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Mehr Kinder für Imkerei begeistern

Als neuer Vorsitzender will Achim Herf (oben links) zusammen mit seinem Stellvertreter Josef Becker die Nachwuchsarbeit des Bienenzuchtvereins Prümer Land verstärken. Becker betreut bereits das Imkerprojekt der Bertrada-Grundschule. TV-Foto: Frank Auffenberg; Foto (unten): Achim Herf
Als neuer Vorsitzender will Achim Herf (oben links) zusammen mit seinem Stellvertreter Josef Becker die Nachwuchsarbeit des Bienenzuchtvereins Prümer Land verstärken. Becker betreut bereits das Imkerprojekt der Bertrada-Grundschule. TV-Foto: Frank Auffenberg; Foto (unten): Achim Herf
Prüm. Der Bienenzuchtverein Prümer Land kümmert sich seit 131 Jahren um eine gesicherte Zukunft der Imkerei in der Region. Der bisherige Vorstand hat sich jetzt nach 16 Jahren verabschiedet. Die neue Vereinsspitze will die Jugendarbeit intensivieren. Frank Auffenberg

Prüm. Die Zahlen sind beeindruckend: 131 Jahre Vereinsarbeit, aktuell 70 Mitglieder und Abermillionen geflügelte Mitarbeiterinnen - der Bienenzuchtverein Prümer Land 1884 steht auf gesunden Beinen.
Nach 16 Jahren hat sich mit der jüngsten Jahreshauptversammlung aber ein Generationenwechsel vollzogen: Die alte Vorstandsgarde hat nach 16 Jahren den Nachwuchs ans Ruder gelassen. "Nicht weil der alte Vorstand keine gute Arbeit geleistet hat, sondern weil nach 16 Jahren einfach die Zeit gekommen war", sagt der neu gewählte zweite Vorsitzende Josef Becker. Er steht ab sofort dem Vorsitzenden Achim Herf zur Seite.
"Durchaus eine mutige Entscheidung", merkt Herf mit einem Augenzwinkern an, sei er doch schließlich erst vor etwas mehr als einem Jahr zur Bienenzucht gekommen. Und nicht nur das: "Ganz ehrlich, ich mag keinen Honig, bin aber trotzdem von der Biene begeistert. Bei mir überwiegen halt die Gesichtspunkte des Umweltschutzes." Und genau hier gebe es ja auch viel zu tun. "Die Bienen sind für unsere Landwirtschaft für die Bestäubung enorm wichtig. Ohne sie geht es einfach nicht", sagt Herf. Besorgniserregend seien unter diesem Gesichtspunkt die vielen Gefahren, mit denen Imker heute kämpfen müssten.
"Gegen die sogenannte Faulbrut, das ist eine Bakterienerkrankung, können wir nur wenig machen, glücklicherweise ist sie aber bei uns auch kaum ein Thema. Die Varroamilbe wiederum sei für die Imker in der Region gefährlicher", sagt Becker. Die kleinen Milben befallen bereits im Larvenstadium die Bienen und schädigen sie so stark, dass sich die Tiere kaum mehr gesund entwickeln können. "Dagegen kommen wir nur durch penible Pflege und Sauberkeit an. Nachlässigkeit ist hier fatal", sagt Becker. Dass Herf im Vergleich zu vielen Vereinsmitgliedern die Erfahrung fehle, sei übrigens unerheblich, merkt er an. Dazu Herf: "Ich verstehe meine Aufgabe eher als die eines Geschäftsführers. Fachlich verlasse ich mich ganz auf die erfahreneren Imkerfreunde im Verein."
Ganz oben auf der Agenda des neuen Vorstands steht die Öffentlichkeits- und Nachwuchsarbeit. "Das Interesse an der Imkerei ist in der Öffentlichkeit in den letzten Jahren sehr gestiegen, darauf müssen wir nun schnell aufbauen", sagt Herf. Besonders in den Jungimkerkursen merke man diesen Bienenboom, ergänzt Becker. Immer mehr junge Leute würden sich für die Zucht interessieren, auch dank der steigenden Aufmerksamkeit der Medien. Damit das auch so bleibe, setze man jetzt verstärkt auf die Nachwuchsarbeit, sagt Becker.
Aktuell kooperiert der Bienenzüchterverein, unterstützt vom Naturpark Nordeifel, mit der Bertrada-Grundschule. Seit zwei Jahren gibt es dort einen schuleigenen Bienenstock und eine Bienen-AG (der TV berichtete). "Möglichst jede Klasse befasst sich im Laufe des Schuljahres mit dem Stock. In der AG kümmern sich die Schüler noch intensiver um die Tiere", sagt Herf.
Dieses erfolgreiche Projekt wolle man als Vorbild nehmen und, wenn Interesse bestehe, an anderen Schulen etablieren. "Dafür brauchen wir noch Freiwillige, werden das aber bald in Angriff nehmen", sagt Herf.
Imkerpatenschaft angedacht


Auch am Imkerpavillon und dem angrenzenden Bienenlehrstand will der Verein die Nachwuchsarbeit intensivieren. "Noch denken wir über verschiedene Konzepte nach, aber eine der vielen Ideen wäre eine Art Imkerpatenschaft. Jugendliche würden dabei von uns ausgebildet und könnten beispielsweise für ein Jahr an der Pflege der hier aufgestellten drei Bienenstöcke mitmachen", sagt Becker. Man müsse ja nicht gleich wie der junge Vorsitzende mit einem eigenen Volk einsteigen, merkt er schmunzelnd an.Extra

Weitere Informationen zum Bienenzuchtverein Prümer Land gibt es unter Telefon 06558/9002925 oder nach Anfrage per E-Mail an: info@eifelbienenzucht.de. Für Sonntag, 29. März, wird der nächste Tageskurs "Einführung in die Imkerei" angeboten. Anmeldungen und Informationen dazu unter Telefon 06556/72222.