Prüm zusammenfassen. Nachdem 2012 Franz-Josef Triendl nach 19 Jahren im Dienst das Amtsgericht verließ, schien das Personal-Karussell im nördlichsten Amtsgericht des Landgerichtsbezirks Trier zunehmend Fahrt aufzunehmen (der TV berichtete). Mit Marcel Heinemann wurde gestern im Konvikt der bereits dritte Direktor binnen fünf Jahren im Amt begrüßt.

Kein Grund zur Sorge, findet Landrat Joachim Streit, eher im Gegenteil: „Wenn ein Wechsel im Amtsgericht stattfindet, dann erfreut das den Landrat, da mit dem Wechsel das Versprechen abgegeben wird, dass es das Amtsgericht auch in Zukunft geben wird.“ Es sei nämlich sehr wohl wichtig, dass der Staat auch in der Fläche vertreten ist. Man erkenne an den Entwicklungen in den USA, sagt Streit, dass die Leute das Gefühl bekämen, der Staat stehe nicht mehr für sie ein. „Wir müssen in der Fläche Präsenz zeigen, sonst verlieren wird den Anspruch auf das Gewaltmonopol“, sagt Streit. Der 43-jährige neue Direktor sei in bewegten Zeiten nach Prüm gekommen, sagt Thomas Edinger, Vorsitzender des Landesrichterbundes. „Bis Ende 2024 soll die elektronische Gerichtsakte überall eingeführt sein, ein ambitioniertes Ziel, das aber erreicht werden kann“, sagt Edinger. Mit Sicherheit habe Heinemann, er steht Edinger übrigens beim Richterbund als Stellvertreter zur Seite, im vergangenen halben Jahr schon einiges im Haus angepasst und verändert. „Alles andere wäre aber auch nicht sinnvoll, weil es schlicht Stillstand bedeuten würde“, sagt Edinger.

Und mit Stillstand hat der junge, neue Direktor tatsächlich wenig am Hut. „Allein die Strecke, die er nun für den Weg zur Arbeit auf sich nimmt, hat es in sich“, sagt der Vize-Präsident des Landgerichts Trier, Wolfgang Specht. Heinemann lebe im Umland von Saarburg und reise nun täglich eine nicht gerade kurze Strecke. „Offensichtlich zögert er nicht, sich der Herausforderung zu stellen“, sagt er. Wie Streit hebt er die Rolle der Amtsgerichte hervor: „Sie sind die Visitenkarte der Landgerichte.“

Heinemann zeigt sich in seiner kurzen Ansprache beeindruckt vom Einsatz seiner neuen Mitarbeiter im Prümer Amtsgericht. „Ein kleines Haus wie dieses funktioniert anders. Ich traf auf ein Team, das gelassen dem Wechsel entgegenging. Jeder hat sich in die Arbeit eingebracht, der Tatendrang aller musste nur noch in geordnete Bahnen gebracht werden.“ Am Amtsgericht Prüm werde eine Flexibilität gelebt, die notwendig und nötig sei. Genau in diesem Zusammenhang sei die Größe des Amtsgerichts eine Chance. „Je mehr man sich im Arbeitsalltag auf Spezialgebiete zurückziehen könne, desto mehr werde ein Zurücklehnen gefördert.“

Auch der promovierte Jurist Heinemann geht auf die Einführung der digitalen Akten ein. „Wird der Alltag der Bürger digitalisiert, hat die Justiz die Verpflichtung, dem zu folgen“, sagt der Direktor des Amtsgerichts Prüm.