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Bildung
Mehr Berufung als Beruf

Vom Lehrerzimmer direkt ins Rektorat: Maria Junk hat die Leitung der Astrid-Lindgren-Schule übernommen.
Vom Lehrerzimmer direkt ins Rektorat: Maria Junk hat die Leitung der Astrid-Lindgren-Schule übernommen. FOTO: Frank Auffenberg
Prüm. Die 34-jährige Maria Junk hat die Leitung der Astrid-Lindgren-Schule übernommen Von Frank Auffenberg

Was für ein bewegendes Jahr für die Astrid-Lindgren-Schule! Erst wurde im Frühjahr das 50-jährige Jubiläum der Einrichtung gefeiert, dann verabschiedeten sich mit dem Schulleiter Guido Kirsch und seinem Stellvertreter Johann Urfels gleich zwei Urgesteine aus der Leitung. Während Urfels Posten noch immer vakant ist, konnte sich Kirschs Nachfolgerin Maria Junk aber bereits gut einarbeiten. Mit dem Ende der Sommerferien hat die 34-Jährige die Schulleitung übernommen. „Aufregende Wochen liegen hinter mir, aber ich kann nur zufrieden sagen, dass ich gut angekommen bin“, sagt die Rektorin.

Knapp zweieinhalb Monate führt sie bereits die Geschäfte der Schulleitung: „Ich hatte einen wirklich guten Start. Anstrengende Wochen, ja, aber eben auch aufregende, weil für mich ja alles neu ist“, sagt sie. „Im Gegensatz zu vielen Kollegen und Kolleginnen, die, bevor sie eine Leitung übernehmen, schon mit den Aufgaben vertraut sind – fast alle haben vorher schon auf einer Konrektorenstelle Erfahrungen gesammelt – komme ich quasi direkt vom Lehrerzimmer hier hin.“

Neue Aufgaben, neue Verantwortung – Junk geht die Sache gelassen an. „Ich übernahm früher schon immer verschiedene organisatorische Aufgaben, war in verschiedenen Gremien und Arbeitsgemeinschaften, hatte bisher aber nie eine offizielle Funktionsstelle.“ Sie habe sich, dem üblichen Weg folgend, in der Vergangenheit schon auf Konrektorenposten beworben, geklappt habe es dann aber überraschend gleich mit der Schulleitung in Prüm.

„Der klassische Sprung ins kalte Wasser. Mir wurde, wo es nur ging, in den vergangenen Wochen von allen Kollegen gut geholfen. Sie stärken mir noch immer den Rücken, wofür ich natürlich dankbar bin.“ Und das Fachwissen? „Na, im Grunde hat man als Schulleiterin eine Art Managerposten. Das Handwerk und alles, was dazu gehört, lernt man auf verpflichtenden Fortbildungen und im Alltag.“

Mit der Stelle ist für Junk ein beruflicher Traum in Erfüllung gegangen. „Ich bin aus voller Überzeugung Förderschullehrerin für Lernen und Sprache geworden. Ich wollte auch immer Leiterin werden – einfach weil ich es gerne mache und kann. Der Beruf ist weniger Beruf als Berufung.“

Dass sie nun täglich von Dreis aus nach Prüm fahre, sei da nicht hinderlich. „So lang ist die Fahrt ja auch nicht. Es ist einiges zu organisieren mit meinem zweijährigen Sohn, aber auch das klappt und ist kein Wunderwerk, sondern eben nur etwas mehr Planung.

„Dass ich nun als berufstätige Mutter jeden Tag hin und her fahre, stößt übrigens nicht überall auf Verständnis“, sagt Junk. Oft sei sie gefragt worden, warum sie sich das als junge Mutter antue? „Letztlich tue ich mir aber gar nichts an und auch nicht meiner Familie. Es klappt gut, und warum sollte ich ein Problem aus etwas machen, das keines ist? Es ist wie an der Schule alles eine Frage der Organisation.“ Und die laufe in Prüm übrigens sehr gut.

„Ich kam an ein gut aufgestelltes Haus mit tollen Kollegen und super Schülern. Langsam habe ich das Gefühl, auch alle kennengelernt zu haben.“ Fragen über die Zukunft von Förderschulen in Zeiten intensiver Inklusionsarbeit stelle sie sich nicht. „Ich mag die Idee der Inklusion. Kinder, für die sie genau das Richtige ist, werden dabei optimal gefördert, aber eben nicht jedes Kind kommt damit gut zurecht.“

Eine Förderschule sei keine Konkurrenz. „Eher im Gegenteil – wir fördern unsere Schüler nach ihren individuellen Bedürfnissen und zwar so weit, dass sie an dem gesellschaftlichen Leben teilnehmen können - damit sind wir ein weiterer Baustein der Inklusion, nicht das Gegenteil.“

Weitere Informationen zur Schule im Internet unter: www.astrid-lindgren-schule-pruem.de